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Lokales Leipzigs Ärzte und Krankenhäuser kämpfen mit der Grippewelle
Leipzig Lokales Leipzigs Ärzte und Krankenhäuser kämpfen mit der Grippewelle
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16:09 07.02.2017
Ruhe und viel Tee sollen den Heilungsprozess beschleunigen. Quelle: dpa
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Leipzig

„Wir verzeichnen in diesem Jahr einen extremen Anstieg der Grippeerkrankungen“, sagt Manuela Powollik, Sprecherin im St. Georg Krankenhaus Leipzig. Gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr seien bisher etwa doppelt so viele Fälle aufgetreten. Auch am Universitätsklinikum Leipzig werden laut Sprecherin Helena Reinhardt derzeit dreimal mehr Influenzapatienten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres behandelt.

Bisher rund 900 Grippefälle

Insgesamt hat es in Leipzig in der aktuellen Saison etwa 900 Grippefälle gegeben, teilte das Gesundheitsamt der Stadt am Montag auf Anfrage mit. „Dazu zählen alle Fälle, bei denen der direkte Erreger nachgewiesen wurde“, sagte eine Sprecherin, „sie unterliegen der Labormeldepflicht.“ Direkte Vergleichszahlen zu den Vorjahren für einzelne Zeiträume gibt es nicht. In den Saisons 2014/2015 und 2015/2016 habe es insgesamt rund 2500 beziehungsweise 2900 Fälle gegeben – und der Gipfel der aktuellen Welle sei laut Gesundheitsamt noch nicht erreicht.

Die Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) halten von Vorjahresvergleichen zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel. „Die Grippewelle hat in dieser Saison deutlich früher begonnen als im Vorjahr“, sagt Sprecherin Susanne Glasmacher. Folglich sei es logisch, dass bereits mehr Fälle gemeldet wurden. Wie groß das Ausmaß tatsächlich ist, könne jedoch erst mit dem Abschwächen der Welle seriös beurteilt werden.

Mehrere Tote durch Grippefolgen

Sachsenweit verzeichnet die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) in Chemnitz von Anfang Oktober bis Ende Januar 3725 Influenza-Patienten. Mehr als 40 Prozent davon – knapp 1600 Fälle – wurden laut LUA in der letzten Januarwoche festgestellt. Auch Menschenleben hat die Grippe schon gefordert: Neun Patienten sind bisher im Freistaat an den Folgen der Erkrankung gestorben.

Lage in Krankenhäusern entspannt

Während in einigen Kliniken auch viele Mitarbeiter erkrankt sind und die Kapazität der Betten nahezu ausgeschöpft ist, sieht die Lage in der Messestadt noch entspannt aus. „Wir haben bisher keine Probleme“, erklärte Tina Murzik-Kaufmann vom St. Elisabeth in Leipzig-Connewitz auf Anfrage.

Besonders häufig von der Grippe betroffen, sind nach Angaben aus dem St. Georg Krankenhaus Menschen, die sich nicht gegen die Viren haben impfen lassen. Das RKI empfiehlt deshalb auch zum jetzigen Zeitpunkt noch den Gang zum Haus- oder Betriebsarzt: Ein ausreichender Schutz soll innerhalb von zehn bis 14 Tagen nach der Impfung bestehen. Auch das Leipziger Gesundheitsamt bietet unter der Telefonnummer 0341 123-6934 noch kurzfristig Impftermine an.

Weitere Atemwegserkrankungen im Umlauf

Neben der Zahl der Grippepatienten treten saisontypisch auch andere Erkältungskrankheiten häufiger auf. Laut Powollik gebe es derzeit im St. Georg Krankenhaus außergewöhnlich viele Diagnosen des Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Ähnlich sieht es im Uniklinikum aus, wo RSV gegenüber dem Vorjahr doppelt so oft nachgewiesen wurde.

Dabei sei laut Susanne Glasmacher vom RKI die Unterscheidung zwischen einer leichten Influenzaerkrankung und einer schwereren Erkältung für Laien nur schwer möglich. „Bei einer Grippe sind starke Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber und trockener Reizhusten sowie das abrupte Auftreten der Beschwerden typisch“, sagt die Sprecherin, „das interpretiert aber jeder Patient anders und bei manchen treten bestimmte Symptome schwächer oder gar nicht auf.“ Im Zweifel sei ein Besuch beim Arzt trotz voller Wartezimmer unumgänglich.

Von Josephine Heinze und Anton Zirk

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