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Lokales Leipzigs CDU parkt vor dem Discounter
Leipzig Lokales Leipzigs CDU parkt vor dem Discounter
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15:51 19.05.2015
Steuert das Wahlkampfmobil mit seinem Konterfei auf der Seitentür selbst: Thomas Feist. Quelle: André Kempner

Heute im finalen Teil der Serie: Bettina Kudla (Wahlkreis 152) und Thomas Feist (Wahlkreis 153) von der CDU.

Thomas Feist steuert sein Wahlkampf-Mobil persönlich auf den Parkplatz des Aldi-Supermarkts an der Holzhäuser Straße in Stötteritz. Kaum steht der Ford-Transporter, dessen Seitentür Feists Konterfei schmückt, springt der 48-Jährige aus dem Wagen und beginnt damit, sein Wahlkampf-Zubehör an die Passanten zu bringen. "Guten Tag, für Sie eine Information zur Bundestagswahl?" Selbst ist der CDU-Mann.

"Wer sich davor scheut, schwierige Situationen anzupacken, ist in der Politik fehl am Platz", meint Feist. Und er will anpacken. Vor allem bei der Zuständigkeit zwischen Bund und Ländern in der Bildungslandschaft sowie in Sachen berufliche Perspektive für junge Leute. "Das sind die Dauerbrenner", befindet Feist, "wenn ich dafür werbe, weiß ich, wovon ich spreche." Er selbst habe ohne Abitur studiert, zuvor lange als Handwerker gearbeitet. "Man muss mit den Menschen erst mal auf Augenhöhe diskutieren", sagt der gelernte Heizungsmonteur. Zumal seine Partei eine Volkspartei sein will. Also parkt Feist dort, wo das Volk einkauft.

"Einkaufszentren sind einfach gute Orte für Wahlkampfstände", erklärt der Volksvertreter, "es kommen un- terschiedliche Leute vorbei." So etwa die ältere Dame, die mit den Worten "alles klar, alles klar" abwinkt oder der Mann mittleren Alters, der an Feist heranträgt: "Einen Wunsch hätte ich: ein bisschen mehr Polizei in Leipzig. Es passiert doch so viel." Ein schwieriger Umstand, räumt Feist ein, den er "mal mitnimmt." Auch Bettina Kudla will mitnehmen, was das Volk bewegt, und hat sich dazu den Aldi-Parkplatz an der Goldsternstraße in Paunsdorf ausgesucht.

"Einkaufszentren eignen sich gut für politische Gespräche", kann die 51-jährige Wirtschaftsprüferin ihrem christdemokratischen Kollegen nur zustimmen. "Menschen, die Lebensmittel einkaufen, sind nicht so gehetzt wie in der Fußgängerzone in der Innenstadt." Damit sich die Konversation über schwere Kost leichter verdauen lässt, beschenken Kudla und ihr Team die Discounter-Kunden mit passenden Chips für den Einkaufswagen. "Wir erfahren viel Zustimmung von den Bürgern, hören aber auch kritische Stimmen", bilanziert die frühere Kassenwartin der Kommune. Zustimmung vor allem für das Gesicht von Angela Merkel auf dem Titelblatt der "Union Zeitung" neben Bettina Kudla. Kritik werde mehr an den Politikern und der Politik insgesamt geübt.

"Manchmal sind es persönliche Schicksale wie Arbeitslosigkeit, die auf die Politik projiziert werden", sagt die gebürtige Münchnerin, "oder dass die eigene Perspektive auf dem Arbeitsmarkt nicht so richtig gesehen wird." Verdrossenheit beim Volk will sie indessen nicht zu spüren bekommen. "Die Leute werden sicher zur Wahl gehen", ist Kudla überzeugt, "das hat Bayern gerade gezeigt." Das Wahlergebnis in ihrem Heimat-Freistaat, wo die Schwesterpartei CSU aktuell die Alleinherrschaft übernommen hat, stimmt die Wahl-Leipzigerin zuversichtlich. Sie werde den Sonntag im Neuen Rathaus im Kreise ihrer Parteifreunde verbringen "und den Abend hoffentlich genießen". Die Parkplätze vor der Aldi-Haustür dürften dann leer gefegt sein. So oder so.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2013

Felix Kretz

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