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Leipzigs City-Tunnel: Der Fahrplan steht - Komplexes System startet am 15. Dezember

Leipzigs City-Tunnel: Der Fahrplan steht - Komplexes System startet am 15. Dezember

Mit den beiden Tunnelröhren und den vier Untergrundstationen geht am 15. Dezember in Leipzig ein hoch komplexes S-Bahn-System in Betrieb. Die Fahrgäste werden sich nicht nur auf die neue, unterirdisch verlaufende S-Bahn einstellen müssen, sondern vor allem auch auf einen neuen Fahrplan.

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Die Baustellen der Stationen des Leipziger City Tunnels können Besucher an diesem Wochenende besichtigen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Die LVZ stellt ihn heute vor.

Der Fahrplan sieht einen Fünf-Minuten-Takt im City-Tunnel vor - also in den Stationen unter dem Hauptbahnhof, dem Markt, dem Wilhelm-Leuschner-Platz (Platz der Friedlichen Revolution), dem Bayerischen Bahnhof sowie dem neuen oberirdischen Stopp MDR an der Semmelweisstraße. Dort werden alle sechs S-Bahn-Linien halten, die im neuen Mitteldeutschen-S-Bahn-Systems (MDSB) verkehren. Damit bietet sich jede dieser fünf Stationen ideal als Ein- beziehungsweise Umsteigemöglichkeit an.

"Wir haben das MDSB-Netz unter anderem mit dem Verkehr auf der Sachsen-Franken-Magistrale und dem West-Erzgebirge verknüpft", betont Oliver Mietzsch, Geschäftsführer beim Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der die Verkehrsleistungen bestellt. Auch ZVNL-Experte Markus Engelke spricht von einem "lebendigen Fahrplan in einem vernetzten System". Denn das neue S-Bahn-Angebot ersetzt nur die bisherigen S-Bahnen - die anderen Angebote wie Regionalbahnen und Regionalexpresszüge verkehren zusätzlich weiter. Das neue System wurde gemeinsam mit der Deutschen Bahn Regio AG Region Südost entwickelt. "Mit diesem Fahrplankonzept bekommt Mitteldeutschland in allen relevanten Relationen ein stark vertaktetes S-Bahn-System, das mindestens im 30-Minuten-Takt verkehrt", so Engelke.

S-Bahn-Linie 1 (S 1)

von der Miltitzer Allee bis Wurzen: Weil die S 1 derzeit noch zwischen Leutzsch und dem Hauptbahnhof die gleichen Gleise wie die ICE-Züge der DB nutzen und diese den Großteil der Gleiskapazitäten benötigen, fährt sie noch nicht wie ursprünglich geplant in einem 15-Minuten-Takt, sondern nur aller 30 Minuten. "Wenn im Dezember 2017 die Einbindung der Neubaustrecke nach Erfurt geschafft ist, dann sind diese Trassen für die S-Bahnen frei", sagt Bahn-Sprecher Jörg Bönisch. Dann sei ein 15-Minuten-Takt möglich. Beim ZVNL heißt es, die Linie sei auch für Fahrgäste attraktiv, die von den westlichen Stadtteilen startend am Hauptbahnhof umsteigen, um zum Beispiel in Richtung Thüringen zu fahren. Außerdem verkehrt die Linie in Tagesrandlagen - also zwischen 23 und 4 Uhr - von Halle (S 3) bis nach Oschatz. "An den Sonntagen wird die Linie auch in den Vormittagsstunden bis nach Oschatz verlängert und ergänzt so das Angebot des Saxonia-Express' Leipzig-Dresden zum 60-Minuten-Takt", sagt Silvio Uhlemann, strategischer Verkehrsplaner der DB Regio Südost.

S-Bahn-Ergänzungslinie S 1:

Sie gilt als Lückenfüller und verkehrt zwischen dem neuen Messegelände und Stötteritz. Durch sie wird Stötteritz in einem Zehn-Minuten-Takt angebunden (S 1 und S 3).

S-Bahn-Linie 2 (S 2)

von Gaschwitz (Markkleeberg) bis Bitterfeld: Die S 2 ist im 60-Minuten-Takt unterwegs, außerdem verkehren auch dort noch die bisher üblichen Regional- und Regionalexpressbahnen. Wenn Ende 2015 die zweite Stufe des neuen MDSB-Netzes in Betrieb geht, fährt sie bis nach Dessau und Lutherstadt Wittenberg.

S-Bahn-Linie 3 (S 3)

vom halleschen Hauptbahnhof über Schkeuditz nach Stötteritz und von dort in den Abendstunden in Richtung Wurzen: Die S 3 verkehrt im 30-Minuten-Takt. Wegen des schleppenden Ausbaus des Hauptbahnhofs Halle fährt sie von dort noch nicht bis Halle-Nietleben weiter. "Dort bleibt deshalb die vorhandene S-Bahn-Linie 7 weiter in Betrieb", sagt Engelke. "Eine Durchbindung von Halle-Nietleben wird wahrscheinlich im Jahr 2017/18 möglich sein."

S-Bahn-Linie 4 (S 4)

von Geithain nach Hoyerswerda: Die S 4 ist besonders ausgeklügelt ins überregionale Nahverkehrsnetz eingebunden. Weil der RE 10 Leipzig-Falkenberg-Leipzig in das MDSB-Netz integriert ist, können Fahrgäste mit ihrer Hilfe sogar von Berlin bis nach Chemnitz mit Nahverkehrszügen fahren - wenn sie in Cottbus, Ruhland oder in Falkenberg und Geithain umsteigen. "Das bedeutet zwar längere Reisezeiten, aber Fahrgäste, die diese Ziele unterwegs ansteuern, profitieren von den zahlreichen Anschlüssen, die auf der Strecke liegen", betont Mietzsch. Aus Falkenberg/Beilrode gibt es stündliche Verbindungen bis unter die Leipziger Innenstadt. Weil der Bahnhof Taucha noch nicht umgebaut ist, muss zweistündlich bei Verkehren des RE 10 vorerst noch in Thekla und nicht in Taucha umgestiegen werden. Ergänzend wird der Verkehr ab Eilenburg und in der Hauptverkehrszeit ab Torgau im Halbstundentakt an den City-Tunnel angebunden. "Mit dieser Integration des RE in die S 4 kann ein vertaktetes Angebot von Borna über Leipzig bis Eilenburg beziehungsweise Torgau geschaffen werden", so Engelke. "Der Fahrgast, der am Zugzielanzeiger ,Thekla' sieht, kann mit Umsteigen in Leipzig Nord bis Falkenberg und weiter Richtung Cottbus fahren. Damit rollt halbstündlich eine S-Bahn nach Eilenburg." Von Taucha besteht zunächst "ein annähernder 30-Minuten-Takt". Die Fahrzeit zwischen Falkenberg und Geithain beträgt rund zwei Stunden. "Zwischen Thekla-Borna sowie Borna-Geithain wird es einen 60-Minuten-Takt geben", so Uhlemann.

S-Bahn-Linie 5 (S 5)

vom Flughafen nach Zwickau: Die S 5 ist so angelegt, dass in Zwickau Anschlüsse an die Sachsen-Franken-Magistrale bestehen - dort also auch Fahrgäste aus Johanngeorgenstadt sowie aus den Bereich Glauchau und Hof in das MDSB-Netz umsteigen können. "Ein Jahr lang hält diese Linie auch zweistündlich in Lehndorf", betont Uhlemann. "Dort besteht ein Anschluss an Züge in Richtung Gera." Fahrgäste aus Altenburg und Borna können mit der ersten Frühverbindung den Flughafen bis 5 Uhr erreichen. Zwischen Altenburg und Zwickau werden die Züge im Zwei-Stunden-Takt verkehren. Ab Altenburg soll es stündlich nach Leipzig und zum Airport gehen.

S-Bahn-Linie 5X (S 5X)

: Die S 5X ist für eilige Fahrgäste gedacht, die im 60-Minuten-Takt vom Hauptbahnhof Halle über den Flughafen, die Neue Messe und durch den City-Tunnel bis nach Zwickau fahren. Sie verdichtet auch die S 5 im Abschnitt Flughafen Leipzig/Halle-Altenburg zum 30-Minuten-Takt. "Das X steht für Express und soll den Fahrgast signalisieren, dass dieser Zug nicht an allen Stationen hält", sagt Engelke. So stoppt die S 5X nach Markkleeberg-Mitte in Richtung Süden nur noch in Böhlen, Altenburg, Gößnitz, Crimmitschau, Werdau und Zwickau. Dadurch kann in Altenburg eine annähernd halbstündige S-Bahn-Verbindung nach Leipzig angeboten werden.

Nacht- und Frühknoten:

Im neuen Tiefbahnhof des Leipziger Hauptbahnhofs werden um 23 und 0 Uhr besonders günstige Umsteigemöglichkeiten zwischen allen S-Bahn-Linien bestehen; freitags und sonnabends noch zusätzlich um 1.11 und 3.33 Uhr. "Dann kann dort längstens in einer halben Stunde in alle Linien umgestiegen werden", so Engelke. "Nachtschwärmer kommen dadurch schneller nach Hause - auch in die Region." Ähnlich soll der Frühknoten funktionieren, der zwischen 4.30 und 4.45 Uhr im Hauptbahnhof nutzbar sein soll.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.06.2013

Andreas Tappert

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