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Lokales Leipzigs City-Tunnel: Drei S-Bahn-Haltepunkte bleiben auf der Strecke
Leipzig Lokales Leipzigs City-Tunnel: Drei S-Bahn-Haltepunkte bleiben auf der Strecke
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14:52 19.05.2015
Wo der neue S-Bahn Haltepunkt Essener Straße entstehen sollte, hat sich bis heute nichts getan. Quelle: Wolfgang Zeyen

Weil diese Stationen für die Fahrgastzahlen wichtig sind, sollen sie so bald wie möglich entstehen, heißt es.

Denn die Zahl der Fahrgäste ist für die Bauherren des Leipziger City-Tunnels nicht unwesentlich. Schon in den 1990er-Jahren mussten sie diese möglichst realistisch prognostizieren, weil die Kosten-Nutzen-Rechnung des neuen S-Bahn-Systems darauf aufbaut. Sollten die Prognosen deutlich verfehlt werden, würden Fahrgasteinnahmen ausbleiben und die Differenz müsste von den Steuerzahlern beziehungsweise von den Fahrgästen über höhere Tarife ausgeglichen werden.

Dass solche Prognosen tückisch sind, haben die Bauherren des City-Tunnels bereits erkannt: Waren im sächsischen Landesverkehrsplan von 1996 noch 85 000 Reisende pro Tag für die Tunnelstrecke südlich des Hauptbahnhofs avisiert, kam die Tunnelplanungsgesellschaft ein Jahr später zu dem Schluss, dass täglich wohl nur 61 400 Fahrgäste das Angebot nutzen würden. Einige Monate vor der Tunneleröffnung sprach Leipzigs damaliger Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) nur noch von 36 800 Personenfahrten pro Werktag, die durch den Tunnel fahren werden - diese Prognose gilt noch heute. Verlässliche Zahlen über das tatsächliche Fahrgastaufkommen liegen noch nicht vor.

In den Ursprungsplänen für die neue S-Bahn war im Norden Leipzigs zum Beispiel der Haltepunkt Leipzig-Essener Straße eingezeichnet. Er sollte von der S 2 (Bitterfeld-Gaschwitz) und von der S 5 /S 5x (Halle-Leipzig/Halle Flughafen-Zwickau) angesteuert werden. Denn im Unterschied zur alten Leipziger S-Bahn aus dem Jahr 1969 wollten die Planer das neue System nicht um Leipzigs Stadtkern herumführen, sondern Wohn- und Industriegebiete direkt mit dem Stadtzentrum verknüpfen. Trotzdem ist der Haltepunkt an der viel befahrenen Essener Straße bislang nicht entstanden. Beobachter vermuten, dass sein Bau aus Kostengründen verschoben wurde. "Für den Umbau des Haltepunktes Essener Straße gibt es derzeit noch keinen konkreten Realisierungszeitraum", sagt Bahn-Sprecherin Änne Kliem.

Auch ein Haltepunkt Mockauer Straße sollte direkt an der Mockauer Post entstehen. Dass es ihn bislang nicht gibt, soll vor allem an den sanierungsbedürftigen Brücken Beuthstraße und Mockauer Straße liegen. Durch sie wäre der Bauaufwand ebenfalls deutlich größer geworden als ursprünglich geplant, heißt es hinter vorgehaltener Hand. "Der Haltepunkt Mockauer Straße ist Bestandteil des komplexen Bauvorhabens Leipzig-Thekla", sagt Bahn-Sprecherin Änne Kliem. Für dieses Vorhaben werde derzeit die Entwurfsplanung erstellt. "Baubeginn ist voraussichtlich 2015."

Auf der Strecke geblieben ist ebenfalls der Haltepunkt Paunsdorf, der an der Ecke Theodor-Heuss-Straße entstehen sollte. Für ihn hätten neue, steile Rampen errichtet werden müssen, die extrem teuer gewesen wären. Deshalb wurde dieser Plan verworfen. Seitdem sollte der neue Stopp auf dem historischen Rangiergelände in Engelsdorf gebaut werden. Doch auch dort ist er bislang nicht entstanden. Der Grund: Dort kann er erst gebaut werden, wenn die Deutsche Bahn AG ihren Rangierbahnhof Engelsdorf aufgibt. Das ist jedoch erst möglich, wenn in Halle die neue mitteldeutsche Zugbildunganlage der DB AG in Betrieb geht. "Der Bau des neuen Haltepunktes Paunsdorf kann nicht vor 2017 in Angriff genommen werden", so Sprecherin Kliem.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2014
Tappert, Andreas

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