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Lokales Leipzigs Einwohner besitzen bundesweit die meisten Fahrräder
Leipzig Lokales Leipzigs Einwohner besitzen bundesweit die meisten Fahrräder
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In Leipzig gibt es immer mehr Fahrräder. Umgerechnet auf 1000 Einwohner sind es mittlerweile 912 Stück, was einen bundesweiten Rekord darstellt. Die Zahl der in der Messestadt zugelassenen Autos nimmt ebenfalls zu, allerdings nicht so stark. Der Wert korrespondierte in jüngster Vergangenheit in etwa mit dem Leipziger Bevölkerungswachstum. Quelle: LVZ
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Laut einer Erhebung der TU Dresden, die alle fünf Jahre in bundesweit 300 Städten durchgeführt wird, besitzen die Leipziger die meisten Drahtesel. Genau 912 sind es auf 1000 Einwohner. Der bundesweite Schnitt liegt bei lediglich 745.

"Der Trend geht zum Zweit- oder Drittrad", meinte der Verkehrsplaner. Neben einem "älteren Modell für den Alltag, das vielleicht noch 50 Euro wert ist", würden sich immer mehr Leipziger ein Elektrorad, Rennrad, City-Cruiser oder Mountainbike zulegen. Auch Kinderräder zählten in der Statistik der TU Dresden mit, für die 1000 Leipziger befragt wurden. Das alles spiegele sich auch in der Entwicklung des sogenannten Modal Splits in der Messestadt.

Von 2008 bis 2013 stieg der Anteil des Radverkehrs um 0,8 auf 15,2 Prozent. Deutlicher legten nur die Fußgänger zu: um 2 auf 29,3 Prozent. "Weil seit einigen Jahren immer mehr Menschen in den Bereich der Innenstadt ziehen, werden ihre täglichen Wege kürzer, fällt die Entscheidung häufiger für einen Fußmarsch oder eben das Fahrrad aus", erläuterte Heinemann. Außerdem falle diese Entscheidung durch Verbesserungen in der Infrastruktur für Radfahrer leichter.

Der Anteil der Autofahrten am Modal Split sank im gleichen Zeitraum um 1,3 auf 38,3 Prozent. Dieser leichte Rückgang sei im Straßennetz aber noch nicht spürbar, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Im Gegenteil wurden 2013 in Leipzig pro Tag 200 000 Fahrzeugkilometer mehr zurücklegt als noch fünf Jahre zuvor. Das scheinbare Paradox erkläre sich durch den hohen Zuwachs der Einwohnerzahlen und damit auch der zurückgelegten Wege. Die Zahl der in Leipzig zugelassenen Pkw steige weiterhin jährlich um 3000 bis 5000. "Allerdings fahren deren Eigentümer damit nun etwas weniger."

Der Rückgang des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) beim Modal Split liege allein daran, dass im Umfragezeitraum 2013 große Teile des S-Bahn-Netzes sowie der Regionalzüge abgeschaltet waren - kurz bevor zum Jahresende der City-Tunnel eröffnet wurde. Insgesamt zeigten die Daten, dass Leipzig auf einem guten Weg sei, um die Ziele des neuen Stadtentwicklungsplans Verkehr zu erreichen, so Dubrau. Dieser peilt für das Jahr 2025 einen Modal Split von 30 Prozent Autoverkehr, 27 Prozent Fußgänger, 23 Prozent ÖPNV sowie 20 Prozent Fahrrad an.

Zur Nutzung des City-Tunnels wurden gestern erste Daten aus der Feinauswertung der kommunalen Bürgerumfrage für 2014 vorgestellt. Demnach nutzten im vergangenen Jahr fünf Prozent der Leipziger die S-Bahn, um in die Innenstadt zu gelangen. 2013 waren es lediglich zwei Prozent gewesen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2015

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