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Leipzigs Grüne auf der Suche nach einem neuen Gesicht: Kasek nimmt seinen Hut

Leipzigs Grüne auf der Suche nach einem neuen Gesicht: Kasek nimmt seinen Hut

Das krause Haar lässig zum Zopf gebunden, szeniges Outfit, das Fahrrad sein ständiger Begleiter, angetrieben von Idealen, gnadenlos gegenüber politischen Gegnern und jederzeit zu einer Provokation bereit: Acht Jahre lang war Jürgen Kasek das Gesicht der Leipziger Grünen, prägte trotz Doppelspitze wie kaum ein anderer die Öko-Partei.

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Jürgen Kasek gibt nach acht Jahren an der Spitze der Grünen den Posten auf. Er will für den Landesvorstand kandidieren.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Jetzt nimmt der 34-Jährige seinen Hut. Beim Parteitag in der kommenden Woche tritt er nicht wieder zur Wahl an. Leipzigs Grüne stehen vor einer Zäsur.

"Kontinuierliche Wechsel sind gut", meint Kasek. "Man muss bestimmte Routinen immer wieder ein Stück weit hinterfragen." Und neuen Leuten die Chance geben, Profil zu gewinnen. Mit sich ist er im Reinen. "Die Bilanz fällt doch sehr gut aus", findet er. Aus der ökologischen Nische herausgetreten, kommt an den Grünen heute niemand mehr vorbei, der in Leipzig etwas bewegen will.

Kasek: "Als ich am 13. Januar 2007 als Sprecher anfing, hatten wir 220, 230 Mitglieder. Heute sind wir knapp 400. Wir haben bei den Wahlen 2009 schon extrem zugelegt und auch in diesem Jahr noch mal. Bei der Landtagswahl im August haben wir das beste Ergebnis für die Grünen in Sachsen eingefahren."

Wie schwer sich die Landespartei aber noch mit den Leipzigern tut, musste der junge Rechtsanwalt in diesem Jahr selbst erleben. Er hatte fest damit gerechnet, auf einen aussichtsreichen Listenplatz für den Landtag gesetzt zu werden. Doch seine Rechnung ging nicht auf. Enttäuscht kehrte er im März vom Chemnitzer Nominierungskongress zurück. Es gebe, so Kasek, noch einiges an der Zusammenarbeit zwischen Leipzig und der Landesebene zu verbessern. Dabei steht mit Claudia Maicher durchaus schon eine Leipzigerin an der Spitze der sächsischen Grünen. Dennoch waren es vor allem Dresdner und Chemnitzer Kandidaten, die die vorderen Plätze belegten und heute im Landesparlament sitzen.

Für die Leipziger Grünen bedeutet der Parteitag am 13. Dezember einen personellen Schnitt. Denn nicht nur Kasek verzichtet auf eine Wiederwahl. Auch Co-Vorsitzende Petra Cagalj Sejdi (36) gibt ihr Amt auf. Sie will sich voll auf ihr neues Stadtratsmandat konzentrieren.

Hinter den Kulissen ist ein Tauziehen um die Nachfolge entbrannt. Satzungsgemäß wählen die Grünen eine Doppelspitze. Das heißt: Es steht zunächst die Vorstandssprecherin zur Abstimmung, die Besetzung des zweiten Sprecherpostens erfolgt dagegen geschlechterneutral. Am Montagabend lief die Bewerbungsfrist ab, innerhalb derer sich potenzielle Interessenten erklären sollten. Nichtsdestotrotz kann es dann auf dem Parteitag auch noch kurzfristige Kandidaturen geben.

Bislang hat sich um das Amt der Vorstandsprecherin lediglich Christin Melcher (31) beworben. Sie gehört derzeit als Beisitzer dem Vorstand an und ist durch ihre Arbeit bei der Leipziger Kita-Initiative bekannt geworden. Für die zweite Sprecherstelle stehen bislang drei Kandidaten in den Startlöchern: die Beisitzer Kornelius Unckell (49) und Carolin Waegner (29), die durch ihr Engagement für Demokratie, Zivilcourage und Flüchtlinge von sich Reden machte, sowie Lorenz Bücklein (34), der zuletzt Pressesprecher bei den Grünen in Baden-Württemberg war und nun nach Leipzig zurückkehrte. Bei der Konstellation besteht also durchaus die Möglichkeit, dass künftig erstmals zwei Frauen an der Spitze der hiesigen Grünen stehen.

Aus der Kommunalpolitik in Leipzig zieht sich Kasek zurück. Doch er versucht es noch mal in Dresden. Am 6. Dezember kandidiert er für das Amt des Landesvorstandssprechers, das durch den Rückzug von Volkmar Zschocke frei wird. Und wenn es wieder nichts wird? "Ich habe immer darauf geachtet, dass ich mir eine Existenz jenseits der Politik aufbaue", betont Kasek. "Mein Lebensmittelpunkt und meine Kanzlei bleiben so oder so in Leipzig."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.12.2014

Klaus Staeubert

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