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Lokales Leipzigs Grüne fordern mehr Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Stadtteilen
Leipzig Lokales Leipzigs Grüne fordern mehr Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Stadtteilen
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00:17 19.07.2017
In der City gibt es bereits viele Lademöglichkeiten, nicht aber in den Stadtteilen. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge über das Zentrum hinaus kommt nur schleppend voran. Bis 2019 will Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) zunächst eine „stadtteilbezogene Bedarfsanalyse für Elektrofahrzeuge für das gesamte Stadtgebiet“ vorlegen

„Das ist eine Farce“, echauffierte sich am Freitag Grünen-Stadtrat Michael Schmidt. Seine Fraktion fordere ein deutlich höheres Tempo beim Aufbau von Ladesäulen. Schmidt: „Welchen Anreiz soll denn der Verbraucher haben, sich ein E-Auto anzuschaffen und welchen Anreiz hat die Industrie, mehr und bessere E-Autos zu produzieren, wenn es keine Lademöglichkeiten gibt?

Bislang sind in Leipzig rund 180 E-Autos zugelassen. Die meisten der rund 160 Ladepunkte befinden sich in der Innenstadt. Es fehlten Angebote beispielsweise im Waldstraßenviertel, im Zentrum-Nordwest, in der Südvorstadt, in Schleußig, Plagwitz und Reudnitz. In den überwiegenden Stadtteilen gebe es maximal eine Ladestation.

„Derzeit verfügt die Stadt Leipzig über ein gut ausgebautes Netz an Ladestationen in ausreichender Anzahl, um den gegenwärtigen Bedarf zu decken“, hält Wirtschaftsbürgermeister Albrecht dagegen und zitiert Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Danach liegt Leipzig, was die Zahl der Ladepunkte betrifft, unter allen deutschen Städten auf Platz 5, gemessen an der Einwohnerzahl sogar auf dem dritten Platz. Grünen-Politiker Schmidt hält das für die falsche Herangehensweise. „Er zäumt das Pferd von der falschen Seite auf“, warf er Albrecht vor. „So wird man nie eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen.“ Zwei Jahre auf eine Bedarfsanalyse zu warten, sei reine Zeitverschwendung.

Die Grünen-Fraktion hatte beantragt, die Stadtverwaltung aufzufordern, noch bis Ende dieses Jahres einen zeitlich untersetzten Maßnahmeplan zum weiteren Ausbau der stadtteilbezogenen Ladeinfrastruktur vorzulegen. Ziel sei es, mit Kooperations- und Finanzierungspartnern eine deutliche Verbesserung der Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge in den Wohnquartieren außerhalb der Innenstadt zu erreichen. Schmidt: „Wir werden unseren Antrag daher im Stadtrat zur Abstimmung stellen.“

Im Frühjahr hatte Wirtschaftsbürgermeister Albrecht dem Stadtrat bereits ein Maßnahmeplan zum 2015 beschlossenen Programm „Leipzig – Stadt der intelligenten Mobilität“ vorgelegt (die LVZ berichtete). Dieser sieht auch den Ausbau der Lade-Infrastruktur vor. Bei der Erstellung eines entsprechenden Konzeptes würden Wirtschaft und lokale Akteure mit einbezogen, da diese die Infrastruktur künftig betreiben sollen. „Da es sich um eine sehr komplexe Materie handelt, die zudem sehr emotional und sensibel in den Stadtteilen mit zum Beispiel hohem Parkdruck intern und extern diskutiert werden muss (Bevölkerungsentwicklung, Nutzergruppen, Flächenverfügbarkeit im öffentlichen Raum, Privilegierung von Parkflächen), ist für die Konzepterstellung ein Zeitraum bis 2019 vorgesehen“, hieß es aus dem städtischen Wirtschaftsdezernat.

Von Klaus Staeubert

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