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Lokales Leipzigs Grüne wollen Regenwürmer retten
Leipzig Lokales Leipzigs Grüne wollen Regenwürmer retten
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23:59 27.08.2014
Chemie in der Landwirtschaft: Hier versprüht dieser Landwirt ein Pestizid auf seinem Getreidefeld. Quelle: Patrick Pleul

So wird jetzt beispielsweise viel über Bienensterben geredet. Gegen Gifte in Form von Pestiziden wollen die Grünen nun zu Felde ziehen. Sie möchten, dass zumindest die Stadt Leipzig auf ihren Einsatz verzichtet und damit eine Vorbildfunktion einnimmt. Und damit dem Beispiel Münchens folgt.

Ein Antrag im Stadtrat ist eingereicht. "Es geht uns nicht um Verbote. Es ist aber viel Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung nötig, um die negativen Auswirkungen des Einsatzes von Pestiziden zu erklären", sagt Norman Volger, der Fraktionschef. "Pestizide zerstören die Bodenfruchtbarkeit, sind schädlich für Wasserorganismen und haben negative Auswirkungen auf Bienen und andere Insekten sowie Vögel und Säugetiere. Sie sind auch mitverantwortlich für das zunehmende Artensterben."

In der Stadt werden laut Volger vor allem Herbizide eingesetzt, die den Anfang der Nahrungskette zerstören. So verhungern Jungvögel, weil ihnen Insekten als Futter fehlen, deren Futter durch Einsatz der Pestizide vergiftet wurde. Die Grünen sprechen sogar von "Massenmord an Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen". "In meinem Zuständigkeitsbereich werden keinerlei Pestizide eingesetzt", sagt Inge Kunath, die Leiterin des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, auf LVZ-Nachfrage. Sie könne aber nicht für die gesamte Stadt sprechen. Die Stadtreinigung, so Sprecherin Ute Brückner, müsse den Einsatz entsprechender Mittel im Spritz- oder Abstreichverfahren beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie beantragen.

Beim Einsatz von Pestiziden wird zwischen Kulturland und Nicht-Kulturland unterschieden. Auf Kulturland (Parks, Gärten, Forst) ist die Verwendung von Pestiziden grundsätzlich möglich. Auf Nicht-Kulturland - beispielsweise auf Straßen, Wegen, Plätzen, Böschungen, Grünflächen, Spiel- und Liegewiesen, Spielplätzen - dürfen sie nur mit Ausnahmegenehmigung eingesetzt werden. "Besorgte Bürger berichten vom zunehmenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Nicht-Kulturland", so Volger: "Das wachsende Bewusstsein für naturnahes Gärtnern im Kleingarten und der Wunsch, dort gesunde, pestizidfreie Pflanzen ziehen zu können, müssen berücksichtigt werden."

Die Grünen fordern, dass die Stadt einen Maßnahmeplan erstellt sowie dafür wirbt, auch auf Privatgrundstücken und in Gartenvereinen den Einsatz von Pestiziden einzudämmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2014

Mathias Orbeck

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