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Lokales Leipzigs HHL-Rektor Andreas Pinkwart: Gegen Legida nicht nachlassen
Leipzig Lokales Leipzigs HHL-Rektor Andreas Pinkwart: Gegen Legida nicht nachlassen
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21:05 06.03.2016
HHL-Rektor Andreas Pinkwart ruft zur Teilnahme an den friedlichen Protesten gegen Legida auf.  Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

 Andreas Pinkwart, Professor und Rektor an der „HHL Leipzig Graduate School of Management“ ruft zur Teilnahme an den Protesten gegen Legida auf. Er habe gegenüber Kollegen und Mitarbeitern auf die friedlichen Gegen-Demos verwiesen und dazu ermutigt, daran teilzunehmen. Dieses Zeichen hätten schon in der Vergangenheit alle Leipziger Hochschulen gesetzt. „Auch wenn es zermürbend erscheinen mag: Demokratie entscheidet sich nicht im Fernsehsessel“, betonte Pinkwart, „wir müssen auf die Straße gehen, für unsere Haltung einstehen.“

Das sei bislang gelungen und komme der Stadt zugute – nach außen, aber auch im Innenklima. „Toleranz und Weltoffenheit werden hier gelebt“, so Pinkwart. „Unsere Bürgergesellschaft ist helle und wach. Sie zeigt ihr Gesicht, wenn es darum geht, sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu stellen. Das stärkt die hier lebenden Menschen, die aus dem Ausland kommen – seien es Flüchtlinge oder die vielen anderen, die hier studieren, arbeiten oder Unternehmen gegründet haben.“

Für die besten praktischen Lösungen brauche es den politischen Wettbewerb, so Pinkwart. „Aber die Grundhaltung ist doch entscheidend. Und da sollten wir uns gegenseitig bestärken und ermuntern, hier ein Signal zu setzen.“ Es werde auch im Ausland anerkannt, wie klar sich die Leipziger bislang positioniert haben. „Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt nicht nachlassen. Wir sind durch das Dauerthema und die immer wieder stattfindenden Demonstrationen aufgerufen, unsere Haltung immer wieder neu zu dokumentieren und uns immer wieder neu gegen diese Demonstranten zu stellen, damit diese klare Haltung nicht ausgehöhlt und zermürbt wird. Wenn das hier nicht mehr so engagiert angegangen wird, könnten auch andere Bilder entstehen. Und das würde Leipzig massiv schaden.“

Es gehe ihm nicht um Parteipolitik, betonte Pinkwart auf die Frage nach Äußerungen aus der CDU, die sich gegen eine Teilnahme an den Protesten gegen Legida richten. „In der Frage müssen alle Demokraten klar sein und zusammenstehen.“ Das habe vergangene Woche auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich deutlich gemacht. Justizminister Sebastian Gemkow (beide CDU) habe ebenfalls an Protesten gegen Fremdenfeindlichkeit teilgenommen.

Man könne in Leipzig nicht alle Probleme lösen, müsse aber ein Verständnis dafür entwickeln, wie einerseits akut geholfen werden kann und andererseits Krisenherde strategisch bewältigt werden können. „Wir wollen hier verantwortliche Führungskräfte und den akademischen Nachwuchs ausbilden – dann müssen wir uns auch mit den Themen der Zukunft auseinandersetzen.“ Auch der Transformationsprozess sei in den östlichen Bundesländern nicht einfach gewesen. Er sei sicher, dass das Land an der gegenwärtigen Aufgabe ebenfalls wachsen könne, so Pinkwart. Man dürfe nur nicht davon ausgehen, dass nun alles schlechter werde – dann drohe eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Es gehe vielmehr darum, sich proaktiv einzumischen und die besten Wege zu suchen anstatt wegzuschauen. Pinkwart: „Wir schaffen das, wenn wir alle daran mitarbeiten.“

Von Björn Meine

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