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Leipzigs Hauptbahnhof feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag

LVZ-Serie zum Jubiläum Leipzigs Hauptbahnhof feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag

Aus vier mach eins: Leipzigs imposanter Hauptbahnhof feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Das bekannte Bauwerk hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die LVZ blickt in einer Serie zurück und beleuchtet zum Start, was vor dem eigentlichen Bau geschah.

Quelle: LVZ

Leipzig. Leipzig nahm im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine rasante Entwicklung, knackte um 1870 die den Rang einer Großstadt bedeutende Marke von 100.000 Einwohnern - klar, dass sich dies auch massiv auf den Reise- und Güterverkehr niederschlug. Problem: Die Eisenbahnanlagen auf den vielen Leipziger Bahnhöfen - Dresdner, Magdeburger, Thüringer, Berliner, Bayerischer und Eilenburger - waren teils veraltet und vor allem den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Hinzu kamen noch äußerst unbequeme Wege, die den Reisenden innerhalb Leipzigs zugemutet wurden.

Diese Zustände schrien geradezu nach einer Lösung. Doch auch im Eisenbahnwesen herrschte eine große Kleinstaaterei. Zudem befand sich ein Großteil der Eisenbahnunternehmen noch in privater Hand. Erst die Übernahme der privaten Aktiengesellschaften durch den Staat ermöglichten umfangreiche Investitionen. Sachsens Regierung war zwar schon seit 1847 Eigentümer der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn, übernahm aber die Leipzig-Dresdner Linie erst 1876. Beide wurden 1895 zu den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen vereinigt.

Doch Sachsen war nur einer der Protagonisten beim Ringen um einen modernen Fernbahnhof. Denn das Königreich Preußen hatte die Magdeburger-Leipziger Eisenbahn aufgekauft und besaß weitere Eisenbahngesellschaften. Somit verkehrten in Leipzig Züge zweier Teilstaaten des Deutschen Reiches, die zudem teils unterschiedliche Interessen, manchmal sogar gegensätzliche hatten. Es wurde auch vom preußisch-sächsischen Eisenbahnkrieg gesprochen.

Nichtsdestotrotz begannen Verhandlungen zwischen allen Beteiligten, die in einen Staatsvertrag zwischen der sächsischen und der preußischen Regierung mündeten, der Mitte 1884 unterzeichnet wurde. Darin wurde der Bau eines gemeinschaftlichen Personenhauptbahnhofs mit entsprechenden Güterverkehrs- und Rangieranlagen fixiert. Doch bis zum Baubeginn gingen wie bekannt noch Jahrzehnte ins Land. Ab 1887 begutachteten Vertreter beider Staatsregierungen verschiedene Entwürfe - teils als Durchgangs-, teils als Kopfbahnhof ausgeführt.

Eine Einigung wurde jedoch nicht so schnell erzielt. Hintergrund: Die Sächsischen Staatsbahnen wollten einen Durchgangsbahnhof auf der Flur Schönefeld. Den lehnten die Preußen aber ab, weil sie eine zu starke Konkurrenz zu ihrem 1890 eröffneten sowie florierenden Durchgangsbahnhof im nahen Halle fürchteten.

Als dritter Interessent an einem Bahnhofsneubau kam nun die Stadt Leipzig ins Spiel, die aus messetechnischen Gründen eine möglichst zentrumsnahe Lage wünschte und sich aus städtebaulichen Gründen gegen die Errichtung eines Durchgangsbahnhofs auf Schönefelder Flur aussprach.

Dies spielte den Preußen natürlich in die Hände. Mit dem städtischen Verbündeten kam 1898 eine Einigung zustande, wonach ein gemeinsamer Kopfbahnhof am Georgiring auf dem Gelände des Thüringer, Magdeburger, Dresdner und Berliner Bahnhofs gebaut werden sollte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2015

Historische Leipzig - in Text und Bildern.

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