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Lokales Leipzigs IHK-Vizechefin muss gehen
Leipzig Lokales Leipzigs IHK-Vizechefin muss gehen
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19:42 13.12.2018
Wurde vom Präsidium nach 20 Jahren im Amt abberufen: Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Leipzig, Rita Fleischer. Quelle: Frank Prenzel
Leipzig

In der Leipziger Industrie- und Handelskammer (IHK) rumort es: Weil es in der kammereigenen Prüfungsorganisation offenbar zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, muss die für den Bereich zuständige stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Rita Fleischer (58) ihren Hut nehmen – nach 20 Jahren im Amt. Sie trage damit die politische Verantwortung für Fehler der ihr unterstellten Abteilung, hieß es in IHK-Kreisen. Auch die für den Bereich zuständige Abteilungsleiterin wurde abgesetzt.

Die IHK selbst hielt sich am Donnerstag bedeckt zu den Vorfällen. „Wir können bestätigen, dass Frau Rita Fleischer in der letzten Woche vom IHK-Präsidium als Geschäftsführerin Grundsatzfragen beurlaubt und als stellvertretende Hauptgeschäftsführerin abberufen wurde“, erklärte IHK-Präsident Kristian Kirpal (45) knapp auf Nachfrage. Gründe für die Personalie wollte er nicht nennen. „Das sind Interna“, so sein Sprecher. Auch Fleischer selbst wollte sich gegenüber der LVZ nicht äußern.

Einstimmiges Votum im Präsidium

Nach LVZ-Informationen erfolgte die Abberufung am Dienstag vergangener Woche auf der turnusgemäßen Sitzung des IHK-Präsidiums, das einmal im Monat unter Vorsitz Kirpals zusammentritt. Acht der neun ehrenamtlichen Präsidiumsmitglieder waren anwesend – und stimmten am Ende einstimmig für die Abberufung der langjährigen Vize-Hauptgeschäftsführerin, die zugleich Geschäftsführerin für den Bereich Grundsatzfragen war.

Was genau zu dem überraschenden Schritt führte, blieb im Dunkeln. Offenbar gab es aber ein schweres Problem in der Abteilung Prüfungsorganisation, die Fleischer unterstellt war. Die Leiterin der Abteilung, die unter anderem für die IHK-Abschlussprüfungen aller Azubis verantwortlich ist, wurde vom Präsidium auf derselben Sitzung ebenfalls mit sofortiger Wirkung abberufen.

Das Fehlverhalten war offenbar so schwer, dass auch die für den Bereich zuständige Geschäftsführerin Fleischer gehen musste. Sie trage damit aber eher die politische Verantwortung für den ihr unterstellten Bereich, hieß es in IHK-Kreisen.

Nachfolger sofort bestellt

Fleischers Nachfolge wurde sofort geregelt: Mario Bauer (48), bisher schon Geschäftsführer Dienstleistungen der IHK, „wurde mit sofortiger Wirkung als stellvertretender Hauptgeschäftsführer bestellt“, sagte Kirpal. Fleischers zweiter Posten als Geschäftsführerin Grundsatzfragen wurde getrennt besetzt: Gert Ziener (46), zuvor als Abteilungsleiter Wirtschafts- und Bildungspolitik Fleischer direkt unterstellt, rückte auf ihren Posten auf. Noch unbesetzt ist dagegen der Posten der abgesetzten Leiterin der Prüfungsorganisation – und ebenso Zieners bisheriger Posten an der Spitze der Abteilung Wirtschafts- und Bildungspolitik.

Mit Fleischer verlässt ein Urgestein die Leipziger IHK. Die studierte Diplom-Ökonomin, die ihren Abschluss 1984 an der heutigen Handelshochschule Leipzig (HHL) machte, hatte bereits 1990 bei der Kammer angefangen und stieg 1998 dann zur stellvertretenden Hauptgeschäftsführerin auf. Sie ist zudem Vorsitzende des Vereins Sächsisches Wirtschaftsarchiv.

An der IHK-Basis wurde der unrühmliche Abgang, den die Kammer bisher nur intern verlautbart hat, mit Verwunderung und Bedauern aufgenommen. „Ich habe volle Hochachtung für ihre Leistung“, sagte ein Mitglied, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte. Fleischer habe über all die Jahre eine tolle Arbeit geleistet und sich großen Respekt verschafft. Der Kammer gehören alle 67 000 Gewerbetreibenden mit Ausnahme der Handwerker und Freiberufler im der Stadt Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen an.

Von Frank Johannsen und Ulrich Langer

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