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Lokales Leipzigs Karl-Heine-Straße wird Großbaustelle
Leipzig Lokales Leipzigs Karl-Heine-Straße wird Großbaustelle
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22:02 10.04.2018
Autofahrer sollen diese Umleitung nehmen: Von der Käthe-Kollwitz-Straße über die Marschnerstraße und Karl-Tauchnitz-Straße zur Wundtstraße und von dort um den Schleußiger Weg, die Rödelstraße und die Erich-Zeigner-Allee wieder zur Karl-Heine-Straße.
Leipzig

Die Stadt unternimmt einen zweiten Anlauf, um die marode Plagwitzer Brücke und die Karl-Heine-Straße von der Ferdinand-Lassalle-Straße bis zur Erich-Zeigner-Allee zu sanieren: Am 7. Mai wird die wichtige Verbindung in den Leipziger Westen für den Durchgangsverkehr gesperrt und eine weiträumige Umleitung ausgeschildert. Auch die Straßenbahnlinie 14 wird gekappt und der Klingerhain mit einem neuen Weg komplettiert.

Ursprünglich wollten die Tiefbauer der Stadt schon im vergangenen September loslegen. Doch die Fördermittel flossen nicht wie geplant, und auch der Neubau der Plagwitzer Brücke musste deutlich teurer kalkuliert werden als ursprünglich gedacht. Doch jetzt sind diese Probleme gelöst – und die Plagwitzer Brücke ist so stark verschlissen, dass zwingend gehandelt werden muss. „Die Konstruktion stammt aus dem Jahr 1961 und war schon damals nur als Dauerbehelfsbrücke gebaut worden“, erklärte Brückenplaner Detlef Böttcher am Montagabend auf einer Informationsveranstaltung in der Helmholtzschule.

Haltestelle auf der Brücke

Mit 6,2 Millionen Euro ist der Bau einer neuen Brücke der mit Abstand teuerste und zeitaufwändigste Abschnitt des insgesamt 12,8 Millionen Euro teuren Vorhabens – auch weil die Planer auf der neuen Konstruktion den landwärtigen Teil einer behindertengerechten LVB-Straßenbahnhaltestelle „Nonnenstraße“ integrieren wollen. Auf der Brücke und im übrigen Baustellenbereich werden an beiden Seiten Fahrradstreifen angelegt. Für Autofahrer soll es auf der Konstruktion stadtauswärts drei Fahrspuren geben: Eine in jede Richtung sowie eine Linksabbiegespur in die Nonnenstraße. Auf den Geradeausspuren müssen sich die Autofahrer den Platz mit der Straßenbahn teilen. „Die Brücke wird eine Betonplatte, die auf Stahlträgern ruht“, so Böttcher. Dieser Bautyp erfordere wenig Wartungsaufwand und ermögliche auf der Weißen Elster eine Durchfahrtshöhe für Motorboote von 1,90 Meter. Während der Bauzeit gibt es für Fußgänger und Radfahrer eine Behelfsbrücke.

Auch der Bereich zwischen Ferdinand-Lassalle-Straße und Erich-Zeigner-Allee wird erheblich umgestaltet. Dort fallen auf der landwärtigen Seite 48 Autostellplätze weg, damit die Fahrradstreifen angelegt werden können. Zwischen Kolbestraße und Klingerweg soll der Baubereich bis zu den Bauwänden der angrenzenden Häuser ausgedehnt werden – weil dort nicht nur die Fahrbahnen und Straßenbahngleise komplett erneuert werden, sondern im Untergrund auch an mehreren Leitungen gearbeitet wird. Zwischen Alte Straße und Forststraße soll ein zusätzlicher Haltepunkt der Straßenbahn entstehen, der für die zukünftigen Gymnasiasten in der Karl-Heine-Straße 22b gedacht ist. Dieser neue Stopp wird allerdings noch nicht barrierefrei ausgeführt – das soll später nachgeholt werden.

Während der gesamten 18-monatigen Bauzeit wird der Durchgangsverkehr weiträumig umgeleitet (siehe Skizze). Die Planer gehen allerdings davon aus, dass sich Ortskundige auch noch andere Ausweichstrecken suchen werden – zum Beispiel über Lützner Straße/Jahnallee oder über die Zschochersche Straße. „Fast während der gesamten Bauzeit bleibt der Klingerweg geöffnet“, betonte Ralf-Michael Göhner vom Verkehrs- und Tiefbauamt. Vor allem Anwohner der südlich der Karl-Heine-Straße gelegenen Straßen könnten dann diese Verbindung nutzen, um nach Hause zu kommen. Für Anlieger soll auch die Karl-Heine-Straße unter Baustellenbedingungen stadteinwärts nutzbar sein.

Die Straßenbahnlinie 14 wird ebenfalls schon am 7. Mai gekappt. Die 14 fährt dann ab Westplatz über Waldplatz, Angerbrücke und Felsenkeller zum Straßenbahnhof Plagwitz. Dabei kann die Haltestelle „Nonnenstraße“ nicht bedient werden. Die Linien 1 und 2 sowie der Nachtbus fahren wie gewohnt über den Klingerweg.

Der Zeitplan sieht vor, den Baubereich am 7. Mai für den Durchgangsverkehr zu sperren und am 18. Juli südlich der Plagwitzer Brücke die Behelfsbrücke in Betrieb zu nehmen. Am 6. August soll dann der Abbruch der alten Konstruktion starten; am 10. September der Neubau beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, soll am 15. Juli 2019 auf der neuen Brücke der nördliche Gehweg für Fußgänger nutzbar sein. Anschließend soll bis zum 3. August 2019 die Behelfsbrücke zurückgebaut werden und bis zum 13. Oktober 2019 der Straßen- und Gleisbau auf der neuen Konstruktion ablaufen. Für den 14. Oktober 2019 ist die Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnhaltestelle auf der Brücke geplant; am 25. Oktober 2019 soll auch der Autoverkehr wieder durch den gesamten Bauabschnitt rollen.

Ingenieurbüro wird Ansprechpartner

Parallel zu den Arbeiten an der neuen Brücke soll westlich davon die Bauschlacht in der Karl-Heine-Straße toben. Koordiniert werden die Arbeiten auch dort vom Leipziger Ingenieurbüro Albrechtplan, das auch Ansprechpartner für Anlieger vor Ort wird. Das Büro könne bei Problemen unter der Rufnummer 0163 3057211 angeklingelt werden, hieß es am Montagabend. Mail-Anfragen seien unter plagwitzer-bruecke@leipzig.de möglich;. Im Internet sollen die Projektdetails in einigen Tagen unter www.leipzig.de/plagwitzer-bruecke abrufbar sein.

Von Andreas Tappert

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