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Lokales Leipzigs Kulturbürgermeister Faber verabschiedet
Leipzig Lokales Leipzigs Kulturbürgermeister Faber verabschiedet
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09:36 17.01.2017
Mit anerkennenden Worten verabschiedet: Michael Faber (2.v.l.) – hier mit Partnerin Maria Borcsa, Burkhard Jung und Partnerin Ayleena Wagner sowie Ulf Schirmer (v.l.).  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Er hat in seiner Amtszeit – 2009 bis Mitte der Woche – viel Schelte einstecken müssen: Leipzigs Kulturbürgermeister (nunmehr a.D.) Michael Faber. Doch am Donnerstag, zur feierlichen Verabschiedung durch die Stadtspitzen, fielen letztlich viele freundlich-anerkennende Worte. Den Ort für die Feierlichkeit hatte er selbst gewählt – Leipzigs Oper. „Was mich sehr freute“, so Intendant Ulf Schirmer. „Denn ich habe festgestellt, dass er oft unser Haus besucht – und zwar aus echtem Interesse, was bei Politikern nicht selbstverständlich ist!“

Am „Wunschort“ nun füllte sich am Vormittag das Foyer ordentlich: Neben Bürgermeistern und Stadträten wurden beispielsweise auch Feingeister wie Wolf-Dietrich Speck von Sternburg, Michael Kölmel, und Küf Kaumann (namens der Jüdischen Gemeinde) gesichtet. Ebenso freilich die leitenden Persönlichkeiten jener Einrichtungen, die das Kulturdezernat vereint – es reicht bekanntlich über sämtliche Musentempel, Museen und Bibliotheken bis hin zu Volkshochschule, Marktamt und Zoo. „Aufgaben waren da wahrlich viele da“, so Oberbürgermeister Burkhard Jung. Und Faber habe Leipzigs Kultur „mit gestaltet, mit befördert“. Jung erinnerte daran, dass in dessen Amtszeit umfangreiche investive Maßnahmen fielen – etwa der Umbau des Thomas-Alumnat, die Sanierung der Stadtbibliothek, die Baumaßnahmen bei Oper, Musikalischer Komödie, Gewandhaus und Schauspielhaus. Faber habe wichtige Projekte auf den Weg gebracht – wie die Erhöhung der Fördermittel für „das schwierige Feld der Freien Szene“ und die Entscheidung fürs Naturkundemuseum in der Baumwollspinnerei. Zudem seien in seiner Ära viele Jubiläen als Großveranstaltungen zu einem Anziehungspunkt für die Stadt geworden. „Es ist ihm gelungen, Leipzig als wesentlichen Standort für Kultur zu stärken“, lobte Jung, und merkte zugleich wohl mit Blick auf ein mal knapp gescheitertes Amtsenthebungsverfahren an: „Wir zwei haben es uns nicht leicht gemacht. Unser Konflikt führte zu einer Veränderung der Zuständigkeiten. Aber nicht zur Feindschaft! Es ist bemerkenswert, wie loyal Michael Faber ruhig und sachlich an meiner Seite weitergearbeitet hat. Er hat eine feine Art, mit Bildung zu antworten, wo andere schwätzen. Er brannte stets für die Sache. Und dafür möchte ich mich bei ihm bedanken!“

In seinen abschließenden, sehr launig gehaltenen Worten appellierte der Ex-Bürgermeister nicht zuletzt angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen an, die Kultur künftig „mehr mit einzubinden“. Sie müsse „den elitären Mantel“ ablegen. Und: „Kulturpolitik und Bildung müssen enger zusammenarbeiten!“, sagte Faber – und dann schlicht „Tschüss!“.

Von Angelika Raulien

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