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Lokales Leipzigs Kulturbürgermeister gegen Badewannen-Verbot am Völkerschlachtdenkmal
Leipzig Lokales Leipzigs Kulturbürgermeister gegen Badewannen-Verbot am Völkerschlachtdenkmal
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11:36 19.07.2012
Feucht-fröhliches Vergnügen vor dem Völkerschlachdenkmal: das Leipziger Badewannenrennen in seiner 20. Auflage. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Faber stellte aber auch fest, dass es nach Beginn der Sanierung des Wasserbeckens keine weiteren Rennen an dieser Stelle geben kann. „Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig hat dem Veranstalter seit jeher deutlich gemacht, dass eine Durchführung des Badewannenrennens einzig bis zur grundhaften Sanierung des Wasserbeckens denkbar ist“, erklärte Faber. Nach derzeitigem Stand der Planungen soll das Becken im Schatten des Mahnmals nach den Gedenkfeiern im kommenden Jahr erneuert werden. Die Feierlichkeiten erreichen im Herbst 2013 ihren Höhepunkt, das Badewannenrennen findet traditionell Anfang Juli und somit im kommenden Jahr letztmalig im Schatten des Mahnmals statt.

Der Kulturbürgermeister erklärte in seinem Schreiben an die CDU-Fraktion zudem, dass er die jährlich von Tausenden gesäumte Sause für völlig unschädlich für das Völkerschlachtdenkmal hält, allerdings auch für verzichtbar an diesem Ort. „Die Veranstaltung findet seit mehreren Jahren auch mit ausdrücklicher Billigung und verschiedentlicher Beteiligung des Fördervereins Völkerschlachtdenkmals statt, der hier ein Podium für sein Anliegen vor einem explizit jungen Publikum findet, das er ansonsten eher weniger erreicht“, sagte Faber. Ebenso habe das Stadtgeschichtliche Museum keine Einwände gegen das Rennen, da zwischen Bauwerk mit Krypta und vorgelagertem Park zu unterscheiden sei.

Mitte Juni hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Feist ein Verbot des seit 20 Jahren vom Soziokulturzentrum naTo veranstalteten Badewannenrennens am Völkerschlachtdenkmal gefordert und damit sowohl Zustimmung, als auch Ablehnung aus der Bürgerschaft erhalten.

Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer warf der Stadtspitze sogar vor, mit dem Denkmal zu fremdeln. "Ich bin fassungslos, wie man in Leipzig mit diesem Denkmal umgeht: Auf der einen Seite stellt die Stadt permanent Forderungen nach mehr Geld für seine Sanierung, auf der anderen Seite nimmt sie die Verantwortung für ein Denkmal mit so einer Geschichte nicht wahr. Das ist ungefähr so, als würde jemand zu einer Rave-Party in die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen einladen", hatte Kretschmer vor wenigen Wochen erklärt.

Matthias Puppe

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