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Lokales Leipzigs Migrantenbeirat unterstützt Flüchtlingskonzept – Initiativkreis kritisiert Stadt
Leipzig Lokales Leipzigs Migrantenbeirat unterstützt Flüchtlingskonzept – Initiativkreis kritisiert Stadt
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15:09 27.06.2012
Blick auf die Messestadt Leipzig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

„Einige von uns haben selbst in Sammelunterkünften gelebt, und weil wir die Lebenssituation in solchen Unterkünften kennen, beziehungsweise am eigenen Leibe gespürt haben, begrüßen wie die in dem neuen Konzept enthaltenen Ansätze für ein besseres Wohnen für Flüchtlinge“, erklärte die Beiratsvorsitzende Marcela Zuñiga Medina.

Das Anfang Mai von Sozialbürgermeister Thomas Fabian vorgestellte Konzept sei ein Fortschritt im Vergleich zu früheren Lösungen, da die geplante Unterbringung in kleineren Wohneinheiten, statt in großen Heimen am Stadtrand, „menschenwürdigeres Wohnen bedeutet“, erklärte die gebürtige Chilenin. Zugleich kündigte sie aber an, dass der Beirat sich intensiv mit Fabians Ideen auseinandersetzen wird und dem Stadtrat unter Umständen noch Verbesserungsvorschläge unterbreiten will.

Zudem betonte Zuñiga Medina, dass die Integration von Flüchtlingen nicht nur die Aufgabe der Stadtverwaltung, sondern eine zivilgesellschaftliche Herausforderung ist und nannte das Leipziger Patenschaftsmodell als gutes Beispiel. Genau jene individuelle Betreuung habe bisher noch keine Entsprechung im neuen Konzept der Stadt gefunden.

Derweil hat der „Initiativkreis Menschen.Würdig“ die Stadtverwaltung harsch kritisiert, weil ihm eine Informationsveranstaltung im Flüchtlingsheim in der Torgauer Straße untersagt worden sei. „Uns interessiert, was die Flüchtlinge und Asylsuchenden von diesem Konzept halten und ob es aus ihrer Sicht eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen darstellen würde“, erklärte Sprecher Kim Schönberg am Mittwoch. Deshalb wollte die Initiative am vergangenen Freitag vor Ort mit den Bewohnern sprechen.

Eine entsprechende Genehmigung der Veranstaltung durch das zuständige Sozialamt soll aber ausgeblieben sein. Schönberg forderte die Stadtverwaltung deshalb nun auf, „die Asylsuchenden umgehend über die geplanten Veränderungen zu informieren sowie bis zum Beschluss des Konzeptes die Asylsuchenden als auch den Initiativkreis zu einem kooperativen und konstruktivem Gespräch einzuladen.“

Matthias Puppe

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