Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzigs Müllfeuerwehr & Co. kämpfen gegen rund 1800 Tonnen illegale Abfälle
Leipzig Lokales Leipzigs Müllfeuerwehr & Co. kämpfen gegen rund 1800 Tonnen illegale Abfälle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:44 21.03.2017
Dreck-Ecken wie an der Franz-Flemming-Straße sind ein Fall für die Leipziger Müllfeuerwehr. Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

Mit der Bürgeraktion „Frühjahrsputz“ engagieren sich Leipziger Vereine, Schulklassen und Initiativen noch bis zum 13. April in vielen Aktionen für eine saubere Stadt. Und das ist offenbar dringend nötig: Illegale Müllablagerungen und gedankenlose Wegwerf-Mentalität sorgten 2016 für einen Berg von 1786 Tonnen Müll. Die Stadt versucht, mit schnellen Eingreiftruppen und Hotline dem Problem Herr zu werden.

Schrott, Tüten, Behälter und Abfall jeglicher Art verunstalten eine Ecke im Bereich Franz-Flemming-Straße, Ecke Merseburger Straße, nahe dem evangelischen Friedhof Lindenau. „Was dort an Müll entsorgt wird ist wirklich nicht mehr normal!“, ärgert sich Anwohner Martin Eckert. Auch in dem Gebüsch an den Sportanlagen, gegenüber der Tankstelle an der Merseburger Straße, sehe es nicht besser aus, weiß Eckert.

Ein typischer Fall für die Müllfeuerwehr, die Eingreiftruppe des Kommunalen Eigenbetriebs Engelsdorf. 25 Säcke mit Restmüll, einen Kubikmeter Elektroschrott und zwei Kubikmeter Sperrmüll klauben die Sauberleute aus dem Unterholz am Friedhof. „Diese Fläche stellte bisher keinen Kontrollschwerpunkt dar“, heißt es aus dem Ordnungsamt. Möglicherweise ändert sich das jetzt. Die große Menge an Müll lasse darauf schließen, dass der relativ abgelegene Platz schon über längere Zeit als Kippe genutzt wurde, so die Behörde.

Schmuddelecke nahe dem evangelischen Friedhof Lindenau. Quelle: Dirk Knofe

Knapp 400 Aufträge hat das Sauberkeitsprojekt „Müllfeuerwehr“, eine vom Jobcenter geförderte Maßnahme, allein in den ersten drei Monaten des Jahres abgearbeitet, 1334 waren es im Jahr 2016. Insgesamt registrierte das Ordnungsamt im vergangenen Jahr 4202 Hinweise auf Dreck-Ecken. Die kamen zum Teil vom Stadtordnungsdienst, zum Teil durch Bürger. „Grundsätzlich besteht das Problem ganzjährig und für das ganze Stadtgebiet“, so Ordnungsamtsleiter Helmut Loris.

“Unterwegsabfall“ in den Parks

Eine Top-Ten der Schmuddelecken Leipzigs kann die Behörde nicht nennen, aber vor allem an abgelegeneren Orten finden die städtischen Sauberkeitshüter der „Blau-Gelben Engel“ und ihre Kollegen von der Müllfeuerwehr Erstaunliches. Alte Reifen, Schadstoffe, Gewerbeabfälle und mehr landen in der Botanik. In den Parks und Grünflächen kommen die „Unterwegsabfälle“ dazu.

Erhebliche Anstrengungen unternehme die Stadt das ganze Jahr über, „um dem Problem der illegalen Abfallablagerungen beizukommen“, so Loris weiter. Das Gebaren der Müllrowdys findet die Stadt reichlich überflüssig, weist auf 17 Wertstoffhöfe hin – oder den kostenpflichtigen Abholservice der Stadt. Gut angenommen wird auch der Online-Verschenkemarkt der Stadtreinigung. Auf der Webseite können kostenlos Möbel, Elektrogeräte, Einweckgläser und mehr weitergegeben werden. Wer draußen dennoch über Dreck-Ecken stolpert, kann diese über das Ordnungstelefon unter (0341) 123-8888 der Stadt melden.

Über die legalen Wege ist das Müllaufkommen in Leipzig übrigens minimal gesunken. Die 560.472 Einwohner Leipzig produzierten laut Abfallbilanz der Stadtreinigung statistisch gesehen im vergangenen Jahr pro Kopf 375 Kilogramm Abfall. Das ist ein Kilogramm weniger als noch 2015.

Von Evelyn ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Stadt übernimmt vom Ökolöwen - „Mach’s leiser“ kommt noch mehr in Fahrt

Das vom Leipziger Umweltbund Ökolöwe entwickelte Modellprojekt „Mach’s leiser“ wird zu einer Erfolgsgeschichte: Die Stadt greift es auf und stellt 250 000 Euro zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Stötteritz bereit.

23.03.2018

Vom 5. bis 18. Juni gehen die Leipziger Umwelttage in die nächste Runde. Noch bis 31. März haben Interessierte die Möglichkeit, sich für das umfangreiche Programm anzumelden.

20.03.2017

Leipzig verwandelt sich in den größten Lesesaal Europas: Zur Buchmesse von Mittwochabend bis Sonntag kommen rund 3000 Mitwirkende und 260 000 Bücher-Freunde in die Stadt. Die Bettensituation hat sich etwas entspannt, da es in Leipzig jetzt deutlich mehr Hotelzimmer gibt. Dafür müssen die Hotels im Leipziger Speckgürtel Einbußen hinnehmen.

23.03.2017
Anzeige