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Lokales Leipzigs NPD-Stadträte ziehen in Odermannstraße – In Landespartei brodelt es
Leipzig Lokales Leipzigs NPD-Stadträte ziehen in Odermannstraße – In Landespartei brodelt es
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19:22 05.03.2012
Am Leipziger NPD-Zentrum in der Odermannstraße hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Ein Raum für Nazis“. Die Stadträte Klaus Ufer und Rudi Gerhard haben dort nun ihr Büro bezogen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Auf Landesebene brodelt es bei der NPD indes gewaltig: Nach Informationen der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Linke) soll der gesamte Kreisvorstand im Landkreis Leipzig aus der Partei ausgetreten sein.

Der Landespressesprecher der NPD, Jürgen Gansel, konnte den Rücktritt am Montagnachmittag gegenüber LVZ-Online noch nicht bestätigen. Er erklärte jedoch, dass es mit dem Gremium einen „seit länger schwelenden Konflikt“ gebe. "Es ist nicht auszuschließen, dass ein Austritt nicht an uns gemeldet wurde. Der Kreisvorstand hat sich in letzter Zeit einer vernünftigen Zusammenarbeit entzogen“, so Gansel.

Streit zwischen Apfel und Scheffler spitzt sich zu

Köditz vermutet als Grund für den Bruch innerhalb der Nationaldemokraten den von Bundesparteichef Holger Apfel beschworenen Kurs der „seriösen Radikalität“. Apfel hatte seit 2008, damals noch als sächsischer Landeschef, Mitgliedern der Neonazi-Vereinigung Freies Netz die Tür zur Partei geöffnet, um die Basis zu stärken. Inzwischen soll er sich aber mit dem Vize-Landeschef und Delitzscher NPD-Stadtrat Maik Scheffler, der als Gründer des Freien Netzes gilt, sowie weiteren Parteimitgliedern aus der Region Leipzig überworfen haben.

Mit dem Rücktritt der Leipziger Kreisspitze ist der Streit nun offenbar eskaliert. Alle neun Vorstandsmitglieder sollen bei einer Sitzung am Sonntag das Handtuch geworfen haben, darunter auch der Mutzschener Kreisvorsitzende Marcus Müller. Der Leipziger NPD-Kreisverband, mit rund 80 Mitgliedern einer der größten in Sachsen, sei ohne Vorstand derzeit „faktisch handlungsunfähig“, konstatiert Köditz, antifaschistische Sprecherin der Linken im Landtag.

Leipzigs JN-Chef Tommy Naumann droht ebenfalls mit Rücktritt

NPD-Sprecher und Landtagsabgeordneter Jürgen Gansel erklärt, dass sich seine Fraktion von Tommy Naumann trennen wolle. Zu den Gründen schweigt er. Quelle: dpa

Wie die Redaktion des Leipziger Newsflyers Gamma berichtet, haben die internen Differenzen offenbar auch bei den Jungen Nationaldemokraten (JN) bereits zu Konsequenzen geführt. Der Leipziger Landeschef der NPD-Jugendorganisation, Tommy Naumann, habe „aus Protest“ seinen Rückzug angekündigt. Grund soll seine Kündigung als Fraktionsmitarbeiter im sächsischen Landtag sein.

NPD-Sprecher Gansel bestätigte, dass sich die Fraktion von Naumann trennen wolle. Zu Gründen äußerte er sich nicht und verwies auf „Betriebsangelegenheiten“. Naumann wehre sich derzeit vor dem Arbeitsgericht gegen die Entlassung, erklärte Gansel. Bis das Urteil feststehe, werde er offiziell noch als Mitarbeiter geführt. Von einem angekündigten Rücktritt als sächsischer JN-Chef wusste der NPD-Sprecher jedoch nichts. „Er wird das Amt weiter ausführen“, sagte Gansel. Die JN gehören seit Jahren zu den regelmäßigen Nutzern in der Odermannstraße, organisierten dort unter anderem Kampfsport-Veranstaltungen.

Wie sich die NPD in Leipzig um Schadensbegrenzung bemüht, lesen Sie auf Seite 2.

Robert Nößler

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