Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzigs NPD-Stadträte ziehen in Odermannstraße – Seite 2
Leipzig Lokales Leipzigs NPD-Stadträte ziehen in Odermannstraße – Seite 2
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:39 17.07.2015
Sieht ein „Problem der Überfremdung in Leipzig“: NPD-Stadtrat Klaus Ufer. Quelle: André Kempner
Anzeige

ig verteilten Flyer im A5-Format Werbung in eigener Sache. Der Zettel, der vergangene Woche in Briefkästen im Leipziger Osten steckte, verkündet: „NPD gewinnt in Leipzig an Gewicht“. Ufer, der auf dem Foto nachdenklich mit der Faust sein Kinn stützt, betreibt Imagepolitik mit fremdenfeindlichen Parolen. Der 71-Jährige prangert ein „Problem der Überfremdung in Leipzig“ an, beschreibt die wirtschaftliche und politische Situation in der Messestadt als „ratlos, hilflos und katastrophal“. Konstruktive Inhalte: Fehlanzeige.

In das Objekt in der Odermannstraße, an dem neuerdings ein Plakat mit der Aufschrift „Ein Raum für Nazis“ prangt, laden Ufer und sein Kollege Rudi Gerhardt nun einmal pro Monat zur Bürgersprechstunde. Erforderlich ist dafür laut Pressemitteilung des NPD-Kreisverbandes eine „fernmündliche Voranmeldung“.

Die beiden Stadträte traten damit zum 1. März in Lindenau die Nachfolge von Winfried Petzold an, der das NPD-Zentrum seit 2008 als Bürgerbüro genutzt hatte und im Dezember nach langer Krankheit verstorben war. Sein Landtagsmandat übernahm der neue NPD-Landesvorsitzende Mario Löffler – auch gegen ihn soll sich die Kritik des Leipziger Kreisverbands mit dem Austritt richten. Den meisten Parteimitgliedern gilt der Erzgebirgler als zu gemäßigt, einige sollen stattdessen auf einen Aufstieg Schefflers gehofft haben.

Im Leipziger Stadtrat sorgten die beiden Hinterbänkler Ufer und Gerhardt zuletzt durch wirre Reden für Aufsehen. Ein Beitrag von Gerhardt zur Drogenpolitik der Stadt bei der Ratsversammlung am vergangenen Mittwoch stieß bei Ratsmitglied und Notfallmediziner Michael Burgkhardt auf medizinisches Interesse. „Es gibt in der Psychiatrie einen Begriff, der Wortsalat heißt“, kommentierte der Vertreter der Bürgerfraktion.

Neonazi-Treffpunkt im Leipziger Osten aufgelöst

Während das NPD-Zentrum in der Odermannstraße gerade eine Wiederbelebung erfährt, soll sich ein seit November genutzter Neonazi-Treffpunkt im Leipziger Zentrum-Ost aufgelöst haben. Den Mietern einer Erdgeschosswohnung in der Langen Straße 15 wurde nach Gamma-Recherchen gekündigt. Laut "Ladenschluss-Aktionsbündnis gegen Nazis" hatten Rechtsextreme die Unterkunft als „Party- und Veranstaltungsraum“ genutzt. Fotos zeigen, dass sich die Neonazis in der Wohngemeinschaft einen Schankraum mit Tresen eingerichtet hatten.

Eine Wohnung in der Langen Straße 15 sollen Neonazis seit November als „Party- und Veranstaltungsraum“ genutzt haben. Quelle: Dirk Knofe

Linken-Politikerin Köditz betont, dass der Umbruch innerhalb der rechten Szene in Leipzig kein Grund zur Entwarnung ist. „Die nunmehr nicht mehr parteigebundenen Neonazis werden sich durch besondere Aktivität profilieren“, ist die Grimmaer Landtagsabgeordnete überzeugt. Sie befürchtet: Die Gefahr „militanter Übergriffe“ in Sachsen und Leipzig könnte dadurch noch zunehmen.

Robert Nößler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das NPD-Zentrum in der Leipziger Odermannstraße hat zwei neue Nutzer. In dem von Mauern und Stacheldraht umgebenen Gebäude sind die Stadträte Klaus Ufer und Rudi Gerhardt mit einem neuen Stadtverordnetenbüro eingezogen.

05.03.2012

Das am 22. Februar 2012 im Leipziger Zoo geborene Giraffenjungtier ist bei seiner Familie angekommen. Am Montag wurde es erstmals mit seiner Mutter Ashanti in die elfköpfige Herde der Rothschild-Giraffen integriert.

05.03.2012

Mit Nachtkontrollen sind die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) und die Polizei am Samstagabend gegen Schwarzfahrer vorgegangen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, wurden in der Zeit von 19.30 Uhr bis 2.30 Uhr 2847 Fahrgäste überprüft, 144 konnten kein gültiges Ticket vorweisen.

05.03.2012
Anzeige