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Leipzigs OBM Jung hofft auf zentralen Gedenkort

Städtebau in Leipzig Leipzigs OBM Jung hofft auf zentralen Gedenkort

Für die Gestaltung des Matthäikirchhofs erhofft sich Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) einen großen Aufschlag. Optimal wäre aus Sicht des Stadtchefs ein zentraler Gedenkort an dieser Stelle.

Blick auf den Matthäikirchhof.

Quelle: Grafik: Patrick Moye

Leipzig. Für die Gestaltung des Matthäikirchhofs erhofft sich Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) einen großen Aufschlag. Optimal wäre aus Sicht des Stadtchefs ein zentraler Gedenkort an dieser Stelle – bestehend aus dem zentralen sächsischen Standort für die Stasi-Unterlagen, einem Platz für alle Initiativen, Vereine und Verbände und vielleicht auch für ein künftiges Freiheits- und Einheitsdenkmal. In diesem Zusammenhang ließe sich das gesamte Ensemble gestalten, sagte Jung der LVZ.

Die Vision des Oberbürgermeisters: „Ein Ort, an dem über Freiheit, Menschenrechte und Demokratie diskutiert wird und auch deutlich gemacht werden kann, was ihr Fehlen bedeuten würde. Ein Ort, der zeigt, was Menschen schaffen können, wenn sie ihr Herz in die Hand nehmen und mutig ein System hinwegfegen. Ein Ort mit der Runden Ecke als zentraler historischer Stätte. Mit einem sehr ansprechenden Archivneubau für die Stasi-Unterlagen, der für Begegnung und Diskurs offen steht.“ Er hoffe, dass in diesem Komplex alle zusammenfinden, die sich in der Stadt mit Demokratie und Friedlicher Revolution beschäftigen – vom Bürgerarchiv, über das Schulmuseum bis hin zur Stiftung Friedliche Revolution. Bei einer entsprechenden Gestaltung könne eine neue Wegeverbindung über die Klinger-Treppe zur Innenstadt entstehen, „ein freier offener Platz um das Archiv herum“. Die Innenstadt könne sich architektonisch ansprechend mit Wohnen und Gewerbe über die Fleischergasse bis zum Wagner-Platz weiterentwickeln.

Der Oberbürgermeister spricht sich für einen Teilabriss des alten Stasi-Gebäudes aus. Jung: „Wir reden über den Gründungsort Leipzigs, den wahrscheinlich ältesten Teil dieser Stadt - und just da war die Stasi-Zentrale. Man sollte den Block auf das Notwendigste reduzieren. Wir brauchen jetzt eine städtebauliche Entwicklung mit guten Architekturentwürfen, die die Frage diskutieren: Was kann weg, was soll bleiben? Wir bieten dem Bund an: Baut das zentrale Stasi-Archiv des Bundesbeauftragten für Sachsen auf diesem Gelände. An zentraler Stelle, an historischem Ort, dort, wo Menschen 1989 die Kerzen abgestellt haben. Und in Verbindung mit einem ganzen Areal der Erinnerungskultur und des demokratischen Gegenwarts- und Zukunftsdiskurses.“

Mit Blick auf die Gestaltung eines möglichen Freiheits- und Einheitsdenkmals sei es richtig, die „Stiftung Friedliche Revolution“ zu beauftragen. „Eine große Mehrheit in der Stadt findet es gut, das Denkmalsthema zivilgesellschaftlich zu verorten und der Stiftung zu übertragen.“ Er hoffe, dass die Stadt dazu eine Stelle finanzieren kann, um den Prozess zu gestalten, um Ideenwettbewerbe und eine Bürgerbeteiligung zu organisieren, sagte Jung. Zwar gehöre die Gestaltung eines Denkmals in die Hände von Künstlern. „Aber ob, wo und wie ein Denkmal kommt, darüber sollen und müssen die Bürger mitbestimmen“, so der OBM. „Man kann nicht irgendwas bauen – und am Ende gibt es überhaupt keine Akzeptanz. Ich erhoffe mir von dem neuen Prozess, dass die Stiftung anders angesehen wird als wenn die Stadtverwaltung das Thema antreibt. Die Stiftung kann darüber anders mit den Menschen diskutieren.“

Man müsse aber bei allem die Gestaltung des Matthäikirchhofs von der Denkmalsfrage getrennt behandeln, betonte Burkhard Jung. „Die aktuelle Vorlage für den Stadtrat behandelt Matthäikirchhof und Denkmal zusammen. Ich habe der CDU zugesagt, dass wir zwei Vorlagen daraus machen: eine zum Matthäikirchhof, eine zum Denkmal. Das macht Sinn, es sind zwei Entscheidungen, die man trennen sollte.“

Von Björn Meine

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