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Lokales Leipzigs OBM Jung legt Denkmals-Projekt in die Hände der Bürgerrechtler
Leipzig Lokales Leipzigs OBM Jung legt Denkmals-Projekt in die Hände der Bürgerrechtler
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08:44 09.03.2017
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (59/SPD).
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Leipzig

Die Stadt Leipzig will die Vorbereitungen für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in die Hände von Bürgerrechtlern legen. Das erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) im Interview mit der Leipziger Volkszeitung. „Die Stadt Leipzig sollte sich an dieser Stelle zurücknehmen und den zivilgesellschaftlichen Akteuren das Feld überlassen“, sagte Jung. Das Projekt bekomme so eine andere Kraft. Zielvorgabe des Oberbürgermeisters: ein Denkmals-Vorschlag bis zum 9. Oktober 2019. „Ob dann vielleicht in fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn Jahren ein Denkmal steht – ich weiß es nicht. Vielleicht dauert es noch länger.“

Er habe Vertreter der Zivilgesellschaft, darunter mehrere Bürgerrechtler, gebeten, sich mit dem Thema zu befassen. Zu der Gruppe gehören Tobias Hollitzer vom Museum in der Runden Ecke, Regina Schild von der Leipziger Stasiunterlagen-Behörde, Tobias Töpfer vom Schulmuseum, Uwe Schwabe vom Bürgerarchiv sowie Rainer Vor, Michael Kölsch und Gesine Oltmanns von der „Stiftung Friedliche Revolution“. Der frühere Leiter des Zeitgeschichtlichen Forums Rainer Eckert sei ebenfalls involviert. „Wir können das Ganze nur mit diesen Akteuren weiterentwickeln“, erklärte der Stadtchef. „Ich denke, dort ist das Thema richtig verortet.“

Die Gruppe solle sich sowohl mit einem möglichen Denkmal als auch mit der Gestaltung eines eventuellen „Campus der Demokratie“ auf dem Matthäikirchhof hinter dem Museum „Runde Ecke“ befassen. Beides habe aber nicht zwingend etwas miteinander zu tun. „Der Matthäikirchhof als Standort eines möglichen Denkmals ist eine Anregung – mehr nicht. Das Denkmal, wenn es denn kommt, kann auch ganz woanders stehen. Auch der Leuschner-Platz ist nicht ein für alle Mal erledigt – der Stadtrat hat das nur zurückgestellt.“

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Ein erstes Treffen der Gruppe gab es bereits in der vergangenen Woche; nun sollen dem Team auch Bauplaner der Stadt beratend an die Seite gestellt werden, um Gestaltungsmöglichkeiten für den Matthäikirchhof auszuloten. „Wir reden über die gesamte Situation im Hinterhof der Runden Ecke“, sagte Jung der LVZ. Für ihn steht fest: „Wir sollten den Matthäikirchhof nicht mit einem weiteren Hotel bebauen.“ Vielmehr gebe es die Möglichkeit eines musealen Komplexes als Ort der Demokratie, „an dem über Zukunft nachgedacht werden kann“. Voraussetzung sei, dass Leipzig zentraler Standort der sächsischen Stasi-Unterlagen-Behörde werde. Dafür hatte sich vor kurzem unter anderem Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) stark gemacht (die LVZ berichtete).

Bürgerrechtler Uwe Schabe reagierte auf den Jung-Vorstoß positiv. „Nachdem das Denkmal im ersten Anlauf gescheitert ist, war es immer unser Ziel, dafür eine Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen“, sagte Schwabe. Deshalb sei es richtig, dieses Projekt aus der Verwaltung herauszunehmen und der Bürgergesellschaft zu übertragen. „Wir hoffen, dass damit den Kritikern des Denkmals der Wind aus den Segeln genommen wird.“

Mit Blick auf die konkrete Umsetzung peilt Schwabe ähnlich wie OBM Jung den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution an. Er sei generell ein optimistischer Mensch und hoffe, dass im Jahr 2019 zumindest die erste Grundsteinlegung erfolge, so Schwabe. Wo genau, das ließ der Bürgerrechtler aber bewusst offen. „Es ist ein Fehler, sich auf einen konkreten Ort in Leipzig festzulegen“, sagte er. Man könne sich zwar über
alles unterhalten und nachdenken, sollte aber nicht von vornherein den Matthäikirchhof favorisieren. „Das muss man den Künstlern, oder den Leuten, die sich dann beteiligen, schon selbst überlassen“, warnte Schwabe vor einer verfrühten Festlegung auf einen Denkmal-Standort.

Von Björn Meine, Klaus Staeubert und André Böhmer

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