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Lokales Leipzigs Oberbürgermeister Jung mahnt zur Sachlichkeit in Debatte um Einheitsdenkmal
Leipzig Lokales Leipzigs Oberbürgermeister Jung mahnt zur Sachlichkeit in Debatte um Einheitsdenkmal
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17:41 20.07.2012
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Seit 13. Juli können die drei Preisträger-Entwürfe sowie die weiteren 36 Wettbewerbs-Entwürfe im Neuen Rathaus besichtigt werden. Bis zum 3. August ist für Diskussionen und Meinungsäußerungen ein Online-Dialog-Forum geschaltet.

„Ich wünsche uns allen eine sachliche Diskussion der Entwürfe. Ich wünsche uns einen kultivierten Umgang miteinander, der dem Ergebnis würdig ist, um das es uns gehen muss“, schreibt Jung auf der Homepage der Stadt Leipzig. Er habe mit Sorge ehrabschneidende Töne in der Diskussion wahrgenommen. „Man darf anderer Meinung sein. Aber man darf dem Anderen keine böse Absicht unterstellen“, betonte der Oberbürgermeister.

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Gegen eine vorschnelle Meinungsbildung könne „ein zweiter, vielleicht ein dritter Blick“ helfen – auf drei Entwürfe, die alle „eigene, eigensinnige Qualitäten“ besitzen, die nun in Ruhe geprüft werden, so Jung. „Am Ende wird eine Entscheidung stehen, die einem der wichtigsten kulturellen und geschichtspolitischen Denkmalvorhaben der Bundesrepublik gerecht wird“, ist sich Leipzigs Stadtoberhaupt sicher.

Gewinner des ausgelobten Wettbewerbs ist das Münchner Büro M+M, Marc Weis, Martin de Mattia mit seiner Arbeit unter dem Titel „70.000“. Auf den Plätzen zwei und drei landeten das Studio „realities: united“ aus Berlin und der Entwurf von Anna Dilengite, Tina Bara sowie Alba d’Urbano aus Leipzig. Seit Tagen wird im Online-Forum heftig debattiert.

Auch die Künstler nehmen Stellung zu ihren Arbeiten. Manche machen sich Gedanken um die technische Umsetzbarkeit, andere finden das Denkmal insgesamt unnötig. Ein Schreiber fürchtet, dass die Entwürfe zu heiter und zu locker seien und dem Ernst der damaligen Montagsdemonstrationen nicht genügend Rechnung tragen.

Für das Freiheits- und Einheitsdenkmal stellen Bund und Land 6,5 Millionen Euro zur Verfügung. Es soll zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 9. Oktober 2014 übergeben werden, sofern sich der Leipziger Stadtrat, voraussichtlich im Oktober, für die Umsetzung entscheidet.

Die Stadträte haben die Wahl, den bis zu diesem Zeitpunkt rechnerisch vorn liegenden Entwurf zu beauftragen oder den Bau abzulehnen. Mit Ende der ersten Vergaberunde liegt der Entwurf „70.000“ mit 160 Punkten vor der zweitplatzierten Idee „Eine Stiftung an die Zukunft“. Auf Rang drei (60 Punkte) – nach Meinung der Jury – rangiert zur Zeit die Idee aus Leipzig, „Herbstgarten“. Als Standort wurde der Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz ausgewählt - ein Ort, der nicht direkt mit den Leipziger Montagsdemos verknüpft ist.

An den Wende-Herbst 1989 erinnern in Leipzig bereits eine Säule vor der Nikolaikirche und eine Demokratie-Glocke auf dem Augustusplatz. In Sachsen gibt es auch Einheitsdenkmäler in Chemnitz, Zwickau und Aue. Das zentrale Freiheits- und Einheitsdenkmal soll auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte entstehen.

chl/dpa

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