Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzigs Oberbürgermeister denkt über zweiten Citytunnel nach
Leipzig Lokales Leipzigs Oberbürgermeister denkt über zweiten Citytunnel nach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 01.03.2017
Der Citytunnel unter der Leipziger Innenstadt wurde Ende 2014 eröffnet. Quelle: Knofe
Anzeige
Leipzig

Noch halten es viele Leipziger für eine Utopie. Aber wenn die Stadt in 15 Jahren eine Verkehrsinfrastruktur für dann schätzungsweise 720. 000 Einwohner – das wären 150. 000 Menschen mehr als heute – vorhalten will, dann kommt Leipzig um einen weiteren Citytunnel nicht umhin. Davon ist Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) überzeugt. „Wir brauchen in der Perspektive einen zweiten S-Bahn-Tunnel“, sagte er am Dienstag.

Vor einigen Wochen erst sprach sich bereits der Leipziger Bauingenieur und Citytunnel-Erbauer Frank Eritt für einen Ost-West-Tunnel aus, der auch eine S-Bahn-Anbindung der Red-Bull-Arena ermöglichen würde. Das „größte und wichtigste Vorhaben“ bei der Lösung der Verkehrsprobleme der Zukunft stellt für Oberbürgermeister Jung der öffentliche Nahverkehr dar. In diesem Zusammenhang müsse die Tunnellösung gesehen werden.

Die Trassen stellt sich Bauingenieur Frank Eritt vor. Quelle: Patrick Moye

Ein Ost-West Tunnel könnte nach der Auffassung von Eritt in Leipzig-Ost nach der Querung der Herrmann-Liebmann-Brücke in Richtung Friedrich-List-Platz abzweigen und in Richtung Hauptbahnhof verlaufen. „Im Bereich Richard-Wagner-Straße unterquert dieser dann in 30 Metern Tiefe den City-Tunnel und erhält einen zentralen Haltestellenknoten“, führt der Experte weiter aus. Im Anschluss verlaufe die Trasse dann in Richtung Sportforum und Lindenau. „Im Bereich Plagwitz könnte er wieder auftauchen und so die südlich und westlich von Leipzig wachsenden Wohngebiete erschließen“, so Eritt. Dass sich damit unter anderem auch die Transportprobleme zu den Fußballspielen von RB Leipzig in der Red-Bull-Arena ein wenig entschärfen, liege seiner Meinung nach auf der Hand. Eine zweite realistische Trassenführung wäre zudem vom Hauptbahnhof nach Anger-Crottendorf drin.

OBM Burkhard Jung hat einen zweiten Leipziger Citytunnel von Ost nach West ins Spiel gebracht. Was halten Sie davon?

Leipzig wächst und damit auch die Verkehrsbelastung. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) denkt deshalb über den Bau einer zweiten Röhre des Citytunnels nach.

Ergebnis ansehen
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.
OBM Burkhard Jung hat einen zweiten Leipziger Citytunnel von Ost nach West ins Spiel gebracht. Was halten Sie davon?
So haben unsere Leser abgestimmt
Diese Online-Umfrage ist nicht repräsentativ.

Über eine genaue Trasse sprach der Oberbürgermeister noch nicht. „Ein zweiter Tunnel ist für viele im Moment vielleicht noch nicht ersichtlich“, räumte Jung ein und machte die Notwendigkeit deshalb an einem Beispiel deutlich. Die Verkehrsbetriebe seien in der Lage, bis zu 180 Millionen Fahrgäste im Jahr zu befördern. Derzeit nutzen 145 Millionen Menschen die Straßenbahnen und Busse. Jung: „Wenn es mehr werden als 180 Millionen, dann ist das System an der Grenze und kann zusammenbrechen.“ Dann brauche es dichtere Taktungen, aber auch Lösungen wie einen weiteren S-Bahn-Tunnel.

Doch das alleine reicht nicht. Jung sieht auch deutlichen „Nachhol- und Entwicklungsbedarf im Bereich des Autoverkehrs“. Es sei zu kurzfristig gedacht, sich nur mit dem öffentlichen Nahverkehr zu beschäftigen „oder zu sagen, wenn wir den Fahrradverkehr um fünf Prozent steigern , haben wir unser Problem gelöst.“

In Leipzig würden jedes Jahr 4500 neue Kraftfahrzeuge zugelassen. Das heißt: In zehn Jahren wird es in Leipzig mindestens 45 000 Autos mehr geben. „Ja, wo stehen die denn, wo fahren die denn?“, fragte er. Handlungsbedarf sieht er im Norden, wo der Verkehr von der Autobahn in die Georg-Schumann-Straße einmündet, oder im Fall der Süd-Tangente.

Jung: „Natürlich können wir keine Straße durch den Auwald bauen. Aber ich muss über Entlastungsmöglichkeiten reden, vielleicht auch über eine Tunnellösung für den Individualverkehr.“

Klaus Staeubert/Martin Pelzl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen hat sich im Februar nicht geändert. Wie im Januar waren 161.500 Frauen und Männer ohne feste Anstellung. In Leipzig sind knapp 25.000 Menschen ohne Arbeit, die Quote stagniert bei 8,5 Prozent.

01.03.2017

Diese Nachricht dürfte vor allem in der Bauwirtschaft die Sektkorken knallen lassen: 700 Millionen Euro – so viel wie noch nie – werden die Stadt Leipzig und ihre kommunalen Unternehmen allein in diesem Jahr in Leipzig investieren. Das Geld fließt in Ver- und Entsorgungsprojekte, Verkehr, Wohnungsbau, Kultur, Gesundheit, Soziales, Jugend und Bildung.

01.03.2017

Ab Mitte des Jahres rücken auf sechs Leipziger Straßen die Bauarbeiter an. Unter anderem werden die Fahrbahnen der Torgauer Straße, der Radefelder Allee und der Straße am Sportforum saniert. Autofahrer müssen sich auf Umleitungen einstellen.

28.02.2017
Anzeige