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Lokales Leipzigs Paulinum wird im Sommer fertig
Leipzig Lokales Leipzigs Paulinum wird im Sommer fertig
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00:16 30.05.2017
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Leipzig

Nach acht Jahren Bauverzug scheinen sich die Arbeiten am Nachfolgebau der alten Paulinerkirche dem Ende zuzuneigen: Der Bauherr Freistaat Sachsen erklärte auf LVZ-Anfrage, dass die Glassäulen im Inneren „in diesem Sommer“ fertig werden und das Gebäude dann der Universität übergeben wird. Diese werde anschließend entscheiden, wann das Objekt freigegeben wird. Am Dienstag finden Gedenkveranstaltungen statt, die an die Sprengung der alten Paulinerkirche vor 49 Jahren erinnern sollen.

Um 10 Uhr lädt der Paulinerverein interessierte Leipziger vor den Neubau am Augustusplatz ein. Dort wird Landesbischof a.D. Jochen Bohl sprechen. Eine Stunde später erinnert um 11 Uhr die Universität an der Etzoldschen Sandgrube daran, dass die Trümmer der Kirche dort abgekippt wurden. Nach einem Grußwort von Rektorin Beate Schücking wird der Leiter des Universitätsarchiv Jens Belcher die Bergungsleistungen würdigen und der Erste Universitätsprediger Peter Zimmerling ein Gebet sprechen.

Nach LVZ-Informationen will der Freistaat die Restarbeiten bis Ende Juni abschließen, so dass im Juli die Übergabe an die Universität erfolgen könnte. Die Uni präferiert den Dezember für die feierliche Eröffnung; ob das Gebäude vorher für Besucher geöffnet wird, ist noch ungewiss. Weder der Freistaat noch die Universität wollen sich auf Termine festlegen. Denn Architekt Erick van Egeraat – der lange Zeit mit der Ausführung der Glassäulen unzufrieden war (die LVZ berichtete) – soll zwar sein grundsätzliches Einverständnis mit der jetzt gefundenen Lösung signalisiert haben. Doch seine Endabnahme der Säulen steht noch aus.

Viele können es kaum erwarten, den Neubau in Besitz zu nehmen. „Der Innenraum wäre seit Februar 2016 nutzbar gewesen, wenn nicht noch die Glasverkleidung der Pfeilerhalle hätte angebracht werden müssen“, meint Ulrich Stötzner vom Leipziger Paulinerverein, bei dem zahlreiche Anfragen nach Besichtigungen der Kirche eingehen. „Dann hätten auch die Kirchentagsbesucher die neue Paulinerkirche sehen und darin Veranstaltungen stattfinden können.“ Sein Verein habe in Dresden angefragt, um dies möglich zu machen. Doch der Freistaat hätte abgelehnt. „Es ist auch unverständlich, warum zwischen der Übergabe an die Universität und der Eröffnung noch einmal ein halbes Jahr verstreichen soll.“

Uni-Rektorin Beate Schücking betont, man wisse noch nicht genau, wann der ausstehende Gebäudeteil übergeben wird. „Deshalb ist es nicht leicht, Eröffnungsfeierlichkeiten zu planen“, erklärte sie gestern. „Nach aktuellem Stand läuft alles auf eine Eröffnung im Dezember hinaus, passend zum Universitätsgeburtstag. Bis dahin sollte es möglich sein, einige wichtige Schritte zu absolviere, unter anderem die nötigen Akustik- und Beleuchtungsmessungen, eventuell nötige Nacharbeiten, Testdurchläufe für Großveranstaltungen, Brandschutzübungen und Proben.“ Für diese „Feinarbeiten und die parallel laufenden Eröffnungsvorbereitungen“ würden „etwa sechs Monate“ benötigt.

Der Paulinerverein pocht außerdem darauf, dass alle geretteten Kunstschätze der alten Paulinerkirche in den Neubau zurückkehren. Der Altarraum sei zwar inzwischen mit Epitaphien gefüllt, aber im doppelt so großen Langhaus seien die langen Wände noch völlig ungenutzt. Die Chorschranken des Vorgängerbaus seien voller Kunstwerke gewesen, von denen rund 80 Prozent gerettet wurden. Sofort zurückgeführt werden könnten zum Beispiel die in der Thomaskirche aufbewahrte Bronze-Grabplatte der Elisabeth von Sachsen sowie die Grabtumba des Markgrafen Dietrich von Wettin und die Grabplatte des Nickel Pflugk.

In den Neubau gehört aus Sicht des Vereins auch die Kanzel der alten Paulinerkirche, deren Korpus sich im Leipziger Musikinstrumentenmuseum befindet. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass zu einer möglichen Eröffnung Ende des Jahres die Kanzel – zumindest in Teilen – nicht angebracht ist“, so der Vereinsvorsitzende. Sein Verein habe der Universität schon dreimal Spenden für die Restaurierung der Kanzel angeboten – 50 000 Euro, 150­ 000 Euro und 10 000 Euro. Aber alle drei seien abgelehnt worden.

Wie berichtet, fürchtet die Universität, dass das Raumklima des Neubaus die Kanzel beschädigen könnte. „Experten sind der Meinung, dies könne nur zweifelsfrei geklärt werden, wenn die Kanzel tatsächlich in der neuen Paulinerkirche angebracht ist“, sagt Stötzner. Die Stiftung Universitätskirche St. Pauli sei bereit, für eventuell auftretende Schäden an der Kanzel aufzukommen.

Von Andreas Tappert

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