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Leipzigs Polizei steigert Aufklärungsquote

Immer mehr Wohnungseinbrüche Leipzigs Polizei steigert Aufklärungsquote

Seit 2013 ging in Leipzig die Zahl der Wohnungseinbrüche zurück – und ebenso die Aufklärungsquote der Polizei. In diesem Jahr ist es umgekehrt: Wie fast überall in Deutschland steigt auch in Leipzig wieder die Zahl der Wohnungseinbrüche – und die Aufklärungsquote wächst mit.

Die Polizei hat sich neu organisiert und lässt ihre Handschellen jetzt bei Einbrechern öfter zuschnappen.

Quelle: LVZ

Leipzig. Die Wohnungseinbrecher werden in Leipzig immer dreister – doch Leipzigs Polizei macht ihnen das Leben auch immer schwerer. Polizeipräsident Bernd Merbitz erklärte gestern, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche nach einem mehrjährigen Rückgang in diesem Jahr wieder deutlich ansteigt, die Aufklärungsquote seiner Beamten aber auch. Letzteres liege vor allem daran, dass in Leipzig inzwischen 120 Beamte Wohnungseinbrüche zentral bearbeiten. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen ist so von 15,8 Prozent (2015) auf zurzeit 17,1 Prozent gestiegen. „Unser eingeschlagener Weg ist richtig“, sagte Merbitz.

Ganz Deutschland betroffen

Allerdings ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im gleichen Zeitraum ebenfalls deutlich gestiegen: von 1304 (2015) auf bislang 1716 (Stand Oktober 2016) – ein Plus von 31,5 Prozent. Leipzig hat damit rund doppelt so viele Wohnungseinbrüche wie Dresden, rund dreimal so viele wie andere größere sächsische Städte. „Leipzig wird größer und es ziehen nicht nur Gutmenschen zu, sondern auch Kriminelle“, sagte der Polizeipräsident.

Merbitz und Leipzigs Ordnungsbeigeordneter Heike Rosenthal (Linke) betonten, dass die Zuwächse in anderen deutschen Großstädten noch deutlich größer sind als in Leipzig. In einem Ranking von 39 deutschen Städten über 200 000 Einwohner liege Leipzig bei der Zahl der Wohnungseinbrüchen auf Platz 24. Merbitz: „Leipzig ist keine Einbruchshochburg. Dennoch bereitet uns der Anstieg der Einbruchszahlen Sorge.“

Um mehr Einbrechern das Handwerk zu legen, hat der Kommunale Präventionsrat Leipzig (KPR) die Delikte umfangreich analysiert. „Wir glauben, die einzige Großstadt in Deutschland zu sein, die eine so profunde Analyse hat“, sagte Bürgermeister Rosenthal gestern nach der 36. Sicherheitskonferenz des KPR im Zeitgeschichtlichen Forum. Unter die Lupe genommen wurden dabei unter anderem die Tatzeiten, Täterprofile und Tatgegebenheiten – also wie die Täter in der Regel bei den Wohnungseinbrüchen vorgehen.

Diese Untersuchung ergab, dass die Bewohner von Mehrfamilienhäusern bei den aufgeklärten Fällen in der Regel von deutschen Einbrechern heimgesucht wurden, von denen die Hälfte einen „Betäubungsmittel-Hintergrund“ hatte – also die geraubten Wertgegenstände verkaufen wollte, um Drogen zu erwerben. „86 Prozent dieser Täter sind Deutsche, der Rest Tunesier, Türken, Syrer oder Bürger arabischer Republiken“, erläuterte der Polizeipräsident. 79 Prozent der Täter seien Männer mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren gewesen.

Bei Leipzigs Einfamilienhäusern ist das Bild anders. Die dort gefassten Täter waren nur zu einem Drittel Deutsche, zwei Drittel waren laut Statistik „Nicht-Deutsche“. Merbitz: „Das sind große südosteuropäische Organisationen aus Georgien, Albanien und Rumänien.“ 56 Prozent dieser Einbrüche würden von Rumänen durchgeführt, sieben Prozent von Georgiern und vier Prozent von Albanern beziehungsweise Serben. 86 Prozent der gefassten Täter waren Männer, das Durchschnittsalter lag bei 30 Jahren.

Drogensüchtige würden Einbrüche in Einfamilienhäuser häufig scheuen, weil es dort größere Probleme geben kann, hieß es. Zum Beispiel, weil die Nachbarn aufmerksamer sind oder sich Einfamilienhausbesitzer besser schützen als Mieter in Mehrfamilienhäusern. „Wir beobachten in den Mehrfamilienhäusern eine Verlagerung der Verantwortung des Mieters an die Vermieter, und zwar in Größenordnungen“, warnte Bürgermeister Rosenthal. Auch der Polizeipräsident kritisierte die Einstellung vieler Mieter. „Man glaubt nicht daran, dass es einen selbst trifft – bis es geschieht.“ Jeder sei gut beraten, seine Wohnung sicher zu machen.

Reudnitz ist Einbruchshochburg

Auch bei den Tatzeiten gibt es Unterschiede. In Einfamilienhäusern finden zwischen 1 und 4 Uhr früh die allermeisten Einbrüche statt; kleinere Häufungen gibt es dann noch um die Mittagszeit sowie zwischen 17 und 20 Uhr, wo viele noch einmal einkaufen gehen. In den Mehrfamilienhäusern wird dagegen in der Regel zwischen 10 und 19 Uhr eingebrochen. Hochburg der Wohnungseinbrüche ist Reudnitz. Auf den Plätzen folgen Neu-Schönefeld, Volkmarsdorf, Möckern und Thekla.

Merbitz deutete an, dass in diesem Jahr auch die Zahlen anderer Straftaten in Leipzig ansteigen. Der Anstieg werde wohl rund 10 000 Straftaten betragen, sagte er. Die neuen Zahlen würden demnächst vorgestellt.

Von Andreas Tappert

Leipzig, Grimmaische Straße 6 51.3400001 12.3756999
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