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Leipzigs Polizeichef Merbitz beobachtet "schockierende Brutalität"

Großdemonstrationen Leipzigs Polizeichef Merbitz beobachtet "schockierende Brutalität"

Auch bei dem Großeinsatz am Sonnabend war Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz selbst vor Ort. Im Interview spricht der Polizeipräsident über verbale Attacken und tätliche Angriffe auf seine Beamten.

Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz sieht seine Beamten einer hohen Belastung ausgesetzt.

Quelle: lvz

Leipzig. LVZ: Die Gewaltbereitschaft bei Demonstrationen nimmt offenbar immer weiter zu. Stellt das, was sich am Sonnabend ereignete, auch für Sie eine neue Qualität dar?

Bernd Merbitz: Es ist schockierend und grenzwertig, mit welcher Brutalität da agiert wurde. Das waren die schwersten Auseinandersetzungen, die wir bei Demonstrationen in jüngster Zeit erleben mussten.

Wie geht es den 13 verletzten Beamten?

Nach meiner Kenntnis ist zum Glück keiner von ihnen schwer verletzt, obwohl einige durch Pflastersteine getroffen wurden. Einer erlitt durch Böller ein Knalltrauma. Zur Zahl der übrigen Verletzten liegen uns noch keine konkreten Zahlen vor.

Es war zu beobachten, dass einige Einsatzkräfte auch massiv gegen friedliche Gegendemonstranten durchgegriffen haben. Liegen bei den Beamten nach drei Demos in einer Woche die Nerven blank?

Natürlich ist die Belastung außerordentlich hoch. Einige Störer haben es auch deshalb darauf angelegt und ständig provoziert. Wer aber einer Aufforderung zur Räumung nicht nachkommt, muss damit rechnen, dass Polizisten dies durchsetzen. Ich stehe hundertprozentig hinter unseren Beamten.

Im Verlauf des Demo-Tages kam es in Leipzig mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und erheblichen Verkehrseinschränkungen. Die Polizei war mit rund 800 Beamten im Einsatz.

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Welche Konsequenzen muss es für die nächsten Demos geben?

Die Frage, ob wir mehr Polizeikräfte bekommen, ist sicher zu diskutieren. Andernfalls müssen wir prüfen, ob wir noch in der Lage sind, das Versammlungsgeschehen abzusichern oder ob es auf stationäre Kundgebungen beschränkt werden muss. Alle Versammlungen zu verbieten, wäre aber der falsche Weg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.09.2015

 

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