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Lokales Leipzigs Polizeichef Wawrzynski kritisiert Drogenhilfe der Messestadt
Leipzig Lokales Leipzigs Polizeichef Wawrzynski kritisiert Drogenhilfe der Messestadt
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08:47 04.03.2011
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Leipzig

Diese seien für den sprunghaften Anstieg von Raubstraftaten und Wohnungseinbrüchen in Leipzig verantwortlich. „Von 20 gefassten Einbrechern sind 17 drogenabhängig“, sagte Wawrzynski in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Das sagt etwas aus über die Qualität dessen, was hier in Leipzig in der Drogenszene abgeht.“

Stadt und Polizei seien sich uneinig, wie die Drogenkriminalität bekämpft werden soll, sagte der Polizeipräsident. „Leipzig stellt mehr als zwei Millionen Euro für die Drogen- und Suchtberatung bereit. Nürnberg mit einer ähnlich großen Szene hat dafür nur 600 000 Euro im Haushalt.“ Ziel der Polizei sei dagegen, die Dealerszene zu schwächen. Im vergangenen Jahr wurden laut Polizeichef 50 Kilogramm Heroin beschlagnahmt, das sei aber „bloß die Spitze des Eisbergs“. Zwei Jahre zuvor waren es neun Kilogramm.

Die Drogenpolitik der Stadt locke immer mehr Abhängige aus dem Umfeld nach Leipzig, sagte der Polizeichef. „Betroffene gehen natürlich da hin, wo sie es leichter haben. Ich persönlich stehe auch dazu, dass sie Unterstützung brauchen. Es ist nur eine Frage, wie hoch und komfortabel die Hilfe ausgestattet ist.“

Zwei Sonderkommissionen sollen die Serie der Raubüberfälle auf Geschäfte aufklären. Innerhalb von 60 Tagen gab es laut Polizei 32 solcher Fälle. Einschließlich kleinerer Raubdelikte sind es mehr als 110 Straftaten.   

Die Aufklärungsquote von 45,6 Prozent bei Raubüberfällen im Jahr 2009 war laut Bundeskriminalamt im Vergleich zu anderen Großstädten recht gering. Rauschgift- und Raubdelikte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um jeweils sieben Prozent. Die Wohnungseinbrüche verdoppelten sich binnen drei Jahren auf 1162 Fälle. „Unsere Zahlen sind horrend, da kommen Dresden, Nürnberg und München nicht annähernd heran“, sagte Wawrzynski.

Um der wachsenden Kriminalität Herr zu werden, sollen dieses Jahr rund 60 Polizeifachschul-Absolventen ihre Laufbahn in Leipzig starten. Das Rauschgiftdezernat wird zudem um vier Beamte aufgestockt. „Wir werden Leipzig nie drogenfrei kriegen, aber wir wollen den Dealern das Geschäft so vermiesen, dass sie ausweichen“, sagte Wawrzynski.    

Dazu will der Polizeipräsident in den kommenden Monaten in den Stadtteilen auch selbst auf Streife gehen. „Die Straßenkriminalität ist der einzige Bereich, den wir unmittelbar beeinflussen können. Da sind wir dran, dass wir die Kollegen dazu bewegen, auch einmal aus den Fahrzeugen auszusteigen und ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln.“

Sebastian Döring, dpa

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