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Lokales Leipzigs Rezept für die Zukunft: Höhere Häuser, Wohnungsbau im Umland, noch mehr Kitas
Leipzig Lokales Leipzigs Rezept für die Zukunft: Höhere Häuser, Wohnungsbau im Umland, noch mehr Kitas
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07:00 08.09.2016
Volle Innenstadt: Leipzig wächst – die Stadt will dafür die passenden Strukturen schaffen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mehr Kitas, eine moderne IT-Struktur, 60 000 neue Jobs. Das sind Kernpunkte eines Konzepts zur wachsenden Stadt, für das Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und seine Dezernenten jetzt die Weichen gestellt haben.

Um das Bevölkerungswachstum in der Stadt auf 700 000 Einwohner bis 2030 meistern zu können, werden künftig wohl auch mehr Hochhäuser entstehen. „Es muss geprüft werden, ob wir in Zukunft höher bauen“, erklärte Jung im Gespräch mit der LVZ. Hochhäuser seien zwar nicht unbedingt immer eine optimale Lösung. „Sie sind teurer, aber sie wirken der Flächenverdichtung entgegen.“ Der Wettbewerb um Flächen werde weiter zunehmen, konstatierte der Stadtchef. Wo wird gewohnt, wo kann Gewerbe entstehen, wo gibt es Grün, wo kann man sich Lücken leisten? Der Beantwortung solcher Fragen soll ein Flächenatlas dienen, der im Ressort von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) erstellt wird.

Das Konzept wird wegen knapper werdender Flächen auch eine stärkere Kooperation mit den umliegenden Kommunen vorsehen. „Wenn wir weiter so stark wachsen, tut es uns ja nicht weh, wenn neue Wohngebiete auch in Großpösna, Taucha oder Markranstädt entstehen“, sagte der OBM. „Dann stimmt auch der Satz: Die Großstadt wird zur Lokomotive für die ganze Region.“ Wie berichtet, wirbt die Stadt Eilenburg seit Kurzem als Wohnstadt für Leipzig-Pendler um mehr Zuzüge.

Für Jung steht fest, dass zur Bewältigung des Bedarfs auch ein soziales Wohnungsbauprogramm nötig ist: „Die Planungen dafür in der Staatsregierung schreiten voran – aber das derzeitige Budget wird nicht reichen. Wir reden von 200 gestützten Wohnungen mit 6,50 Euro Kaltmiete. Wir bräuchten aber 1800 gestützte Wohnungen – pro Jahr.“

Verkehrspolitisch werde der Abschluss des Mittleren Rings im Bereich Südost wieder auf die Tagesordnung kommen, vermutet Jung. Die Fertigstellung des Straßenkreises zwischen Autobahn- und City-Ring wird derzeit vor allem von Anwohnern in und um Mölkau gefordert.

Dass die Stadt mehr Kitas und Schulen braucht, ist kein Geheimnis. Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) hatte den Bedarf vor kurzem nochmals nach oben geschraubt. Bis 2030 würden noch einmal 40 weitere Kitas und 20 weitere Schulen fällig. In Summe wären das dann – von heute aus betrachtet – insgesamt 90 weitere Kitas und 40 weitere Schulen.

Um die aus dem Wachstum resultierenden Ausgaben stemmen zu können, bräuchte Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU) nach neuesten Berechnungen für das Wachstums-Konzept doppelt so hohe Gewerbe- und Einkommensteuer-Einnahmen (aktuell: rund 400 Millionen Euro). Die Finanzausgleichsmittel müssten weiterhin in gleicher Höhe fließen (aktuell: rund 440 Millionen Euro). Weitere Voraussetzung für ein Wachstum auf 700 000 Einwohner: Bis 2030 müssen mindestens 60 000 neue Jobs entstehen, wie Jung vor kurzem bei der Präsentation zur jüngsten Bürgerumfrage erklärt hatte (die LVZ berichtete). Das Dezernat von Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD) benötigt eine modernere IT-Struktur, um den Personalaufwand in Grenzen zu halten.

Von Björn Meine

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