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Leipzigs Skyline ist um einen Kirchturm reicher – erster Teil der Propstei-Fassade verliert Gerüst

Leipzigs Skyline ist um einen Kirchturm reicher – erster Teil der Propstei-Fassade verliert Gerüst

Leipzig. Entblättert steht er da, der Kirchturm der neuen Leipziger Propsteikirche. Am Freitag wurden die letzten Gerüste abgebaut.

Nun können die Leipziger das 50 Meter hohe Bauwerk im roten Porphyr-Gewand erstmals unverhüllt betrachten. An der Südseite sticht dabei vor allem der erste Teil einer 610 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage ins Auge.

Nachdem der Fertigstellungstermin bereits zweimal verschoben wurde, soll nun alles im Zeitplan liegen. „Am 7. Mai 2015 ist Übergabe. Am 9. Mai wird die Kirche geweiht“, versicherte Michael Sagurna, der für die Pressearbeit des Baus verantwortlich zeichnet. Zwar gebe es bei jedem Bauprojekt Schwierigkeiten, erklärte Architekt Thomas Gohr vom Leipziger Büro Schulz und Schulz, „Die werden aber immer wieder gelöst.“

Zu größeren Problemen sei es beim Bau nicht gekommen. Die Vielzahl der Kleinigkeiten, wie nicht passende Gerüste, Krankheitsfälle oder Lieferschwierigkeiten, habe zu Verzögerungen geführt. Der Kostenrahmen soll jedoch gehalten werden, so der Architekt. „Es gibt einen Deckel bei 15 Millionen Euro.“ Bis zum Wintereinbruch sollen die Außenarbeiten zu großen Teilen abgeschlossen sein. Dem schließt sich der Innenausbau an.

Im Kirchturm verbirgt sich ein riesiger Wassertank

Da nun erstmals ein bedeutender Teil des größten Kirchenneubaus in Ostdeutschland in der endgültigen Gestalt zu sehen ist, erläuterte Gohr die Idee hinter der Gestaltung: Bei Planung und Ausführung habe die Nachhaltigkeit eine große Rolle gespielt. So zieht sich eine etwa 100 Quadratmeter große Solaranlage den Kirchturm hinauf, weitere 550 Quadratmeter wurden bereits auf dem Dach des Hauses installiert.

Zudem bekommt die St.-Trinitatis-Kirche eine Regenwasserzisterne mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Litern. Über ein Leitungs- und Pumpsystem ist diese mit einem Hochbehälter im Turm verbunden. Zur Steuerung der Temperatur im Gotteshaus trieben die Bauarbeiter 140 Meter tiefe Bohrungen in den Leipziger Untergrund. Mittels der 18 Sonden dieser Klimaanlage wird im Sommer Abwärme in den Boden geleitet, im Winter wird dadurch der Wärmenetzug aus dem Boden kompensiert.

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Leipzig. Entblättert steht er da, der Kirchturm der neuen Leipziger Propsteikirche. Am Freitag wurden die letzten Gerüste abgebaut. Nun können die Leipziger das 50 Meter hohe Bauwerk im roten Porphyr-Gewand erstmals unverhüllt betrachten. An der Südseite sticht dabei vor allem der erste Teil einer 610 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage ins Auge.

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Für die Gemeinde bedeutet Nachhaltigkeit „Bewahrung der Schöpfung“

Dieser ökologische Ansatz beim Bau trägt dem Bekenntnis der katholischen Gemeinde zur Bewahrung der Schöpfung Rechnung. So sind nicht nur die Installationen nachhaltig, auch Fassade und Wärmedämmung orientieren sich an diesem Prinzip. Zum Beispiel fiel die Entscheidung für die Verkleidung mit rotem Porphyr-Stein nicht nur aus rein ästhetischen Beweggründen. „Das Material kommt aus einem Steinbruch in Rochlitz südlich von Leipzig. So können wir kurze Wege gewährleisten“, erklärte Architekt Guhr. Auch das Dach wird mit rotem Porphyr bedeckt, hier kommen Bruchsteine in Schottergröße zur Anwendung. „Das dient dem Schutz vor Sonne und Hagel.“ Insgesamt werden für die 5000 Quadratmeter Außenfläche 1500 Tonnen verbraucht.

Gedämmt wird der Bau mit Schaumglas. Dieses bislang im Bau selten verwandte Material sei zwar kostspieliger als Mineralwolle oder Polystyrol, habe jedoch die längste Lebensdauer. „Ein Kirchengebäude hat kein bestimmtes Nutzungsende“, hob Guhr hervor. Für die Architekten hieß das: Sie mussten einen Weg finden, wie sie dies mit Konstruktion und Material lösen konnten, um Langlebigkeit und Instandhaltungsfähigkeit zu gewährleisten.

Der Kirchenneubau an der Ecke Martin-Luther-Ring und Wilhelm-Leuschner-Platz gilt als der größte in Ostdeutschland seit der Wende. Das bisherige Gotteshaus der Leipziger St.-Trinitatis-Gemeinde in der Emil-Fuchs-Straße ist seit Jahren marode. Der Bau wird zu großen Teilen aus Spenden finanziert. 2012 begannen die Arbeiten, 2015 soll das Haus seiner Bestimmung übergeben werden.

Johannes Angermann

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