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Lokales Stadtfirmen sollen mehr Rabatte anbieten
Leipzig Lokales Stadtfirmen sollen mehr Rabatte anbieten
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22:03 05.07.2018
Die Vorteilskarte der L-Gruppe soll künftig deutlich aufgewertet werden. Quelle: L-Gruppe
Leipzig

Wenn es nach der SPD-Stadtratsfraktion geht, wird der Werbespruch „Wir sind Leipziger“ bald einen neuen Inhalt bekommen. Denn die SPD-Genossen haben im Stadtrat beantragt, dass die stadteigenen Firmen die Leipziger stärker an ihren Synergieeffekten beteiligen sollen – vor allem in Form von deutlich höheren Rabatten.

Steuerverbund spart Millionen

Bislang hat die Stadt ihre städtischen Firmen vor allem finanziell verflochten. So fließen die Gewinne, die die Stadtwerke und die Wasserwerke erwirtschaften, an die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), die damit den öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet finanzieren. Dieses Modell funktioniert bereits seit über zwei Jahrzehnten vorzüglich, denn durch diesen finanziellen Querverbund sparen die drei stadteigenen Großunternehmen jedes Jahr Steuern in zweistelliger Millionenhöhe. Auch viele Aufträge werden inzwischen gebündelt und gemeinsam vergeben – was ebenfalls viel Geld spart.

Die SPD-Fraktion will jetzt einen nicht unwesentlichen Schritt weiter gehen. Die Idee: Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) soll die Unternehmen dazu bringen, ihren Kunden konzernweite Rabatte anzubieten. Die Unternehmen haben zwar schon eine sogenannte L-Card, die Rabatte bei vielen Händlern enthält, doch der neue Vorstoß zielt viel weiter. „Wenn die Leipziger Kunden der Stadtwerke mit ihren Strom- und Fernwärmerechnungen die Busse und Bahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe mitfinanzieren, dann muss es doch auch möglich sein, dass sie deutlich günstigere LVB-Tickets erhalten“, denkt Stadtrat Heiko Oßwald (SPD) laut nach. Das gleiche Modell müsste auch mit der stadteigenen Sportbäder Leipzig GmbH funktionieren, die eine Tochter der Leipziger Wasserwerke ist. Auch dort müsste für Kunden der Stadtwerke ein preiswerterer Besuch in den städtischen Schwimm- und Freibädern möglich sein.

Günstiger Strom für LVB-Abo-Kunden

Die Fraktion sieht ihren Vorstoß nicht nur als eine Einbahnstraße für die Kunden. Auch die Stadtfirmen würden von solchen deutlich weitergehenden Rabatten profitieren, heißt es dort. „Die Stadtwerke stehen in einem harten Wettbewerb mit anderen Strom- und Gasanbietern“, sagt Oßwald. Die Gefahr, dass Stadtwerkekunden abgeworben werden, sei nicht gering. Die jetzt vorgeschlagenen Rabatte würden dagegen die Kundenbindung enorm erhöhen. „Die Kunden, die nicht zum Billiganbieter wechseln, bekämen dann deutlich mehr zurück.“ Darüber hinaus könne die Stadt mit solchen konzernweiten Rabatten auch das Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr zusätzlich stimulieren.

Im Stadtrat hat sich bereits im vergangenen Monat eine deutliche Mehrheit hinter den Vorstoß der SPD gestellt. Der Vorgang liegt jetzt im Stadtkonzern, der alle Möglichkeiten der neuen Rabattierungen ausloten und in spätestens einem Jahr dem Stadtrat vorstellen soll. Nach LVZ-Informationen wurde bei den Stadtwerken bereits damit begonnen, eine neue Produktpalette zu entwickeln. Geprüft wird dort auch, ob Abo-Kunden der Leipziger Verkehrsbetriebe günstigere Stromangebote von den Stadtwerken erhalten könnten. Bei den Wasserwerken seien keine Rabatte möglich, da die Preise dort von der Regulierungsbehörde festgelegt würden, heißt es intern. Auch Rabatte für den Besuch von städtischen Schwimmbädern werden bislang noch kritisch gesehen. Der Grund: Es gibt zu wenige Schwimmbäder; die Nachfrage ist schon jetzt größer als die Kapazität. Anders sieht es bei den Freibädern aus. Dort gibt es noch freie Kapazitäten. Die ersten Angebote könnten vielleicht schon zum 1. Januar 2019 vorliegen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Von Andreas Tappert

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