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Leipzigs Umweltbürgermeister: Elster-Saale-Kanal kommt frühestens in zehn Jahren

Leipzigs Umweltbürgermeister: Elster-Saale-Kanal kommt frühestens in zehn Jahren

Die Stadt Leipzig will sich auch in den nächsten Jahren der Vollendung des Elster-Saale-Kanals widmen. Nach den Ergebnissen der im Februar vorgelegten Potenzialstudie (die LVZ berichtete), die die Vollendung der fehlenden etwa neun Kilometer bis zur Saale als „Quantensprung für den Tourismus“ bezeichnete, soll nun eine Machbarkeitsstudie die nächsten Schritte einleiten.

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Die beiden Türme markieren das ehemalige westliche Sicherheitstor des Elster-Saale-Kanals bei Günthersdorf. (Archivfoto)

Quelle: Michael Strohmeyer

Leipzig. „Nach Vorstellung und Diskussion des bereits vorliegenden Papiers in den zuständigen Gremien - auch im Leipziger Stadtrat - soll eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden“, bestätigte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). In dieser sollten die Empfehlungen der Potenzialanalyse aufgegriffen und verschiedene Sachverhalte vertieft werden. „Gegenstand der Machbarkeitsstudie ist auch die Empfehlung für einen so genannten ,Kümmerer’ für das Projekt“, so Rosenthal.

Hintergrund sei, dass zur Fortführung eine kontinuierliche Bearbeitung des Themas notwendig ist. Dies könne nur in einer geeigneten Struktur erfolgen. „Es ist davon auszugehen, dass die zu wählende Organisationsform den gesamten Kanal - die gefluteten und unvollendeten Abschnitte - betrachten sollte“, erklärte der Umweltbürgermeister. Unterstützung komme außer von den Städten Halle und Leuna sowie dem Saalekreis auch von Vereinen, wie dem Förderverein Saale-Elster-Kanal und dem Wasser-Stadt-Leipzig-Verein.

„Unter Berücksichtigung des notwendigen planerischen Vorlaufs wird mit einer Realisierung in den nächsten zehn bis 15 Jahren gerechnet“, zeigte sich Rosenthal optimistisch, auch das notwendige Geld dafür aufzutreiben. Gerechnet wird mit gut 100 Millionen Euro, davon knapp 40 Millionen allein für das favorisierte Schiffshebewerk in Wüsteneutzsch. Wo die Mittel konkret herkommen sollen, ließ er zunächst offen. „Wir gehen aber davon aus, dass sich an der Finanzierung die öffentliche Hand, Stiftungen, Fördermittelgeber und auch private Investoren beteiligen“, so Rosenthal. Aus heutiger Sicht kämen solche Förderprogramme wie jene für den ländlichen Raum oder der Europäischen Union zur Wahrung des historischen Erbes in Frage.

„Das Thema Elster-Saale-Kanal ist ein Zukunftsthema, das stetig verfolgt werden muss“, betonte der Politiker. Der gegenwärtige planerische Vorlauf entspreche dem Planungsstand zum Leipziger Neuseenland Mitte der 1990er-Jahre. „Damals wurde die heute erlebbare Entwicklung im Leipziger Neuseenland auch noch als undenkbar erachtet sowie vielerseits belächelt und als realitätsfremd eingeschätzt.“ Das Ergebnis 2012 spreche für die kontinuierliche Begleitung der damaligen Ideen. Rosenthal spannte den Bogen noch weiter: „Unsere Vorfahren im 19. Jahrhundert haben mit dem Bau des Karl-Heine-Kanals und dessen Fortsetzung im 20. Jahrhundert eine Aufgabe für unsere Generation definiert.“ Es sei notwendig, sich zu positionieren, ob man dieses Erbe gerade in den nächsten Jahren annehmen möchte.

Dem Optimismus des Umweltbürgermeisters ein wenig entgegen schlagen jüngste Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium, dass die Saale von einer Bundes- in eine Landeswasserstraße umgewidmet werden soll. „Die Stadt Leipzig hat sich mit diesem Thema noch nicht auseinandergesetzt“, sagte Rosenthal. Bisher habe sich die Stadt erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Saale eine Wasserstraße mit touristischem Status bleibe und nicht als Restwasserstraße, eine niedrigere Einordnung, eingestuft werde. „Sofern die Saale Landeswasserstraße wird und die bestehenden Schleusen sowie die Gewässerunterhaltung beibehalten werden, ist der Träger der Unterhaltungslast nicht von Belang“, erklärte Rosenthal.

Internet: www.gruener-ring-leipzig.de; www.saaleelsterkanal.de; www.elster-saale-kanal.net

Martin Pelzl

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