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Lokales Leipzigs Verkehrsbetriebe wollen mehr ausbilden und einstellen
Leipzig Lokales Leipzigs Verkehrsbetriebe wollen mehr ausbilden und einstellen
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00:17 24.10.2017
LVB-Arbeitsdirektor Michael Halberstadt muss dicke Bretter bohren.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stehen vor einem Umbruch: Weil ein Großteil der Mitarbeiter bis 2030 in den Ruhestand geht, muss das stadteigene Unternehmen bis dahin fast sein gesamtes Personal ersetzen – derzeit rund 2500 Mitarbeiter. „Unser Bedarf wird noch größer, wenn unsere Verkehrsleistungen steigen, weil unsere Fahrgastzahlen weiter wachsen“, sagt Arbeitsdirektor Michael Halberstadt.

Wie beansprucht die Personaldecke der LVB bereits ist, war am Dienstag beim Champions League-Spiel von RB Leipzig gegen den FC Porto zu sehen. 34 zusätzliche Bahnen mussten eingesetzt werden, um den Besucheransturm zu bewältigen. Rund 50 zusätzliche Fahrer waren dafür im Einsatz. Um die Zusatzdienste abzudecken, wurden – wie bei Spitzenlasten üblich – neben Stammfahrern auch flexible Teilzeitkräfte eingesetzt. Außerdem mobilisierte das Unternehmen für das zusätzliche Geschäft sieben Verkehrsmeister sowie drei zusätzliche Mitarbeiter der Infrastruktur-Tochter IFTEC. „Wir haben alles auf der Strecke gehabt“, kommentiert Halberstadt die Situation. „Auch Verwaltungsmitarbeiter mit Fahrberechtigung sind Straßenbahn gefahren. Das zeigt, welches große Engagement unsere Belegschaft bei Großveranstaltungen an den Tag legt.“

Einstellung von 2500 soll auf den Weg gebtracht werden

Intern bringt der Geschäftsführer für Personal und Fahrservice vor diesem Hintergrund die Einstellung von rund 2500 Mitarbeitern auf den Weg. „Wir streben an, alle Auszubildenden bei entsprechender Leistung zu übernehmen“, sagt er und will die Zahl der Lehrlinge erhöhen. Profitieren sollen davon vor allem der gewerblich-technische Bereich der Ausbildung – zu dem die Straßenbahn- und Busfahrer gehören – sowie die Mechatroniker, die in Zukunft unter anderem die neuen Technologien der Busse und Straßenbahnen beherrschen müssen. Aktuell werden jährlich 32 Azubis eingestellt, die Zahl soll möglichst schnell auf mindestens 40 pro Jahr steigen. „Wir brauchen auch mehr Hochschulabsolventen für Schlüsselfunktionen, zum Beispiel in den Bereichen Verkehrsplanung und rechnergestütztes Verkehrsmanagement“, sagt der Geschäftsführer.

Ob es gelingt, diese Ziele zu erreichen, ist offen. Denn die stadteigenen Verkehrsbetriebe können bei den Entgelten nicht mit allen Industrieunternehmen konkurrieren. „Als Teil der Leipziger Gruppe sind wir aber ein attraktiver Arbeitgeber und Dinge wie zum Beispiel betriebliche Altersvorsorge, Gesundheitsvorsorge und Arbeitssicherheit sind für uns sehr wichtig“, sagt Halberstadt. Dass dies in der Branche geschätzt werde, zeige die relativ niedrige Fluktuation der LVB von aktuell 2,5 Prozent.

Zahl der LVB-Auszubildenden reicht nicht

Fest steht allerdings, dass die eigenen Ausbildungsaktivitäten der LVB nicht ausreichen werden, um den Fachkräftebedarf zu decken. Denn allein im Fahrdienst benötigt das Unternehmen bis 2020 zwischen 265 und 348 neue Mitarbeiter mehr als Ersatz für Altersabgänge und übliche Fluktuation, bis zum Jahr 2025 wird in diesem Bereich sogar eine Personallücke von 724 bis 868 Fahrern klaffen – wenn nicht schnell kräftig gegengesteuert wird. Bis 2030 beziffern die Personaler der LVB den Ersatzbedarf sogar mit 1230 bis 1430 Fahrern. „Bei diesen Berechnungen haben wir das zu erwartende Wachstum bei unseren Verkehrsleistungen noch gar nicht berücksichtigt“, betont Halberstadt. Im Klartext: Wenn bis 2030 deutlich mehr Busse und Straßenbahnen eingesetzt werden müssen als heute, könnte der Personalbedarf des Unternehmens größer ausfallen als aktuell prognostiziert.

Intern spricht schon heute vieles dafür, dass dies der Fall sein wird. Denn allein im vergangenen Jahr haben die LVB 148 Millionen Fahrgäste und damit 7,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor befördert. Für das laufende Jahr wird ein Fahrgastaufkommen von 154 Millionen prognostiziert – was erneut einem Zuwachs von vier Prozent entsprechen würde. Und Planspiele der LVB-Geschäftsführung für das Jahr 2030 gehen davon aus, dass dann sogar 220 Millionen Fahrgäste befördert werden. Doch das ist bis dahin noch ein hartes Stück Arbeit.

Von Andreas Tappert

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