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Lokales Leipzigs Vogelschutzgebiet hat viele Stars - Mehr als 100 Arten im Auenwald beheimatet
Leipzig Lokales Leipzigs Vogelschutzgebiet hat viele Stars - Mehr als 100 Arten im Auenwald beheimatet
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23:59 21.10.2013
Über 100 Brutvogelarten wurden im 2000 Hektar großen Leipziger Auenwald schon nachgewiesen. (Archivfoto) Quelle: Wolfgang Zeyen

Über 100, zum Teil sehr seltene Brutvogelarten wurden in dem 2000 Hektar großen Waldgebiet schon nachgewiesen. Darunter sind auch einige der Kategorien 1 und 2 der Roten Liste des Freistaates Sachsen, also besonders gefährdete oder gar vom Aussterben bedrohte Zeitgenossen, erklärt Richard Schöne aus Markkleeberg. Zu den 22 Arten, wegen deren Förderung das Leipziger Vogelschutzgebiet im Oktober 2006 ausgewiesen wurde, gehören: Baumfalke, Eisvogel, Flussuferläufer, Grauammer, Grauspecht, Halsbandschnäpper, Heidelerche, Kiebietz, Knäkente, Mittelspecht, Neuntöter, Raubwürger, Rohrweihe, Rot- und Schwarzmilan, Schwarzspecht, Sperbergrasmücke, Weißstorch, Wendehals, Wespenbussard, Zwergdommel und Zwergschnäpper.

Schöne ist promovierter Veterinärmediziner. Der 70-Jährige arbeitete bis 1999 als Amtstierarzt im Landkreis Leipziger Land. Er hat schon mehrere Bücher mit beeindruckenden Fotos über die heimische Vogelwelt, aber auch über Wellensittiche oder Australische Sittiche herausgebracht. Soeben veröffentlichte die Fachzeitschrift "Vögel" einen großen Beitrag von ihm über Leipzigs Auenwald als europäisches Vogelschutzgebiet. Zu dessen einzigartigen Qualitäten gehöre auch, dass alle Gebiete vom Stadtzentrum aus per Rad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind, schwärmt der Autor. "Aufgrund der sehr vielgestaltigen Strukturierung innerhalb des Auenwalds - mit seinen elf Lebensraumtypen - ist jede Jahreszeit gut für einen Besuch", empfiehlt er Vogelbeobachtern aus nah und fern.

Zum Beispiel gilt Leipzigs grüne Lunge als Hochburg der Mittelspechte, die es laut Schöne dort auf etwa 50 Brutpaare bringen. Sämtliche Spechtarten leben im Auenwald, auch der ebenfalls sehr seltene Schwarzspecht, bestätigt Karsten Peterlein vom Nabu-Regionalverband. "Wir haben dort außerdem eine hohe Dichte an Zaunkönigen, was ungewöhnlich ist, sogar Gebirgsstelzen." Die Zahl der Vogelbestände sei in Leipzig insgesamt weiter rückläufig - vor allem eine Folge von Gifteinsatz oder für die Region untypischen Pflanzen in Kleingärten, die 30 Prozent des hiesigen Stadtgrüns ausmachen. Indes gebe es im Auenwald eine hohe Siedlungsdichte der gefiederten Bewohner.

Für Peterlein steht außer Frage, dass die Einschränkungen des Bootsverkehrs im Floßgraben in diesem Jahr richtig waren. "Der Nabu wurde von der Stadt mit der Kontrolle des Eisvogel-Bestands beauftragt. Dessen Brutzeit verlief erfolgreich. Wir konnten mehrfach Jungvögel beim Herumfliegen beobachten." Wie viel Nachwuchs der höchst gefährdete Fischfresser am Floßgraben bekam, habe sich aber nicht genau ermitteln lassen. "Beim Hochwasser im Juni hatten wir Glück, dass die Brutröhre nicht zerstört wurde. Es war absolut richtig, die Zeit der Bootsbewegungen in diesem Teil des Vogelschutzgebietes zu begrenzen. Das hat nicht nur dem Eisvogel genutzt, sondern auch anderen streng geschützten Arten", sagt Peterlein.

Gegenwärtig beginnt wieder das große Gehen und Kommen im Auenwald, so Schöne. "Die Zugvögel wie der Wendehals verlassen nach und nach das Gebiet, dafür stellen sich die nordischen Wintergäste ein."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2013

Jens Rometsch

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