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Leipzigs Wasserbauten: Stadt gibt drei Projekten Vorrang

Flussläufe werden entkrautet Leipzigs Wasserbauten: Stadt gibt drei Projekten Vorrang

Die Fertigstellung des Elstermühlgrabens, die Pleiße-Freilegung an der Hauptfeuerwache und auch der Stadthafen genießen Vorrang bei Leipzigs Wasserbau-Projekten, so Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Andere Vorhaben dürften hingegen noch lange dauern.

Im neuen Abschnitt des Karl-Heine-Kanals soll am 23. Oktober mit der Entkrautung des Gewässers begonnen werden. In den letzten Wochen kamen Boote kaum noch bis zum Lindenauer Hafen, wo zurzeit ein neues Wohngebiet entsteht (im Bild hinten).
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Dennoch sieht Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) die Stadt beim Thema Wasserbauten auf dem richtigen Kurs. Gerade jenes Projekt, das seit Jahren höchste Priorität genieße, werde von den Bürgern „überwiegend positiv wahrgenommen“, sagt er zum Elstermühlgraben: Auch der Verwaltung sei klar, dass die vor zehn Jahren geöffneten Abschnitte am Ranstädter Steinweg „platzbedingt ein recht technologisch anmutendes Erscheinungsbild aufweisen.“ Um dies zu verbessern, habe das Amt für Stadtgrün und Gewässer bereits einige Veränderungen geplant. „Im Ergebnis wird mit Wasserbausteinen und Wasserpflanzen dort eine naturnähere Anmutung erzielt.“

Fertigstellung des Elstermühlgrabens 2022

Das Hauptproblem für die Wahrnehmung des Elstermühlgrabens werde aber erst in fünf Jahren verschwinden. Weil der zu DDR-Zeiten verrohrte Fluss (aus finanziellen Gründen) nur Stück für Stück geöffnet werden kann, müsse der Wasserstand immer wieder extrem gesenkt werden, um die Bauarbeiten zu ermöglichen. Das gelte sowohl für den Bereich am Ranstädter Steinweg als auch für den Abschnitt in der Carl-Maria-von-Weber-Straße. Derzeit sei „der Abfluss unterbunden“, weil noch bis 2018 das dazwischen liegende, 110 Meter lange Stück zwischen der Lessing- und Thomasiusstraße geöffnet und dabei auch die Funkenburgbrücke (im Zuge der Thomasiusstraße) neu errichtet wird. Es ist das vorletzte Stück vom Elstermühlgraben. Das Letzte – zwischen Elster- und Lessingstraße – soll 2022 fertig werden. Dann könne man per Kanu oder Ruderboot bis an den Rand der City gelangen, erläutert Rosenthal.

Bau von sozialen Einrichtungen wichtiger

Da der Bau von Schulen, Kitas oder sozialen Einrichtungen noch wichtiger für das stark wachsende Leipzig sei, hänge die Kommune bei ihren Gewässern stark von Fördermitteln ab. Aktuell fänden „umfangreiche Abstimmungen über die Gewährung von Fördermitteln“ zum Bau eines Stadthafens nahe des Schreberbads statt. Sobald es „grundsätzlich“ grünes Licht für die Zuschüsse gebe, starte die Kommune eine Ausschreibung, um einen Betreiber oder Betreiber plus Investor für das noch fehlende Hafenbecken und die daneben vorgesehenen Bauten zu finden, kündigt Rosenthal an. Mit dem derzeit auf dem Areal tätigen Bootsverleiher gebe es einen Pachtvertrag „mit kurzen Kündigungsfristen“. Dies solle die Nutzung bis unmittelbar vor einem Baustart sichern.

Weil am 1. November die Sanierung der Hauptfeuerwache am Goerdelerring startet, sei die Stadt zudem gezwungen, bis Mitte 2018 den Trassenverlauf für den noch verrohrten Pleißemühlgraben festzulegen. Rosenthal versichert, dass die Bürgerbeteiligung als „ergebnisoffene Variantendiskussion“ stattfinde. Das erste von zwei öffentlichen Foren zum Trassenverlauf sei für den November geplant. Die Details des Verfahrens befänden sich derzeit aber noch in Abstimmung mit interessierten Initiativen und Vereinen wie Neue Ufer.

Weitere Großinvestionen ins Gewässernetz müssen warten

Richtig sei, dass die Verwaltung eine Trasse nahe am Goerdelerring bevorzugt. Falsch sei, dass dies mit Überlegungen für den Bau eines Hochhauses neben der IHK zusammenhängen würde. „Alle drei möglichen Trassenverläufe hätten positive Auswirkungen auf das Hochhaus-Grundstück.“ Zudem verkaufe die Stadt – gemäß ihrer neuen Liegenschaftspolitik – bereits seit längerer Zeit keine kommunalen Flächen mehr zum Höchstgebot.

Alle anderen wünschenswerten Großinvestitionen ins Gewässernetz dürften aus heutiger Sicht noch länger warten müssen, so der Bürgermeister. Das gelte etwa für die restlichen Bereiche des Pleißemühlgrabens südlich der City. Auch für den Durchstich vom Lindenauer Hafen zum Elster-Saale-Kanal, wo derzeit Vorplanungen zum Bau der Lyoner Brücke und anderer Technischer Anlagen liefen. Nachdem eine für Juli geplante Entkrautung des neuen Abschnitts vom Karl-Heine-Kanal an Naturschutz-Einwänden gescheitert sei, würden die Arbeiten dazu nun am heutigen Montag beginnen. Für die „Wasserschlange“ als Verbindung von Leipzigs Flüssen zum Markkleeberger See sieht Rosenthal den Baustart „nicht vor Ende 2020“ als realistisch an.

Von Jens Rometsch

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