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Leipzigs Wasserwerke planen für mehr als 600.000 Einwohner

Investitionen steigen deutlich Leipzigs Wasserwerke planen für mehr als 600.000 Einwohner

Die Leipziger Wasserwerke erhöhen ihr Investitionsbudget ab diesem Jahr deutlich. 2016 sollen 60 Millionen Euro in die Sanierung der Netze sowie neue Brunnen fließen. Zum Vergleich: Die Leipziger Verkehrsbetriebe stecken im laufenden Jahr mit 26 Millionen Euro nicht mal halb so viel Geld in ihre Gleistrassen und sonstige Infrastruktur.

2,7 Millionen Euro hat der Bau einer 150 Meter langen Trinkwasserhauptleitung gekostet, die die Wasserwerke gerade am Rande der Alten Messe – in zwölf Meter Tiefe unter den Gleisen der S-Bahn-Strecke – in Betrieb genommen haben. Die oberirdischen Aufräumarbeiten an der Straße des 18. Oktober dauern indes noch bis in den Mai.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Leipziger Wasserwerke erhöhen ihr Investitionsbudget ab diesem Jahr deutlich. 2016 sollen 60 Millionen Euro in die Sanierung der Netze sowie neue Brunnen fließen. Das sind 30 Prozent mehr als bislang üblich. Um die Dimension zu verdeutlichen: Die Leipziger Verkehrsbetriebe stecken im laufenden Jahr mit 26 Millionen Euro knapp halb so viel Geld in ihre Gleistrassen und sonstige Infrastruktur.

Die höheren Ausgaben werden durch Kredite finanziert, erläutert Ulrich Meyer, Technischer Geschäftsführer bei den Wasserwerken. Sie seien dringend nötig, um vor allem das vor über 100 Jahren entstandene Kanalsystem für die Abwässer auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. „Dort haben fast alle Großstädte in Ostdeutschland noch enormen Nachholbedarf.“ Hingegen seien in Leipzig bereits über 50 Prozent des 40 Kilometer langen Trinkwasserhauptnetzes modernisiert.

Mehr als 350 Einzelprojekte stehen für 2016 im Plan. Auch in den Folgejahren soll das Investitionsniveau bei jeweils etwa 60 Millionen Euro liegen (2015 waren es 46 Millionen Euro). Die Gewinne des kommunalen Unternehmens würden dadurch aber nicht geschmälert, so Meyer. Eventuell könnten sich die steigenden Ausgaben eines Tages in den Preiskalkulationen für den Endverbraucher bemerkbar machen. „Wir bleiben jedoch auch in Zukunft bei unserer sehr moderaten Preisstrategie.“

Schließlich würden effizientere Netze auch Kosten sparen sowie Wasserverluste senken. „Außerdem spüren wir das erfreuliche Wachstum von Leipzig unmittelbar.“ In den letzten drei Jahren sei die Trinkwasserabnahme im Stadtgebiet um 5000 auf täglich 93.000 Kubikmeter angestiegen. Das Schließen von immer mehr Baulücken führe zu mehr versiegelter Fläche und damit zu höheren Anforderungen bei starkem Regen an die Kanalisation.

Neue Baustellen in Leipzig geplant

Für die ab 2018 geplante Erweiterung des Hauptklärwerks im Rosental laufe derzeit die Umweltverträglichkeitsprüfung. Dabei werde mit einer Kapazität kalkuliert, die für 600.000 bis 640.000 Einwohner ausreichend ist. „Das entspricht dem mittleren Wert der aktuell gültigen Bevölkerungsprognose. Wir planen aber gleich noch eine extra Fläche ein, falls im Rosental ein weiteres Klärbecken nötig wird.“

Deutlich mehr Investitionen – natürlich bedeute das auch mehr Baustellen und Verkehrsbehinderungen, so Mathias Wiemann, Leiter des Unternehmensbereichs Netze. Neben den bereits laufenden Vorhaben wie in der Braustraße (dort wird bis Juli eine Trinkwasserhauptleitung erneuert), der Könneritzstraße und Georg-Schumann-Straße seien 2016 zum Beispiel an folgenden Stellen längerfristige Fahrbahnsperrungen zu erwarten: ab Ende Juni in der Goyastraße (kurz vor dem Kreisverkehr) und ab Herbst in der Prager Straße (zwischen Platostraße und Johannisplatz). Mit Kosten von sieben Millionen Euro spielt das größte Einzelvorhaben auf, unter sowie unmittelbar neben der B2 im südlichen Auenwald. Ebenfalls ab Herbst wird dort ein marodes Abwasserrückhaltebecken ersetzt, das neben der Richard-Lehmann-Straße sowie unter der Auffahrt zur B2 (stadteinwärts) ruht. Ein Jahr dauert der Umbau, erklärt Wiemann. Das neue Becken erhalte 2000 Kubikmeter Volumen. „Wir tragen damit auch noch mehr zur Wasserqualität der Pleiße bei.“

Von Jens Rometsch

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