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Lokales Leipzigs Wasserwerke senken die Preise – neues Abrechnungsmodell ab 2012
Leipzig Lokales Leipzigs Wasserwerke senken die Preise – neues Abrechnungsmodell ab 2012
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15:07 09.09.2011
Logo der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL). Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Grund für die Preissenkung seien Kostenreduzierungen innerhalb des Unternehmens, die laut Sächsischem Kommunalabgabengesetz an die Kunden weitergereicht werden müssen. Zudem soll eine Umstrukturierung des Abrechnungsmodells zu mehr Transparenz führen.

„Bei einer Neuausrichtung der KWL in den vergangenen Monaten konnte ein ganzer Strauß von Einsparungen erreicht werden – interne Abläufe wurden optimiert, Fremdleistungen gekürzt, bei Bauprojekten gespart“ erklärte Ulrich Meyer, technischer Geschäftsführer der KWL. Insgesamt seien so zwischen acht bis neun Millionen Euro zusammen gekommen. Wie Meyer weiter erklärte, werde diese Summe nun weitgehend verlustfrei an die Nutzer weitergereicht. Der erst im März dieses Jahres in die Geschäftsführung berufene Manager hatte auch gleich eine Beispielrechnung parat hatte: In einem Zweipersonenhaushalt mit Komplettversorgung und einem Wasseraufkommen von 87 Litern pro Person und Tag sollen die jährlichen Ausgaben von 250 Euro pro Person auf 216 Euro pro Person sinken.

Neues dreigliedriges Preismodell mit mehr Transparenz

Überblick: Trinkwasserpreise ab 2012 Quelle: Kommunale Wasserwerke Leipzig

Ein umstrukturiertes Preismodell soll zudem für eine größere Transparenz innerhalb anfallenden Kosten sorgen. Anstatt des bisher in Grundpreis und Mengenpreis aufgegliederten Modells, das Fixkosten und Verbrauchskosten gegenüberstellte, arbeitet die KWL ab kommenden Jahr mit einem dreigliedrigen System bei ihrer Abrechnung. Der neue Wasserpreis besteht nun aus Basis-, Bereitstellungs- und Mengenpreis.

Über den für alle Kunden gleichen Basispreis von 3,21 Euro pro Monat ist der Organisationsaufwand des Unternehmens anteilig zu bezahlen. Der Bereitstellungspreis rechnet die notwendige technische Infrastruktur ab und richtet sich nach der Intensität des Wasserverbrauchs. Bei 101 bis 200 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr sind hier beispielsweise in jedem Monat 6,96 Euro zu entrichten, bei 201 bis 400 Kubikmeter 7,76 Euro. Nicht zuletzt berechnet der Mengenpreis als dritte Komponente wie bisher schon den tatsächlichen Wasserverbrauch. Nach Angaben von Ulrich Meyer wurde auch hier der Preis reduziert. Für Trinkwasser soll ab 2012 zwei Prozent weniger zu entlöhnen sein, für Schmutzwasser 17 Prozent und für Abwasser 13 Prozent.

Mehraufwand für Kleinstabnehmer – Heininger-Prozess wird von Gesellschaftern getragen

Überblick: Schmutzwasserpreise ab 2012 Quelle: Kommunale Wasserwerke Leipzig

Obgleich ein Großteil der KWL-Kunden vom neuen Preismodell profitieren werde, gebe es auch Verlierer, hieß es am Freitag. „Kleinstabnehmern, die das Wasser nur zum Kaffeekochen nutzen, müssen künftig etwas mehr bezahlen“, erklärte Aufsichtsratschef Detlev Kruse. Etwa 50 Cent pro Monat seien von diesen zusätzlich einzuplanen. Von drohenden Mehraufwänden für alle KWL-Kunden angesichts des gerichtlichen Streits mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wollte Kruse aber nichts wissen. „Es ist uns gelungen, den Bürger von solchen Verpflichtungen freizuhalten“, sagte Kruse. Laut Gesellschaftervertrag werden die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LLV) und der Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Leipzig-Land (ZVL) die entstehenden Prozesskosten übernehmen.

Ob die beiden Gesellschafter bei einer Niederlage im Streit um die kriminellen Machenschaften des früheren KWL-Chefs Klaus Heininger auch die Millionenforderungen der LBBW, der Schweizer UBS sowie die Depfa-Bank übernehmen, ohne dass die Kunden der Leipziger Wasserwerke steigende Gebühren erleben, musste Kruse allerdings noch offen lassen: „Wir gehen davon aus, dass die von Heininger eingefädelten Verträge nicht rechtskräftig sind“, sagte er demonstrativ.

Matthias Puppe

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