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Lokales Leipzigs Wirtschaft fordert neuen Citytunnel und besseres Tangentensystem
Leipzig Lokales Leipzigs Wirtschaft fordert neuen Citytunnel und besseres Tangentensystem
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14:25 24.08.2017
Die Leipziger Wirtschaft fordert einen zweiten Citytunnel. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Verlegung von Straßen in den Untergrund, Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs, Entflechtung von Pkw- und Radverkehr: Mit solchen Maßnahmen muss die wachsende Stadt Leipzig aus Sicht von Wirtschaftsvertretern ihre Verkehrsplanungen mit Blick auf das Jahr 2030 ausrichten. In ihrer Initiative „Mobilität Leipzig 700plus“ listen Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammer Leipzig sowie die Ingenieurkammer Sachsen auf, wie auf den zunehmenden Verkehr reagiert werden sollte, der mit einem erwarteten Bevölkerungszuwachs auf mehr als 700 000 Menschen auf die Kommune zukommt. Die Stadt gebe in ihren Planungen darauf keine Antworten, hieß es am Donnerstag.

„Wir wollen einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Sicherheit und Durchlässigkeit im Verkehr der Stadt Leipzig. Dafür müssen die Weichen sofort gestellt werden, damit die Stadt auch im Jahr 2030 wettbewerbsfähig ist“, erklärte Hubertus Milke, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen. Im Neuen Rathaus hatten Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau am Mittwoch ihr Stadtentwicklungskonzept bis 2030 vorgestellt.

Verkehr aus der Innenstadt verlagern

Zu den Forderungen der Wirtschaftsvertreter gehört unter anderem die „konsequente Umsetzung eines Ring- und Tangentensystems, um die Verkehrsströme aus der Innenstadt zu verlagern und Wohngebiete zu entlasten.“ Zwar habe es entsprechende Planungen in Leipzig schon einmal gegeben, diese seien aber nicht konsequent weiter verfolgt worden.

„Wenn die Stadt aber tatsächlich 700 000 Einwohner hat, dann werden sich der Pkw- und der Lkw-Verkehr um jeweils 30 Prozent erhöhen“, sagte IHK-Präsident Kristian Kirpal. „Um dann Staus zu vermeiden, muss das Ring- und Tangentensystem umgesetzt werden“, fügte Ingenieurkammer-Präsident Hubertus Milke hinzu.

Eine weitere Forderung: Die Smart City müsse kommen. Darunter wird die Nutzung alternativer Lieferformen und Antriebstechnologien verstanden wie E-Lastenräder, E-Nutzfahrzeuge und Parallelhybrid.

„Die Akteure der Leipziger Wirtschaft wollen gemeinsam einen nachhaltigen Impuls für die Entwicklung eines integrierten Mobilitätskonzeptes setzen. Wir haben uns ganz bewusst für einen ideologiefreien, aber pragmatischen Ansatz entschieden“, sagte Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer Leipzig.

Zweiter Citytunnel soll kommen

Zu den Forderungen der Wirtschaftsverbände gehört auch eine personelle Aufstockung des Fachpersonals in der Verwaltung. Zudem wollen sie einen S-Bahn-Tunnel in Ost-West-Richtung unter der City durchführen. Außerdem müssten die arbeitsplatzintensiven Standorte im Norden von Leipzig und touristisch interessante Gebiete wie das Neuseenland besser an den Nahverkehr angebunden werden. Dazu, wie ihre Vorstellungen finanziert werden sollen, machten die Vertreter der Verbände keine Angaben.

Von LVZ

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