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Leipzigs ehrgeiziger Klimaschutzplan: Prämien für Kühlschränke und neue Mini-PCs im Rathaus

Leipzigs ehrgeiziger Klimaschutzplan: Prämien für Kühlschränke und neue Mini-PCs im Rathaus

Ambitionierte Klimaziele hat Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) am Montag im Rathaus vorgestellt. Bis 2050 sollen die in Leipzig ausgestoßenen Kohlendioxid-Emissionen pro Einwohner um mehr als die Hälfte reduziert werden.

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Auch im Leipziger Rathaus soll Energie gespart werden: Die Stadt hat am Montag ihr ehrgeiziges Klimaschutzkonzept für die nächsten Jahrzehnte vorgestellt.

Quelle: dpa

Leipzig. Dafür ließ die Stadt von externen Firmen einen 86 Punkte umfassenden Plan erarbeiten, mit dem städtische Betriebe, Wirtschaftsunternehmen aber auch Privathaushalte ihren Energiebedarf deutlich senken sollen. Rosenthal nannte das Projekt eine „Mammutaufgabe“.

Neue Mini-PCs für Rathaus-Mitarbeiter und Pendlerparkplätze am Stadtrand von Leipzig finden sich auf der Liste ebenso wie Geldprämien für den Austausch alter Kühlgeräte oder Förderprogramme für den Einsatz erneuerbarer Energien. Das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept ist bislang jedoch nur ein Entwurf. Es dient als Grundlage für das neue Klimaschutzprogramm, das 2012 vom Stadtrat beschlossen werden und den Vorgänger aus dem Jahr 2005 ersetzen soll.

Bürger sollen beim Energiesparen den Löwenanteil tragen

„Alle Leipzigerinnen und Leipziger sind beim Erreichen der Klimaziele gefragt. Wir wollen sie dafür sensibilisieren“, sagte Rosenthal und verwies darauf, dass auf Privathaushalte allein ein Drittel des Energiebedarfs in Leipzig entfalle. Der Anteil städtischer Einrichtungen macht dagegen weniger als fünf Prozent aus. „Die Bürger müssen bei den Energieeinsparungen den Löwenanteil tragen, die Stadt will hierbei Vorbild sein.“

So soll es in Kooperation mit den Stadtwerken auch künftig eine Förderung in Höhe von 50 Euro geben, wenn Bürger ihren alten Kühl- oder Gefrierschrank gegen einen neuen austauschen. Für einkommensschwache Haushalte sind Minikredite durch das Sozialamt geplant. In Deutschland könnten durch den Tausch mehr als zehn Jahre alter Kühlgeräte jährlich acht Milliarden Kilowattstunden Strom gespart werden, sagte Juliane Dorn von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Das größte Potenzial liegt in den Privathaushalten“, betonte die Energieexpertin.

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„Alle Leipzigerinnen und Leipziger sind beim Erreichen der Klimaziele gefragt. Wir wollen sie dafür sensibilisieren“, sagt Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal.

Quelle: André Kempner

Aber auch im Rathaus soll gespart werden. So erwägt die Kommune, einen Teil ihrer Mitarbeiter in einem Pilotprojekt mit neuer Technik auszustatten. Da der Einsatz von Mini-PCs, sogenannten Thin Clients besonders energieeffizienter ist, sollen die alten Desktop-Rechner perspektivisch ersetzt werden.

Wie viele Geräte von der Umstellung betroffen sind, konnte Rosenthal noch nicht sagen. Die Umsetzbarkeit aller Maßnahmen werde in den nächsten Monaten geprüft und sei auch von der Haushaltslage abhängig. „Das in Einklang zu bringen, wird die Kunst der nächsten Jahre sein“, sagte der Umweltbürgermeister. Die mehr als 700 Seiten lange Klimaanalyse kostete die Stadt 235.000 Euro, wovon das Bundesumweltministerium knapp 200.000 Euro Fördermittel beisteuerte.

Leipzig bei CO2-Ausstoß deutlich unter sachsenweitem Durchschnitt

Erfüllt Leipzig seine ehrgeizigen Ziele, könnten die ohnehin strengen Forderungen des Klimabündnisses europäischer Städte noch unterboten werden, betonte Robert Huhn vom Ingenieurunternehmen für Energieversorgung KEMA IEV, das die Untersuchung seit 2010 zusammen mit der Firma IVAS aus Dresden durchgeführt hatte. Die geforderten Klimavorgaben sehen eine Reduzierung der CO2-Gase pro Einwohner um zehn Prozent alle fünf Jahre vor. Leipzig hat sich vorgenommen, den Ausstoß von 5,5 Tonnen im Jahr 2008 auf 2,37 Tonnen im Jahr 2050 mehr als zu halbieren.

Im bundesweiten Städtevergleich schneidet die sächsische Metropole bereits jetzt deutlich besser ab als zahlreiche andere Kommunen. So produzierte in Stuttgart jeder Einwohner etwa 7,9 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr (Stand: 2009), in Düsseldorf waren es zehn Tonnen (2007) und in Hannover 11,8 Tonnen (2005). Auch Chemnitz hatte mit 8,4 Tonnen (2005) einen höheren CO2-Ausstoß, lag damit aber noch deutlich unter dem aktuellen sachsenweiten Durchschnitt von rund zwölf Tonnen pro Kopf.

Das Klimaschutzkonzept und der Maßnahmenplan sind in Kürze online einsehbar unter www.leipzig.de/klimaschutz

Robert Nößler

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