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Lokales Leipzigs erstes Integrationshotel öffnet im Januar
Leipzig Lokales Leipzigs erstes Integrationshotel öffnet im Januar
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21:28 03.05.2017
Über dem künftigen Integrationshotel an der Philippuskirche wurde der Richtkranz aufgezogen. Superintendent Martin Henker und Projektleiter Wolfgang Menz (kleines Bild oben rechts) sprachen zu den Gästen. In der Kirche wurde soeben die erste historische Lampe saniert (Mitte). Einen Entwurf für den Hotel-Frühstücksraum gab es auch. Quelle: Fotos: Christian Modla
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Zurzeit hat das vierstöckige, frühere Pfarrhaus keinen Putz an der Fassade. Drinnen steigt der Besucher auf freigelegten Stahlbetondecken über etliche Kabel. Trotzdem ließ Philippus-Projektleiter Wolfgang Menz beim Richtfest am Mittwoch keinen Zweifel daran, dass Leipzigs erstes Integrationshotel pünktlich zum Jahresende öffnen wird. „Wir nehmen bereits Zimmerbuchungen für den Januar entgegen.“

Knapp 4,5 Millionen Euro kostet das außergewöhnliche Vorhaben an der Aurelienstraße in Lindenau. Den Großteil trägt das Berufsbildungswerk Leipzig (BBW), welches das zuvor lange ungenutzte Kirchenensemble vor fünf Jahren in seine Obhut übernahm. Künftig wird es im Pfarrhaus 29 barrierefreie Doppel- und Familienzimmer auf Drei-Sterne-Niveau, zudem Frühstücksräume, eine Küche und den Tagungsbereich im angrenzenden Gemeindesaal geben, erläuterte BBW-Hauptgeschäftsführer Tobias Schmidt. Wichtigste Besonderheit seien aber die 15 Mitarbeiter, die sich als gemischtes Team von Behinderten und Nichtbehinderten um das Wohl der Gäste kümmern. „Wir wollen lieber einen Integrationspreis gewinnen als einen Architekturpreis.“

Freilich ist der Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz auch preisverdächtig. Auf Empfehlung der Markkleeberger Architektin Christiane Domke hatte sich das BBW entschieden, an der Seite zum Karl-Heine-Kanal ein Foyer sowie gläsernen Außenfahrstuhl anzudocken, um die innere Struktur des 1910 fertiggestellten Pfarrhauses erhalten zu können. Die für Hotelzimmer vorgeschriebenen Schallschutztüren werden in historische Tür-Zargen eingesetzt, daneben die originalen Türblätter noch an der Wand angebracht. „So bleibt in den Gängen das Alte sichtbar“, erklärte Domke bei den ersten Baustellenführungen zum Richtfest.

Am 4. Mai um 17 und 17.30 Uhr sowie am Samstag, 6. Mai, um 18, 18.30 und 19 Uhr werden weitere Führungen angeboten. Am Sonnabend um 20 Uhr beginnt zudem das erste „Konzert am Kanal“ der neuen Saison, wobei das Hamburger Vokalensemble Quartonal bei freiem Eintritt in der Philippuskirche auftritt. Um Spenden für die Restaurierung der Jehmlich-Orgel wird gebeten.

Holm Retsch vom Branchenverband Dehoga teilte vor den über 100 Richtfest-Gästen mit, dass es nun drei Paten für die neue Herberge gibt. „Andreas Hachmeister vom Hotel The Westin, Marion Sattler vom Hotel Adagio und ich selbst wollen diesem Projekt mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ Frank Kießling, langjähriger Chef des Leipziger Studentenwerks und nun mit 72 im BBW-Bauausschuss ehrenamtlich aktiv, verriet zudem, dass auch die Sanierung der Kirche noch 2017 einen großen Schritt vorankommen dürfte. Mit Fördermitteln aus verschiedenen Töpfen könne zeitnah eine Nässeabdichtung vorgenommen, auch Heizung, Elektrik und Sanitäranlagen instandgesetzt werden, bestätigte Projektleiter Menz. Seinen morbiden Charme solle das Gotteshaus, in dem längst wieder regelmäßig Hochzeiten, Andachten und kulturelle Veranstaltungen stattfinden, aber unbedingt behalten. „Philippus will Gäste von nah und fern einladen, die das Besondere suchen“, sagte er.

Von Jens Rometsch

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