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Lokales Leipzigs größtes Bürgeramt zieht an den Ring
Leipzig Lokales Leipzigs größtes Bürgeramt zieht an den Ring
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08:37 03.03.2016
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Leipzig

 Neben Neuem Rathaus und Stadthaus plant die Kommune einen dritten großen Verwaltungssitz für insgesamt 180 Arbeitsplätze in der Innenstadt. Vorgesehen dafür ist das unter Denkmalschutz stehende Haus in der Otto-Schill-Straße 2. Stimmt der Stadtrat im März dem Vorhaben zu, wird auch das Bürgeramt Mitte an den neuen Standort am Innenstadtring umziehen.

„Die Eröffnung am neuen Standort ist noch für dieses Jahr, voraussichtlich im vierten Quartal, geplant“, sagt Christian Aegerter, Leiter des Hauptamtes der Stadtverwaltung, gegenüber der LVZ. Mit mehr als 100 000 Besuchern im Jahr ist das Bürgeramt Mitte, das sich derzeit im Stadthaus in der Markgrafenstraße 3 befindet, der am meisten frequentierte Servicepunkt in Leipzig. Bürger können hier vom Ausweis bis zum Zuzugsbonus so ziemlich alle Papiere und Formulare beantragen. Die Räumlichkeiten im Stadthaus platzen allerdings seit Langem aus allen Nähten. Das Geschäftshaus in der Otto-Schill-Straße 2, das zuletzt die juristische und theologische Fakultät der Universität beherbergt hatte, ist nicht nur genauso gut erreichbar. Es bietet obendrein ausreichend Platz, um die Zahl der Arbeitsplätze von sieben auf zehn zu erhöhen, so dass auch für besonders nachgefragte Sprechzeiten mehr Mitarbeiter eingesetzt werden können.

Aegerter: „Neben optimaleren Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es einen vom Schalterbetrieb getrennten, größeren Wartebereich geben. Ebenfalls geplant ist ein Schnellschalter im Wartebereich für wenig zeitintensive Dienstleistungen, zum Beispiel die Ausgabe von Dokumenten und Gebührenmarken.“ Die bereits praktizierte Online-Terminbuchung und das SMS-Informationssystem für Wartende bleibe erhalten. Um Wartezeiten erheblich zu verkürzen, könne bei Bedarf ein weiterer Terminschalter eingerichtet werden. „Auch die vor Kurzem installierte Informationsmöglichkeit über die Wartezeit im Stadthaus im Internet wird weiter geführt“, versichert Aegerter.

Wie berichtet, soll künftig für Ausweisbestellungen auch ein Selbstbedienungsterminal zum Einsatz kommen. An der so genannten Speed-Capture-Station können die Leipziger dann ihr biometrisches Foto, ihren Fingerabdruck und ihre Unterschrift erfassen und digitalisieren. Der Besuch des Fotostudios kann damit entfallen. Die Kosten für den Service sollen unter denen im Fotostudio liegen. „Angestrebt wird ein Einsatz mit der Neueröffnung“, so der Hauptamtsleiter. Zuvor müsse jedoch noch ein vergleichender Testbetrieb eines SB-Terminals der beiden Anbieter stattfinden.

Mit dem Bezug des Hauses lassen sich in der Stadtverwaltung seit Jahren bestehende Raumprobleme lösen. So soll vor allem die Stadtkasse, die bisher noch im Technischen Rathaus in der Prager Straße und am Sportforum untergebracht ist, näher an das Finanzdezernat im Neuen Rathaus rücken und mit 139 Arbeitsplätzen an den Ring ziehen. In der Prager Straße werden dadurch Räume frei, die es ermöglichen, das bislang noch auf drei Standorte verteilte Amt für Gebäudemanagement dort zu konzentrieren.

Mehrere Standorte – darunter das Merkur-Haus in der Petersstraße, das Trias am Ring und der Turm im Löhrs Carree – waren als Verwaltungssitz geprüft worden. Am Ende erwies sich die Immobilie in der Otto-Schill-Straße als günstigstes Objekt. Bei 8,50 Euro pro Quadratmeter beläuft sich die Kaltmiete in 25 Jahren auf rund 14 Millionen Euro.

Was aus den bisherigen Räumen des Bürgeramtes im Stadthaus in der Markgrafenstraße wird, ist noch nicht geklärt. Denkbar ist die Einrichtung eines Willkommenszentrums für Flüchtlinge und Migranten, für das die Stadtverwaltung auf Antrag der Grünen-Ratsfraktion bis Ende März einen Vorschlag unterbreiten soll. Aber auch das Standesamt hat an dem 230 Quadratmeter großen Ladengeschäft schon Interesse angemeldet.

Von Klaus Staeubert

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