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Lokales Leipzigs jüngstes SPD-Mitglied ist 93
Leipzig Lokales Leipzigs jüngstes SPD-Mitglied ist 93
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11:00 10.02.2017
Hassan Soilihi Mzé, Vorsitzender des Stadtverbands Leipzig, begrüßt den 93-jährigen Rudolf Beier in der Partei und überreicht ihm das SPD-Mitgliedsbuch. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

 51 neue Mitglieder konnte der SPD-Stadtverband Leipzig seit Bekanntgabe der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz für sich gewinnen. Einer davon: Rudolf Beier. Er hat sich im Alter von 93 Jahren dazu entschlossen, noch einmal politisch aktiv zu werden.

Der Beitritt kommt nicht von ungefähr: Die sozialdemokratische Haltung wurde Beier quasi in die Wiege gelegt. Die Familie des 1923 in Kleinzschocher Geborenen war schon damals in der SPD aktiv, der Großvater noch in der USPD, der Vater bis 1933. Beier selbst war seinerzeit Mitglied der „Reichsarbeitergemeinschaft der Kinderfreunde“ – die Jugendorganisation der SPD in der Weimarer Republik. Im Krieg wurde er zwei mal verwundet und gelang schließlich in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Als er nach Ostdeutschland zurückkehrte, gab es keine SPD mehr, weshalb der, wie er sagt, „schon immer politisch interessierte“ Beier der SED beitrat. „Kurz vor der Wende hatte ich wegen der ganzen Betonköpfe in der Partei aber keine Lust mehr.“ Zwar wurde er in den 90-ern noch Vorstandsmitglied im Bürgerverein seiner damaligen Heimatstadt Wolfen, einer Partei aber wollte er nicht mehr beitreten.

„Ich hoffe, dass ich noch erlebe, dass die SPD wieder den Kanzler stellt.“

Und dann kam Martin Schulz. „Als ich gesehen habe, dass er als Kanzlerkandidat antritt, hat das mein Interesse geweckt. Er macht einen sehr guten Eindruck, hat viel Charisma und schon im EU-Parlament gute Arbeit geleistet“, so der ehemalige Laborleiter in der Filmfabrik Wolfen. „Sigmar Gabriel war nicht schlecht, aber Schulz hat mehr Schwung und ist näher am Leben der Menschen dran.“ Vor allem Schulz’ Ambitionen für mehr Gerechtigkeit sagen Beier zu: „Meine Rente ist zwar gut, aber es gibt andere, die mit viel zu wenig auskommen müssen. Gut, dass er so etwas angehen will.“ Auch wenn der künftige Vorsitzende der SPD bei seinen Inhalten noch konkreter werden müsse. Und wie sehen die Chancen im Wahlkampf gegen Angela Merkel aus? „Gut! Man sieht’s ja jetzt schon an der Reaktion der Union: Die begraben ihren Streit, weil sie Angst vor der Wahl haben“, so Beiers Analyse.

Sein Beitritt zu den Sozialdemokraten war für ihn, der 2015 wieder nach Leipzig zurückgekehrt ist, eine ganz persönliche Angelegenheit: Weder gab es einen Anstoß von außen, noch will er jetzt Bekanntschaft und Familie überzeugen, es ihm gleichzutun. Lediglich seiner Tochter hat er es bis jetzt erzählt – die habe es „ganz nüchtern zur Kenntnis genommen“. Umso größer war die Freude in der Zentrale des SPD-Ortsvereins Ost/Nordost. „Es ist immer schön, wenn jemand den Weg zu uns findet“, so Hassan Soilihi Mzé, Stadtvorsitzender der Sozialdemokraten in Leipzig. „Aber als wir von Herrn Beiers Beitritt erfahren haben – das war schon eine Überraschung im besten Sinne.“ Die abschließenden Worte des Partei-Rückkehrers: „Ich hoffe, dass ich noch erlebe, dass die SPD wieder den Kanzler stellt.“

Von Christian Neffe

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