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Lokales Leipzigs lauteste Straßen: Bürger können per Online-Forum den Lärmaktionsplan diskutieren
Leipzig Lokales Leipzigs lauteste Straßen: Bürger können per Online-Forum den Lärmaktionsplan diskutieren
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09:09 05.05.2011
Die Georg-Schumann-Straße gehört zu Leipzigs lautesten Straßen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Erstmals können die Bürger in einem städtischen Online-Forum den Entwurf diskutieren: Tempo-30-Zone, Rasengleise, Flüsterasphalt - Vorschläge willkommen. Immerhin wohnen rund 42.000 Leipziger an bedenklich lauten Straßen.

Problem Nr. 1 in der Großstadt Leipzig: Der Straßenverkehr. "Einerseits wollen wir einer Stadt wie Leipzig gerecht werden", so Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke). Andererseits gehe es darum, die Bürger vor Lärm zu schützen. An rund einem Drittel der kartierten Straßen wird ein Schalldruckpegel von 55 Dezibel verzeichnet. Ab dieser Grenze empfindet der Mensch Geräusche als Lärmbelästigung. Bisher wurden 47 Ortsteile für die Lärmkarten untersucht. "Nur die Spitze des Eisbergs", gab Rosenthal zu. Die Stadt konzentrierte sich auf dicht besiedelte Viertel.

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Zwar verlangt das Bundes-Immissionsschutzgesetz von den Kommunen Lärmaktionspläne, "aber gesetzliche Grenzwerte gibt es nicht", so Rosenthal. Also legt die Stadt selbst fest, ab wann Handeln geboten ist. Der sogenannte "Auslösewert" liegt in Leipzig bei 70 Dezibel tags und 60 Dezibel nachts. Damit orientiert man sich an den Lärmschutz-Richtlinien Straßenverkehr. Die Liste der Trassen, an denen Leipziger ordentlich was auf die Ohren bekommen, ist beachtlich: Mehr als 100 Abschnitte werden im Lärmaktionsplan aufgelistet.

Die zehn heftigsten Nachtruhe-Störer - Fotos ansehen:

(Straßen, bei denen mindestens 200 bis 500 Anwohner vom Lärm betroffen sind):

Georg-Schumann- und Georg-Schwarz-Straße, Wurzner- und Eisenbahnstraße sind bereits im Stadtentwicklungskonzept als "vordringlich zu sanieren" aufgeführt. Der Entwurf des Lärmaktionsplans sieht insgesamt eine Reihe von Maßnahmen für die leisere Stadt vor: Besserer Straßenbelag, Lärmschutzwände, Gleisschmieranlagen für Straßenbahnen, mehr Radwege oder eine bessere Verkehrsführung, die Schleichwege entlastet und auf gut ausgebaute Trassen setzt. Das Spektrum ist breit, die Maßnahmen straßengenau aufgelistet.

Ab 6. Mai im Online-Forum diskutieren - Interaktive Lärmkarte nutzen

Der Aktionsplan kann bereits unter www.leipzig.de/laerm eingesehen werden. "Das soll keine Einbahnstraße sein", betonte Peter Heinz, Leipzigs Abteilungsleiter Umweltvorsorge im Amt für Umweltschutz. Deshalb wird die Stadt am Freitag das moderierte Online-Forum frei schalten. Darin kann man kommentieren, diskutieren und Fragen loswerden. "Wir scheuen uns nicht vor Antworten", verspricht Rosenthal. Auch ein Online-Fragebogen ist vorgesehen. Und wer prüfen will, wie die Situation vor der eigenen Haustür in der Lärmkarte berücksichtigt ist, nutzt unter www.leipzig.de/laerm die Online-Suche: Straßennamen eingeben, dann erscheint der gesuchte Abschnitt im Kartenfenster.

Über das Online-Forum hinaus gibt es bis Ende Juli Informationsveranstaltungen, eine Ausstellung im Umwelt-Informationszentrum und schließlich die offizielle Auslegung des Plans im Juni und Juli 2011 im Technischen Rathaus. "Im März 2012 soll die Ratsversammlung über den Entwurf entscheiden", so Rosenthal.

Weiße Flecken tilgen: Bis 2013 auch Fluglärm berücksichtigen

Für die Lärmschutz-Experten geht die Aufgabe weiter. Bis zum Juni 2012 sollen die weißen Flecken auf der Lärmkarte verschwinden, das gesamte Stadtgebiet wird nach und nach erfasst. Dann soll erstmals auch der Fluglärm, sofern er das Stadtgebiet betrifft, eine Rolle spielen. Der Lärmaktionsplan wird bis 2013 überarbeitet.

Damit der Lärmschutz kein schöner Vorsatz bleibt, "müssen wir uns darum kümmern, dass das Geld dafür in den Haushalt eingestellt wird", sagte Heiko Rosenthal. Wie viel investiert werden kann, ist offen. Die Stadt will zur Finanzierung "wo immer es geht, die Schnittpunkte zu anderen Bereichen berücksichtigen". Radverkehrsplanung, Luftreinhalteplan oder Öffentlicher Nahverkehr: "Beim Lärmschutz ist alles miteinander verbunden."

Evelyn ter Vehn

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