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Lokales Leipzigs neue Busse kommen unter die Haube
Leipzig Lokales Leipzigs neue Busse kommen unter die Haube
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18:59 02.05.2016
Gespannte Blicke in Connewitz: Der vollelektrische Bus fährt unter die Haube, um aufgeladen zu werden.  Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

 Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) sind am Montag in ein neues Zeitalter gestartet: In Connewitz ist zum ersten Mal ein vollelektrischer Linienbus auf Tour gegangen. Das ausschließlich batteriegetriebene Fahrzeug ist extrem leise unterwegs und stößt keine Abgase aus. Der Nachteil: Mit einem Preis von fast 650 000 Euro ist das zwölf Meter lange Fahrzeug rund dreimal so teuer wie ein normaler Dieselbus.

Die LVB schultern die horrenden Kosten nicht selber. Sowohl das Fahrzeug als auch die am Connewitzer Kreuz errichtete Ladestation werden vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI finanziert. „Der Bus ist perfekt für den Einsatz auf der Linie 89 vorbereitet“, betont Thoralf Knote vom Fraunhofer-Institut. Die 86 Kilowattstunden große Batterie sei für die Fahrstrecke ideal, obwohl der Speicher unter Experten als relativ klein gilt. „Wir sparen dadurch Gewicht und Geld und der Fahrauftag wird erfüllt – warum sollten wir da eine größere Batterie verwenden?“, fragt Knote. Im Sommer wird noch ein zweites vollelektrisches Fahrzeug in den Test integriert – mit einer 133-Kilowattstunden-Batterie an Bord. „Eigentlich war dieser Bus für einen anderen Einsatzzweck vorgesehen“, so Wissenschaftler Knote. „Durch seine größere Batterie ist er aber auch flexibler einsatzbar.“

Bei den LVB heißt es auf Nachfrage, die Fahrgäste der „89“ müssten keine Angst haben, dass die Testfahrzeuge stehenbleiben, weil ihnen die Energie ausgeht. „Eine Batterieladung reicht eigentlich für vier Runden“, sagt Sprecher Marc Backhaus. Auch die Passanten in der Innenstadt bräuchten nicht zu fürchten, dass sie den flüsterleisen Bus überhören und von hinten angefahren werden. „Wir hatten dort bisher schon Hybridbusse im Einsatz, die ähnlich leise fahren“, so Backhaus. „Und unsere Fahrer sind absolut geduldig.“

Die Fraunhofer-Spezialisten bekräftigen dies. „Dieser Bus war zuvor ein halbes Jahr in Dresden im Einsatz und seine Batterie ist immer noch wie neu“, sagt Knote. „Wir wissen nicht, wie viele Ladevorgänge sie verkraftet. Aber wir wissen: Je häufiger sie nachgeladen wird, ohne komplett leer zu sein, desto größer ist ihre Lebensdauer.“

Aufmerksam verfolgt wird auch, wie sich die Ladestation bewährt. Sie ist mit einer sogenannten Haube ausgestattet, unter der der Bus hält. Der Busfahrer fährt dann ein Kontaktsystem aus, das die Verbindung zur Haube herstellt. „In sechs bis sieben Minuten ist die Batterie geladen“, sagt Backhaus.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Print- und E-Paper-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 3. Mai 2016.

Von Andreas Tappert

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