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Lokales Leipzigs neue Edel-Blitzer
Leipzig Lokales Leipzigs neue Edel-Blitzer
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00:27 20.01.2016
Der neue Edel-Blitzer TraffiTower S350 am Ring neben der Oper. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Da lässt man sich doch wirklich gerne mal blitzen: Für die Geschwindigkeitsüberwachung in der Innenstadt hat die Stadt jetzt extra schöne Radarfallen angeschafft. Statt der hässlichen grauen Starenkästen, die jeder aufmerksame Autofahrer schon von weitem als solide Bedrohung wahrnimmt, säumen jetzt zwei edle Blitzersäulen den Ring, ausgestattet mit modernster Mess- und Übertragungstechnik. Schlanke Edelstahl-Obelisken, die als Kunst im öffentlichen Raum genauso durchgehen könnten wie als hypermoderne Informationsstation für weitgereiste Touristen. Die formschönen, mit einem internationalen Design-Preis ausgezeichneten Blitzer versehen ihren Dienst an der Oper am Georgiring und vor der Thomaskirche am Dittrichring. Anschaffungspreis pro Stück: 81000 Euro.

Die neuen Blitzer vom Typ TraffiTower des thüringer Herstellers Jenoptik sind Teil der Modernisierung der städtischen Verkehrsüberwachungstechnik. Die Geräte, die die Stadt derzeit im Einsatz hat, stammen vorwiegend aus den Jahren 1992 bis 1997. Nach einem Beschluss des Verwaltungsausschusses werden sie bis zum Jahr 2019 erneuert. Ordnungsamtsleiter Helmut Loris gegenüber der LVZ: „Für die Geschwindigkeitsüberwachung werden moderne Messgeräte des Typs S350 angeschafft. Deren Vorteile liegen im flexiblen Einsatz sowohl in den stationären Anlagen als auch in den Messfahrzeugen. Die Anlagen benötigen keine Sensoren im Fahrbahnbereich mehr. Damit entfallen Herstellungs- und Wartungskosten sowie Straßensperrungen für diesen Zweck.“ 824000 Euro lässt sich die Kommune die Tauschaktion kosten. In der Regel werden also nur die Messeinheiten ausgewechselt, nur in wenigen Fällen auch die Gehäuse.

Mit dem TraffiTower, wie er am Ring eingesetzt wird, sei es gelungen, Sicherheit und Eleganz zu verbinden, betont der Hersteller Jenoptik. Das besonders robuste Edelstahl-Gehäuse schütze einerseits die Verkehrsüberwachungsanlage vor äußeren Einflüssen und Vandalismus, andererseits füge sie sich optimal ins Stadtbild ein. „Das klare und moderne Design des Towers harmoniert mit jedem Stadtbild“, heißt es bei Jenoptik. Das optimale Zusammenspiel von Funktionalität und Design wurde mit dem renommierten Red-Dot-Design-Award ausgezeichnet.

So schön die teuren Edel-Blitzer auch anzusehen sind: Ob sie wirklich den Frust über ein Verwarn- oder Bußgeld beim betroffenen Autofahrer verhindern könnnen, bleibt fraglich. Die Stadt jedenfalls verschmerzt die hohen Anschaffungskosten auf jeden Fall. Durchschnittlich spielt jeder Rotlicht-Einheit pro Jahr 106000 Euro ein, jeder stationäre Geschwindigkeitsmesser 223000 Euro. Im vergangenen Jahr nahm die Kommune 6,25 Millionen Euro von Temposündern und Autofahrern, die eine Ampelkreuzung bei Rot überfuhren, ein.

Morgen lesen in der LVZ, wo überall in der Stadt Blitzer stehen, welche aufgegeben wurden und wo noch neue hinzukommen.

Von Klaus Staeubert

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