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Leipzigs neue Propsteikirche als Höhepunkt katholischen Lebens - ein Blick in die Historie

Leipzigs neue Propsteikirche als Höhepunkt katholischen Lebens - ein Blick in die Historie

Als 1539 Herzog Georg von Sachsen starb, erklärte sein Bruder Heinrich als neuer Herzog die Einführung der Reformation in Leipzig. Für alle Altgläubigen begann ein Zeitalter der konfessionellen Unterdrückung.

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(Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Religiöses Leben war auf den privaten Bereich beschränkt.

Die Verhältnisse änderten sich erst durch die Konversion des sächsischen Kurfürsten August des Starken zum Katholizismus. 1710 wurde in Leipzig der öffentliche katholische Gottesdienst in der Pleißenburg gestattet und dafür eine kleine Kapelle eingerichtet.

Die Pleißenburg blieb mit einer zwischenzeitlich neu eingerichteten Kapelle und einer privaten Schule bis 1841 zentraler Ort katholischen Lebens. Mittlerweile hatte sich der katholische Bevölkerungsteil vergrößert: Lebten 1732 nur 200 Katholiken ständig in Leipzig, gab es 1845 etwa 1200 katholische Einwohner. Mit dieser Bevölkerungsgröße war eine entscheidende Voraussetzung gegeben, eine katholische Kirche zu errichten. Am 2. Juli 1845 erfolgte der erste Spatenstich und am 19. September 1847 wurde die an den Promenaden (Rudolphstraße) gegenüber der Pleißenburg gelegene St. Trinitatiskirche geweiht.

Im 1871 gegründeten Wilhelminischen Kaiserreich zogen immer mehr Katholiken nach Leipzig. 1885 lebten etwa 5600 römisch-katholische Christen hier und fünf Jahre später, bedingt auch durch Eingemeindungen, stieg die Zahl fast auf das Doppelte. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges wurden in Reudnitz und Lindenau mit der St. Laurentiuskirche und der Liebfrauenkirche zwei weitere Gotteshäuser samt Pfarrämtern und katholischen Schulen erbaut.

In der Weimarer Republik erhielt das katholische Leben in Sachsen und Leipzig einen Entwicklungsschub. Die neue Reichsverfassung ermöglichte eine Wiedererrichtung des Bistums Meißen, die im Juni 1921 erfolgte. 1923 erhob Bischof Schreiber die St. Trinitatis Pfarrei zur Propstei und die St. Trinitatiskirche wurde Hauptpfarrkirche. 1929 kehrten die Dominikaner nach Leipzig zurück, bauten in Wahren ein Kloster auf. 1930 wurde an der Pfarrei Liebfrauen in Lindenau das Oratorium des hl. Philipp Neri errichtet; in der Biedermannstraße begannen die Arbeiten für das von der Propstei St. Trinitatis getragene St. Elisabeth-Krankenhaus, das 1931 eingeweiht werden konnte.

1933 lebten 25 532 Katholiken in Leipzig. Unter 713 470 Einwohnern machten sie 3,69 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Im NS-Staat gab es immer wieder Angriffe der politischen Machthaber gegen die katholische Kirche und ihre Einrichtungen: Auch in Leipzig wurden Pfarrer verhaftet und inhaftiert; 1937/38 die katholischen Volksschulen aufgelöst. Andererseits schufen katholische Priester wie die Oratorianer Theo Gunkel und Josef Gülden oder der Dominikanerpater Aurelius Arkenau während des Zweiten Weltkrieges ein Netzwerk der Hilfe, das Juden und andere NS-Verfolgte vor dem Zugriff der Gestapo bewahrte.

Nach dem Ende des "Dritten Reiches" wirkten auf das katholische Gemeindeleben in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR die geänderten politischen Verhältnisse mit neuen Anfeindungen ein. Propst von Leipzig war Otto Spülbeck, der spätere Bischof von Meißen. Der SED-Staat verfolgte eine tiefenwirksame Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in der Gesellschaft, erlaubte aber auch eingegrenzte Erweiterungen von Gemeindestrukturen. So konnte im Neubaugebiet Grünau in den 1980er-Jahren eine neue Pfarrei entstehen.

Öffentlich sichtbar wurde die SED-Politik beim Bau der zweiten Propsteikirche St. Trinitatis. Nach vielen Verzögerungen erfolgte zwar die Baugenehmigung, aber nicht auf dem beabsichtigten Grundstück der im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstörten ersten Probsteikirche, sondern abseits des Stadtzentrums am Rosental. Das Bauwerk weist durch eindringende Nässe schwere Schäden auf. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde der Neubau beschlossen, dessen Weihe am Sonnabend stattfand.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12. Mai 2015

Steffen Held

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