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Lokales Leipzigs neuer Busbahnhof soll Ende des Jahres entstehen
Leipzig Lokales Leipzigs neuer Busbahnhof soll Ende des Jahres entstehen
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08:45 03.05.2016
So soll der neue Busbahnhof aussehen. Quelle: S+G Development
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Leipzig

Bis zum Jahr 2030 könnte Leipzig laut aktueller Prognosen um 150 000 Einwohner wachsen. Wo alle diese Menschen wohnen und arbeiten werden, auch welche Verkehrsmittel sie nutzen, warjetzt eines der großen Themen beim Fachkongress „Real Estate Mitteldeutschland“. Mehr als 500 Teilnehmer trafen sich dazu auf der Leipziger Messe. Ihnen wurde auch der aktuelle Stand zu drei Projekten vorgestellt, die in wenigen Monaten rings um den Hauptbahnhof beginnen sollen. Insgesamt sind dort über 1000 Wohnungen, ein Gymnasium plus Sporthalle, fünf Hotels und viel Gewerbe vorgesehen.
Thüringer Bahnhof: Gymnasium und Sporthalle rücken dichter an die City
Elf Hektar umfasst das Gelände vom früheren Thüringer Bahnhof. „Man glaubt gar nicht, wie ruhig es dort ist“, sagte Harald Hempen, Projektentwickler für ein Unternehmen aus Bremen, welches die Fläche Anfang 2016 vom früheren Eigentümer Aurelis übernommen hat. „Das Lauteste, was dort zu hören ist, sind die Durchsagen im ICE – wenn der Hochgeschwindigkeitszug langsam in den Hauptbahnhof einfährt.“ Die Grundzüge der Planung, die von Aurelis vor drei Jahren abgebrochen worden waren, behalte der jetzige Investor bei, erläuterte er.
Auf Wunsch der Stadt solle das neue Gymnasium für 1200 Schüler aber jetzt möglichst schnell entstehen. Als Standort sei nicht mehr das nördliche Grundstücksende (nahe der Bahnbrücke über die Berliner Straße), sondern ein Bereich neben dem Parkhaus West der Promenaden favorisiert. Schüler und Lehrer hätten es dort nur wenige Schritte bis zur City-Tunnel-Station im Hauptbahnhof. Auf den zwei Hektar für die Schule kämen auch eine Turnhalle, Sportplatz und Pausenhof unter. Schon in zwei bis fünf Jahren solle der Bildungscampus fertig sein.
Nur kleine Änderungen gebe es beim 1,2 Hektar großen Parthe-Park. Entlang des Flusses bleibe es bei viel Grün und einem promenadenartigen Fuß- und Radweg. In überschwemmungsgefährdeten Abschnitten werde die Ufermauer durch „weiche Kanten“ (Böschungen) ersetzt.
Außer bei den Gewerbeflächen ganz im Norden strebten Kommune wie Investor nun einen hohen Wohnanteil an – mit öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss. Geschätzt 50 000 Quadratmeter Bruttogeschossflächen könnten als Wohnungen gebaut werden. In dem autoarmen Quartier sollen zwischen den Häusern „Poket-Parks und Stadtplätze“ für Lebensqualität sorgen, so Hempen. Er hoffe, dass 2017 die ersten Projekte in jenem Bereich starten, der am nächsten zur City liegt. Dort stehen sanierungsfähige Baudenkmäler, seien auch neue Häuser schnell genehmigungsfähig (über Paragraf 34 Baugesetzbuch). Ein Hotel biete sich in der Lage an.
Fernbusterminal: Autoverleih, Bäcker und Freisitz sind auch noch vorgesehen
Im Juni will der Leipziger Projektentwickler S&G Development den Bauantrag für zwei Hotels (Ramada, vier Sterne, 193 Zimmern sowie H2, zwei Sterne,336 Zimmer) und ein Fernbusterminal auf der Ostseite des Hauptbahnhofs einreichen. Da die Planungen eng mit der Stadt abgestimmt wurden, jüngst das Gestaltungsforum für Architektur noch einen neuen Fassadenentwurf für das Fernbusterminal absegnete, sei mit der Bau­genehmigung und dem Start der Arbeiten bis Ende 2016 zu rechnen, so S&G-­Geschäftsführer Ingo Seidemann. Das Bauland werde dann um bis zu 1,60 Meter auf das Niveau der Straße Sachsenseite abgesenkt. Dort fahren künftig die Fern- und Reisebusse in das Gebäude ein und aus. Für die Passagiere gibt es drinnen elf Busbahnsteige, Service-Schalter, Toi­letten. Die 700 Quadratmeter Einzelhandelsflächen nutzen unter anderem ein Bäcker und der Autoverleiher Europcar (zieht vom Wintergartenhochhaus um). Gegenüber vom A&O-Hostel entstehtein Platz mit Bäumen und Freisitz. An der Brandenburger Straße gibt es nur eine Einfahrt zu dem öffentlichen Parkhaus über dem Busterminal. Eine weitere­­Ein- und Ausfahrt zum Parkhaus kommt an die Sachsenseite. Eröffnung: Frühjahr 2018.
Krystallpalast-Areal: Bebauungsplan wird derzeit öffentlich ausgelegt
Bereits gerodet wurde das ehemalige Krystallpalast-Gelände. Der Entwurf zum Bebauungsplan ist fertig, liegt jetzt öffentlich aus, erklärte André Jaschke vom Projektentwickler Conpartis. Zum Jahresende könnte mit dem Bau der Wohnanlage begonnen werden, die auch zwei Hotels an der Brandenburger Straße, Studentenapartments, Läden, einen 600-Quadratmeter-Nahversorger, Tiefgarage und ein Arboretum (Botanischer Garten) erhält.

Jens Rometsch

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