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Lokales Leipzigs neues Feuerwehrzentrum ist komplett
Leipzig Lokales Leipzigs neues Feuerwehrzentrum ist komplett
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21:50 26.09.2018
27,5 Meter reckt sich der neue Feuerwehrübungsturm und Schlauchtrocknungsturm in die Höhe, der zum neuen Ausbildungszentrum gehört. Quelle: Fotos (3): Armin Kühne
Leipzig

In Großzschocher wurde am Mittwoch das neue Ausbildungszentrum der Feuerwehr eröffnet. Der 36,5 Millionen Euro teure Bau ist das letztes Teilstück des neuen Feuerwehrzentrums, das in der Gerhard-Ellrodt-Straße 29d entstanden ist. Wie berichtet ist dort auch das Quartier der Leipziger Feuerwache Südwest entstanden, ebenso die Integrierte Regionalleitstelle, die neben dem Stadtgebiet die Nachbarlandkreise Leipzig und Nordsachsen betreut. Ganz fertig ist das Ausbildungs-Teilstück des insgesamt 40 000 Quadratmeter großen Areals allerdings noch nicht: In den Außenanlagen werkeln Arbeiter an zahlreichen Übungsmodulen, die bis Weihnachten komplett fertig sein sollen.

„Die Feuerwehr ist und lieb und teuer“

Die feierliche Übergabe des Ausbildungszentrums lief gestern in der nagelneuen Werkstatthalle des Zentrum ab. „Ich wünsche mir von Herzen, dass das neue Zentrum nur wenig gebraucht wird“, bekannte dort Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Gleichzeitig kündigte er an, dass die Stadt bis zum Jahr 2021 weiter 48 Millionen Euro für ihre Feuerwehr ausgeben wird, insbesondere für moderne Ausrüstung. „Die Feuerwehr ist uns lieb und teuer“, so Jung. „Es ist unglaublich, was die Kameraden leisten.“

Der OBM zitierte auch eine Forsa-Umfrage, nach der Mitarbeiter der Feuerwehren in der Bevölkerung ein besonders hohes Ansehen genießen: 96 Prozent der Befragten hätten die Bedeutung der Feuerwehr als ,sehr hoch’ eingestuft, heißt es dort. Auf Platz zwei rangierten mit 87 Prozent Polizisten gefolgt von Anwälten (51 Prozent). „Politiker haben dagegen nur 25 Prozent Anerkennung erreicht“, so Jung. Er selber sei als Oberbürgermeister aber „kein Politiker“.

Ursprungsplan verworfen

Branddirektor Peter Heitmann erinnerte daran, dass die Stadt ursprünglich noch im Jahr 2008 das Ausbildungszentrum als Anbau an die Hauptfeuerwache am Goerdelerring andocken wollte. Damals habe der Freistaat dieses Vorhaben torpediert und so sei die Überlegung entstanden, gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen eine neue Leitstelle auf einer grünen Wiese an der Gerhard-Ellrodt-Straße zu errichten.

Dort sind jetzt neben dem rund 900 Quadratmeter großen Werkstattgebäude auch ein Verwaltungsgebäude mit Schulungsraum und Fahrschulkabinett sowie einem 27,5 Meter hohen Feuerwehrübungs- und Schlauchtrocknungsturm entstanden. Sie bieten optimale Bedingungen sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Logistik, heißt es.

Feuerwache Ost wird geschlossen

Die Fahrzeuge und Geräte, die nicht unmittelbar in den verschiedenen Leipziger Feuerwachen jederzeit einsatzbereit zur Verfügung stehen müssen, können jetzt in Großzschocher zentral untergebracht und gewartet werden. Das betrifft zum Beispiel die Fahrzeuge für den so genannten zweiten Abmarsch und die Abrollbehälter. Die Feuerwache Ost in der Gregor-Fuchs-Straße, in der bislang noch Teile der Abteilung Technik untergebracht sind, kann damit zum Jahresende endgültig geschlossen werden.

Verbessert haben sich auch die Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung von haupt- und ehrenamtlichen Fachkräften der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes. Für sie gibt es im neuen Ausbildungszentrum unter anderem einen sogenannten Planspielraum, in dem verschiedenste Einsatzszenarien durchgespielt werden können.

Gleise und Übungsplatz im Außenbereich

Für Trainingszwecke werden im Außengelände derzeit unter anderem zwei Übungsgleise errichtet – eines für eine Straßenbahn und eins für einen Waggon der Deutschen Bahn. Feuerwehrmänner sollen an ihnen unter anderem das Anheben von havarierten Zügen trainieren. Im Gespräch ist, dass die Leipziger Verkehrsbetriebe dafür eine ausrangierte Straßenbahn zur Verfügung stellen. Außerdem entsteht ein Übungsplatz für Feuerwehrwettkämpfe wie das Ausrollen von Schläuchen. Auch ein Brandübungscontainer soll noch aufgestellt werden. „Mit diesen Arbeiten werden wir hoffentlich bis Weihnachten fertig sein“, meint Bert Kirsten, Projektleiter des beauftragen Leipziger Planungsbüros S&P Ingenieure + Architekten.

Auch die neue Werkstatthalle hat es in sich. Sie verfügt neben einer Pkw-Hebebühne und zwei Wartungsschächte auch über eine Kranbahn, die sich über die gesamte Hallenbreite erstreckt. Sie kann bis zu fünf Tonnen schwere Lasten heben – also sogar ganze Fahrzeugaufbauten.

Von Andreas Tappert

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