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Lokales Leipzigs neues Mammut-Projekt startet durch
Leipzig Lokales Leipzigs neues Mammut-Projekt startet durch
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00:50 30.04.2018
Zukunftsvision: So könnte der Eingang zum neuen Naturkundemuseum auf dem Spinnereigelände in Leipzig-Plagwitz 2020 aussehen.  Quelle: Naturkundemuseum Leipzig / KOCMOC
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Leipzig

 Ein riesiges Mammut markiert den Eingang. Weithin sichtbar, markant und doch transparent, bewacht es als Projektion den gläsernen Eingang zu einer Zeitreise, die ab 2020 auf dem Spinnereigelände beginnt: So könnte dann die Westfassade des Leipziger Naturkundemuseums aussehen. Der Stadtrat soll im September einen entscheidenden Schritt in diese Zukunft gehen und den Planungsbeschluss fassen. Auch das Museumskonzept mit den Leitlinien für die inhaltliche Ausrichtung soll in diesem Schritt vom Stadtrat bestätigt werden.

700.000 Euro sind für die Planung des Großprojekts veranschlagt, in das die Stadt rund 10,1 Millionen Euro investieren will. Dafür soll die Halle 7 auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei zu einer spektakulären Ausstellungshalle inklusive einer Art neuem Westtor zur Kulturmetropole Leipzig umgestaltet werden.

Eine vertikal gegliederte Glasfront mit Treppenkonstruktion in Form einer Doppelhelix – eine Anspielung auf die Struktur der DNA, die die Erbinformation von Lebewesen trägt – könnte künftig das Gesicht des Spinnereigeländes prägen. LED-Paneele an der Glaskonstruktion sollen weithin sichtbar die Programmhöhepunkte des neuen Leipziger Naturkundemuseums und der in Halle 7 künftig ebenfalls ansässigen Theater LOFFT, Leipziger Tanztheater und Theater der jungen Welt ankündigen.

Ein Highlight wie das gewaltige Skelett eines Pottwals könnte die Besucher schon im Atrium des Naturkundemuseums zum Staunen bringen. Quelle: Naturkundemuseum Leipzig / KOCMOC

Neun Meter hohes Atrium als Entrée

Daran könnte sich nach ersten Entwürfen des Museumskonzepts ein großzügiges Atrium anschließen: Durch vier Doppelflügeltüren sollen die Besucher die lichtdurchflutete und bis zu neun Meter hohe Eingangshalle betreten. Dieses Entrée wird gemeinsam mit den Theatern genutzt, auch ein Café könnte dort angesiedelt werden. In charmanter, offener Atmosphäre sollen jährlich bis zu 140.000 Museums- plus Theaterbesucher empfangen werden.

Und das Mammut? Das taucht voraussichtlich in einer wissenschaftlich fundierten „Inszenierung“ des zukünftigen Generationen-Museums wieder auf: „Das Mammut von Borna“ sei stark im Bewusstsein der Leipziger verankert. 1908 wurde es in einer Lehmgrube am Wyhra-Ufer entdeckt, später im Museum für Völkerkunde der Öffentlichkeit präsentiert. Die Bombennacht vom 4. Dezember 1943 legte auch das Urzeit-Skelett in Schutt und Asche. Teile seien im Naturkundemuseum gelagert, andere in Berlin, heißt es im Konzept. Statt als Rekonstruktion will das künftige Museum das Mammut von Borna innen aber als Projektion im Wassernebel auferstehen lassen, und an den Überresten den Zyklus von Entstehen und Vergehen zeigen.

Das Leipziger Naturkundemuseum soll nach Umzug und Neueröffnung im Jahr 2020 dreimal so viele Besucher anziehen wie bisher. Die Bilder zeigen, wie das neue Haus aussehen könnte.

„Großartige Stadt – großartiges Museum“

Noch sei das Raumkonzept Zukunftsvision, erster Entwurf und noch nicht bis auf den Cent austariert, betonte Museumsdirektor Ronny Maik Leder am Donnerstag gegenüber der LVZ. Derzeit stellt Leder sein Konzept in den Fachausschüssen des Stadtrats vor. „Da kann sich noch viel verändern“, sagt er.

Aber der Tenor stimmt: Ein Ort zum Staunen und Verweilen schwebt dem Wissenschaftler vor, der dem Leipziger Museum zu überregionaler Strahlkraft verhelfen will. Dass die Verdreifachung der Fläche und der Besucherzahlen sowie das Budget eine sportliche Herausforderung sind, ist ihm sehr bewusst. Aber Leder hat Lust auf dieses Mammut-Projekt: „Leipzig ist eine großartige Stadt, und die braucht auch ein großartiges Naturkundemuseum“, sagte er.

Von Evelyn ter Vehn

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