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Lokales Leipzigs rätselhafter City-Bunker am Brühl verschwindet scheibchenweise
Leipzig Lokales Leipzigs rätselhafter City-Bunker am Brühl verschwindet scheibchenweise
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23:59 29.06.2014
Gleich neben der Reichsstraße beginnen die meterhohen, unterirdischen Betonmauern, über deren Sinn und Entstehungszeit es bisher nur Vermutungen gibt. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

"Wir wollen mit der Stadt in Ruhe reden, um eine gütliche Lösung für die zusätzlichen Kosten zu finden", sagte er gegenüber der LVZ. Schließlich habe die Kommune die rechtwinklige Fläche neben dem Bildermuseum verkauft, ohne den Erwerber auf den über 900 Quadratmeter großen Bunker im Erdreich hinzuweisen.

Die Herkunft der bis zu 80 Zentimeter starken Betonwände, die vermutlich 1969 entstanden, bleibt rätselhaft. Im Archiv der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) fand sich lediglich eine Studentenarbeit aus jener Zeit, die eine teilweise unterirdische, neue Straßenbahntrasse durch die City vorsah, so Unternehmenssprecher Christoph Hansel. "Wirklich gebaut wurde davon nichts."

Leipzig. Der bunkerartige Bau am Leipziger Brühl wird jetzt scheibchenweise abgerissen. Sobald ein Stück freigelegt ist, wird es dokumentiert. Dann rückt der Bagger an, erklärt Götz Hufenbach, Geschäftsführer beim Investor Benchmark, der dort zwei Hotels errichten will. Die Herkunft der bis zu 80 Zentimeter starken Betonwände bleibt indes weiter rätselhaft.

Auch ein Luftschutzbunker aus der Zeit des II. Weltkriegs scheidet an dieser Stelle aus. Laut einer Untersuchung, die das Stadtgeschichtliche Museum im "Leipziger Kalender 1998" veröffentlichte, entstanden in der "Reichsmessestadt" zehn solcher "Luftschutzsonderbauten", jedoch keiner an der Ecke Brühl/Reichsstraße. Die Adressen lauteten vielmehr:

Blücherplatz (an der Gerberstraße)

zwischen Richard-Wagner-Straße und Georgiring

Richard-Wagner-Platz

Eutritzscher / Michaelisstraße

zwischen Aster- und Eutritzscher Straße (ehemaliges Brausebad)

zwischen Bitterfelder, Wittenberger und Apelstraße

am Friedrich-List-Platz

am Rabensteinplatz

unterm Lindenauer Markt

im Krankenhaus St. Georg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.06.2014

Jens Rometsch

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