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Lokales Leipzigs schlimmste Baustelle
Leipzig Lokales Leipzigs schlimmste Baustelle
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07:00 12.07.2016
Vor dem Arbeitsamt ist die Georg-Schumann-Straße komplett gesperrt.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Besonders schlimm sind die Zustände zwischen der Huygensstraße und der S-Bahn-Brücke, wo sich die Arbeitsagentur befindet. Tausende Jobsuchende und Hilfe-Empfänger steuern täglich die Baustelle mit der Straßenbahn an und erleben Abenteuerliches: Die Bahn hält jetzt an der S-Bahn-Brücke, wo zwischen Fußweg und Straße eine lange Reihe von Betonborden aufgestellt wurde, die einen halben Meter hoch ist. Sobald dort eine Straßenbahn eintrifft, klettern die Fahrgäste vom Gehweg akrobatisch über die Borde, um in die Bahn zu gelangen – und umgekehrt. Die Betonteile dienen Wartenden auch schon als provisorische Sitzplätze.

„Die Borde sind wegen des Anlieferverkehrs für die Axis-Passage erforderlich, denn er verläuft entgegen der ursprünglichen Fahrtrichtung“, klärt Marc Backhaus, Sprecher bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB), auf. Eigentlich müssten die Fahrgäste deshalb einen Fußweg um die Borde in Kauf nehmen, der bis zur Bothestraße führt. „Aber viele nutzen den kurzen Weg.“ Die Borde seien vom TÜV gefordert worden und müssten „auf jeden Fall stehen“. Aber ihr Standort werde noch einmal überprüft.

Weil dieser Baustellenabschnitt auch komplett für den Pkw-Verkehr gesperrt ist, versuchen jetzt täglich Autofahrer, auf Schleichwegen durch die angrenzenden Nebenstraßen voranzukommen. „Es ist unerträglich“, ärgert sich zum Beispiel Anwohnerin Doris Mansfeld aus der Kirschbergstraße. „Der Krach und der viele Staub sind nicht mehr auszuhalten. Man kann kein Fenster aufmachen. Und das bei diesen hohen Temperaturen.“

Autofahrer, die sich stadtauswärts an diesem Baustellenabschnitt vorbeigeschlichen haben, stecken ein paar hundert Meter stadtauswärts gleich wieder im Stau: Am Viadukt bleibt von den ursprünglich vier Fahrspuren nur noch eine übrig, die stadtauswärts führt. Wer auf ihr weiter rollt, bleibt bis zum Wahrener Rathaus gleich mehrfach an Baustellenampeln stecken. Denn diese werden ständig von Fußgängern aktiviert, die die Straße überqueren wollen. Auch hier versuchen viele Autofahrer, über Nebenstraßen auszuweichen – und treiben dort ebenfalls die Anwohner zur Verzweiflung. Wer die offizielle Umleitungsstrecke über die B 6 (West) fährt, kann sich vieles ersparen. Auf der fast nagelneuen vierspurigen Trasse fließt der Verkehr zügig ab – aber wer abbiegt, um in Richtung Innenstadt zu gelangen, bleibt gleich wieder in Baustellen und Staus stecken.

Im Rathaus heißt es, mit der B 6 sei eine leistungsfähige Umleitungsstrecke ausgeschildert. Es sei bewusst darauf verzichtet worden, die Kirschbergstraße und andere Nebenstraßen in das Umleitungskonzept aufzunehmen, weil diese dafür nicht geeignet sind. Dass dort dennoch täglich tausende Autos unterwegs sind, ist aber inzwischen auch im Rathaus bekannt. Dagegen könne man aber nichts tun, heißt es. Es gebe keine Handhabe, ortskundigen Autofahrern das Fahren zu untersagen.

Zurückgewiesen wird der Vorwurf, der Georg-Schumann-Straße mit gleich zwei großen Bauabschnitten zu viel zuzumuten. Beide Baustellen seien bewusst kombiniert worden, heißt es. Wären beide Bereiche nacheinander abgearbeitet worden, würden die Anwohner doppelt so lange beeinträchtigt.

Gebaut wird an den beiden Abschnitten noch monatelang. Am Viadukt erneuern die Leipziger Wasserwerke Trink- und Abwasserleitungen, an die sich Ende August Straßenbauarbeiten anschließen. Als Bauende wird Ende September avisiert. Am 13. März 2017 startet dort ein zweiter Bauabschnitt. Dann wird die andere Straßenseite erneuert – voraussichtlich bis zum 12. August 2017. Vor dem Arbeitsamt sollen am 23. Oktober die stadtauswärtigen Fahrspuren nutzbar sein. Die komplette Verkehrsfreigabe ist für den 16. Dezember geplant.

Von Andreas Tappert

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