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Lokales Leipzigs umstrittene Sportförderung zur Hallenhockey-Weltmeisterschaft
Leipzig Lokales Leipzigs umstrittene Sportförderung zur Hallenhockey-Weltmeisterschaft
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15:31 17.07.2015
Vor zwei Jahren fanden in Leipzig bereits die Europameisterschaften im Hallenhockey statt. Quelle: Christian Nitsche

Im Februar befasst sich die Ratsversammlung damit.

"Wir bezahlen mehr als die Hälfte der Veranstaltung", sagt Gerd Heinrich. Der CDU-Stadtrat hält dies für eine "unangemessene Förderung", die bei anderen Begehrlichkeiten wecken dürfte. Er sei nicht gegen einen städtischen Beitrag. Aber: "Wir sollten uns angemessen beteiligen." Es reiche aus, wenn die Stadt die Arena kostenlos zur Verfügung stelle. Dieser "geldwerte Vorteil" belaufe sich auf 140.000 Euro. Die übrigen 300.000 Euro, die Leipzig in die WM stecken will, sieht Heinrich an anderer Stelle besser aufgehoben: "Wir haben enorme Defizite im Haushalt und in der Infrastruktur." Erst im Dezember verabschiedete der Stadtrat den Etat für 2014 mit einem Fehlbetrag von 16 Millionen Euro.

Dennoch hält Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) die Bewerbung Leipzigs für richtig. "Die Hallenhockey-WM 2015 wird mit dem hohen Leistungsniveau sowie der großen Medienaufmerksamkeit eine weitere positive Entwicklung für das Stadtmarketing und den Sport in Leipzig stimulieren", sagte er gegenüber der LVZ. "Im Jahr des 1000-jährigen Stadtjubiläums stellt diese internationale Weltmeisterschaft einen großartigen Höhepunkt in Leipzigs Sportkalender 2015 dar." Überdies habe der Hockey-Sport in Leipzig eine große Tradition. Mehr als 50 Kadersportler seien seit 2001 beim Verein ATV Leipzig 1845 entwickelt worden. Der ATV verfüge über Erfahrungen bei der Organisation von Wettkämpfen. 2012 fanden hier bereits Hallenhockey-Europameisterschaften statt. "Der Zuschuss der Stadt Leipzig", so Rosenthal, "orientiert sich an der Wertigkeit der Veranstaltung und dem vorläufigen Kosten- und Finanzierungsplan."

Danach rechnet der Deutsche Hockey-Bund mit Kosten von 670.000 Euro, zuzüglich der Miete für die Arena, die sich auf 140.000 Euro beläuft. Die Stadt Leipzig will sich darüber hinaus mit 300.000 Euro beteiligen, der Freistaat Sachsen mit 75 000 Euro. 120.000 Euro sollen aus dem Ticketverkauf, 15.000 Euro aus dem Programm-Anzeigengeschäft und aus Standvermietungen kommen. Sponsoren sind mit 160.000 Euro dabei.

Zum Vergleich: Für das Lichtfest zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 9. Oktober, das ähnlich wie 2009 von künstlerischen Projekten entlang der legendären Montagsdemo-Route begleitet werden soll, stellt die Stadt weniger Geld als zur WM zur Verfügung. Der Stadtrat wird morgen über einen Zuschuss von 425.000 Euro beraten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.01.2014

Staeubert, Klaus

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